
Kitzbühel ist für die Ski-Festspiele gerüstet
Angesichts des Ansturms mit allein 45.000 Besuchern beim Abfahrtsrennen braucht es in der Fanzone der Stadt ein ausgeklügeltes Konzept, das für einen reibungslosen Ablauf sorgt. In Sachen Skiparty sei Kitzbühel ein Vorreiter, wie Eventmanager Thomas Rass nicht ohne Stolz beschreibt. „Wir bekommen sogar immer wieder Anrufe und Fragen aus Schladming und Sölden.“
Im Auftrag der Stadtgemeinde ist die Kitzbüheler Eventagentur Rass & Dorner seit vielen Jahren für die Organisation und Koordinierung der Innenstadt-Skiparty mit knapp 50 Verkaufsständen inklusive Food-Trucks sowie 60 Security-Mitarbeitern verantwortlich. Einerseits, um Sicherheit und Qualität zu erhöhen, andererseits um den tausenden Skifans abseits von Streif und Ganslernhang ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.
Schnapsverbot „light“ schon am Donnerstag
Die letzte große Neuerung, die 2024 per Verordnung durch die Stadtgemeinde Kitzbühel für die drei Renntage eingeführt und heuer zusätzlich auf den Donnerstag ausgeweitet wurde: das Schnapsverbot „light“ an öffentlichen Plätzen, das international immer wieder für Schlagzeilen sorgt. Es besagt, dass Spirituosen an den Verkaufsständen nur verdünnt – 2 cl Schnaps aufgespritzt auf mindestens 150 ml – ausgeschenkt werden dürfen. Diese Verordnung erstreckt sich nicht nur auf das Eventgelände der Innenstadt, sondern auch auf den Bereich oberhalb der Hahnenkamm-Talstation sowie von der Innenstadt bis zum Bahnhof. Wer hier beim Konsumieren von Hochprozentigem erwischt wird, muss die mitgebrachten Getränke nicht nur umgehend abgeben, er hat auch mit empfindlichen Strafen zu rechnen: bis zu 2.000 Euro, wie der Gemeindeeinsatzleiter, Stadtrat Alexander Gamper, auf Anfrage festhält.

Bei einem Lokalaugenschein in der Fanzone wartet Thomas Rass mit weiteren Neuerungen auf. Die Radio U1-Bühne mit DJ Lukas Brunner und Live-Künstlern (Julia Buchner, Jason Nussbaumer, Zwirn) übersiedelt heuer erstmals vom Stadtpark in den Volksschul-Hof.
Top-DJs legen im Stadtpark auf
Im Stadtpark wird hingegen eine Großbühne errichtet, auf der Top-DJs (Wesh, Dave Defender, Swiss Talents Maxonic, Fat Tony, etc.) jeweils von 10 bis 22 Uhr am Freitag und Samstag entertainen.
„Mit Hilfe der Bühnen schaffen wir es, den Ansturm von tausenden Besuchern auf die Stadt zu entzerren.“
Thomas Rass, Innenstadt-Koordinator
Diese Maßnahmen dienen der Entzerrung der Fanströme, erläutert Rass. „Weil Unterhaltung an mehren Orten geboten wird, gibt es vor dem Kirchberger Tor keinen Stau von tausenden Fans.“
Hahnenkamm-Premiere für Riesenrad
Nur wenige Meter weiter steht das Riesenrad von Oscar Bruch, das einen Blick auf die Rennstrecken aus 35 Metern Höhe ermöglicht. Das Riesenrad sei von Mittwoch bis Sonntag, jeweils von 13 bis 20 Uhr in Betrieb, so der Eigentümer. Man habe sich bereits mit ausreichend Personal und Security-Mitarbeitern auf die Hahnenkamm-Tage eingestellt.

Thomas Rass: „Können auf Skiparty stolz sein“
Das Hahnenkamm-Rennen soll ein sportliches Skifest, aber kein Massenbesäufnis sein. Deshalb werden die Vorgaben für die öffentliche Fan-Zone sukzessive strenger. Eventmanager Thomas Rass hat die Entwicklung in 25 Jahren mitbestimmt. Im Gespräch mit dem Kitzbüheler Anzeiger blickt er zurück.
Kitzbüheler Anzeiger: An welchen Stellschrauben haben Sie im Laufe der Jahre gedreht?
Thomas Rass: Durch die Einführung der einheitlichen Beschallung kann über die Musik eine aufgeheizte Stimmung wieder beruhigt werden. Die einheitliche Logistik an den Verkaufsständen löst das Problem der Zulieferung: Lkws, die die Innenstadt an den drei Renntagen blockieren, gibt es schon lange nicht mehr.
Welche Qualitätsansprüche wurden umgesetzt?
Die Kulinarik ist ein großes Thema geworden. Früher gab es hauptsächlich Würstl, Wurstsemmeln und Landjäger, heute wird den Skifans eine breite Palette angeboten: vom Burger über Fish & Chips bis zu Krapfen und Mehlspeisen. Dadurch wird u. a. auch der Alkoholkonsum eingeschränkt.
Mehr Kulinarik, weniger Alkohol und die Sperrstunde um 22 Uhr. Was wird darüber hinaus geboten?
Damit die Fans nicht das Gefühl haben, etwas zu versäumen, stehen allein in der Stadt sechs Videowalls. Wer für Samstag kein Ticket hat, kann die Kitzbüheler Renn-Atmos-
phäre trotzdem genießen.
Sind Sie mit der Entwicklung der Skiparty insgesamt zufrieden?
Wir haben in Kitzbühel mit vereinten Kräften ein perfektes Produkt geschaffen, das Anerkennung findet. Darauf können wir zu Recht stolz sein.