
KI ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr
Der Andrang war enorm. Das Thema Künstliche Intelligenz zieht eben und so fanden sich etliche Unternehmer aus dem Bezirk ein, um zu hören, wie digitale Helferlein in Sachen Social Media Auftritt oder Betriebsalltag unterstützen können.
Die beiden Referenten des Vormittags, Rafael Pauley von der Wirtschaftskammer Tirol und Josef Willkommer (TechDivision GmbH), spannten einen Bogen von Basislösungen, die so mancher schon privat im Alltag ausprobiert hat, bis hin zu neuesten Werkzeugen, die in Sekundenschnelle Texte, Videos und sogar Websites aus dem Boden stampfen können.
Dreh- und Angelpunkt bei dieser neuen Tech-Welt ist der Mensch. Das machte auch WK-Obmann Hermann Huber in seinen einleitenden Worten deutlich: „Selbst wenn wir uns vielleicht nicht mit dem Thema beschäftigen wollen, Künstliche Intelligenz beschäftigt sich mit uns.“
Co-Pilot in Sachen Social Media Auftritt
Geht es um den Social Media Auftritt, steht jedenfalls das Echte, das Authentische im Mittelpunkt. Das zieht die Menschen in ihren Bann. „Social Media fängt ja schon mit Social an“, bringt es Rafael Pauley auf den Punkt. Da macht es sich schon fast kurios aus, dass die de facto seelenlose KI bei entsprechend genauen Wünschen („Prompts“) einen hübschen und wirkungsvollen Drehplan für die kommenden Instagram-Beiträge erstellen kann.
Der digitale Helfer kann in Sachen Social-Media-Auftritt ein guter „Co-Pilot“ sein, wie Pauley ausführt: „KI kann Ideen generieren, Texte schreiben, Inhalte übersetzen und anpassen, aber auch die Performance analysieren.“
Das Stichwort „genaue Prompts“ führt direkt weiter in die Untiefen der Künstlichen Intelligenz. „Sie kann auch nicht hexen, je besser die Informationen sind, mit denen ich sie füttere, desto besser das Ergebnis“, sagt Josef Willkommer. Daten sind das Futter für die KI, aber Daten sind auch sensibel, bzw. sie gehören eventuell jemand anderem. Nebenbei bemerkt – auch die eigene Datensouveränität sollte man im Blick behalten.
Der Mensch ist das Maß der Dinge
„Füttern Sie Künstliche Intelligenz im Internet nur mit Daten, die Sie auch einem Fremden auf der Straße mitteilen würden“, so Willkommer. Sensible Firmendaten, innovative Projekte etc. können nämlich ganz leicht aus der Hand geraten beim lockeren Austausch mit ChatGPT und Co. Und das nicht nur, weil momentan die bedeutendsten Anbieter von KI-Lösungen nicht in Europa sitzen.
Abgesehen von allen berechtigten Bedenken, ist Künstliche Intelligenz ein toller Sparring-Partner, der Ideen zusammenführen und bei Bedarf erweitern kann. So manche Vorhaben, die früher umständlich waren, gehen jetzt mit einem einfachen Befehl. Wichtig ist aber zu verstehen: Die Befehlsgewalt, den finalen Blick auf ein Projekt und das letzte Wort muss immer noch der Mensch haben „ ... und das wird meiner Meinung nach auch ganz, ganz lange noch so bleiben“, so Willkommer abschließend.