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Kitzbüheler Anzeiger

Kein Verständnis für Aberkennung

Margret Klausner

Von Gerhard Resch
Sie berichten in ihrer Zeitung, dass dem langjährigen Bürgermeister der Stadt Kitzbühel (1956-1974) Hermann Reisch, das verliehene Verdienstkreuz, welches er 1968 erhalten hat, entzogen wird. Begründung: Zusammen mit seinen Brüdern ist er sehr früh der NSDAP beigetreten und war der Kopf genannter Bewegung im Bezirk Kitzbühel (Leiter des Kreisamtes für Agrarpolitik).

Hermann Reisch ist in der Zwischenzeit gestorben. Von einem Verstobenen wird nun diese Auszeichnung zurückverlangt. Das ist moralisch schäbig. Entsetzt bin ich über die Unwissenheit der zuständigen Beamten oder Politiker, die sich vorab nicht informiert haben, was dieser Mann in der damals so schwierigen Zeit für Kitzbühel und seine Zukunft ermöglicht hat.

Er wurde nach dem Krieg verhaftet und sein Vermögen wurde beschlagnahmt. 1949 wurde er vom Bundespräsidenten begnadigt. Ich wurde im Jahr 1968 Mitglied des Gemeinderates und hatte das Glück mit Bgm. Hermann Reisch zusammen zu arbeiten. Er war eine außerordentliche Persönlichkeit.

Seine Geschwister waren politisch nicht so tätig, waren aber die Motoren für den Ausbau des Tourismus in Kitzbühel, in den katastrophalen 30er Jahren. Hermann Reisch kümmerte sich um den Ausbau der Infrastruktur in Kitzbühel und war sich bewusst über die Wichtigkeit des Tourismus. Sein Leitmotiv war: „Kitzbühel zuerst“.

Wir, damals jungen Vertreter im Gemeinderat, haben viel von ihm gelernt. Das Verhältnis zwischen den Parteien war sehr gut. Er war ein Nationaler und er hatte viele Anhänger in Kitzbühel, sonst wäre er nicht so lange in Kitzbühel als Bürgermeister tätig gewesen.

Die Auszeichnung des Verdienstkreuzes bekam er 1968 für seine Verdienste beim Aufbau der Nachkriegszeit und legte den Boden für den erfolgreichen Start des Tourismus in Kitzbühel. Daher ist die Rückforderung des Verdienstkreuzes eine Frechheit und eine Schande für das Land Tirol. Wir sollten stolz sein, dass wir die schwierigen Zeiten vor und nach dem Krieg so gut überstanden haben. Nur die friedliche Zusammenarbeit, das gegenseitige Akzeptieren, der Respekt und die gemeinsame Liebe zu Kitzbühel ist die Zukunft für unsere Heimatstadt.

HINWEIS: Die veröffentlichten Leserbriefe geben die persönliche Meinung der Verfasser und nicht jene der Redaktion wieder.

Das ist meine Meinung zum Leserbrief von Gerhard Resch:

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