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Kitzbüheler Anzeiger
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Stau auf der Pass-Thurn-Straße, Stau auf den Seitenstraßen: Zum Jahreswechsel stand der gesamte Verkehr in Jochberg still. Foto: Leitner

Kampf der Dörfer gegen Verkehrslawine

Verstopfte Straßen und Wege abseits der Pass-Thurn-Straße: Es gibt Tage im Jahr, da geht auf den Jochberger Verkehrsverbindungen gar nichts mehr. „Für Autofahrer gibt es dann kein Vor und kein Zurück. Im gesamten Ort steht der Verkehr“, klagt Bürgermeister Günter Resch kopfschüttelnd.

Verkehr geriet aus den Fugen

Eskaliert ist die Situation Reschs Angaben zufolge am 2. und 3. Jänner des heurigen Jahres. Ein starkes Reisewochenende, das in der ohnehin verkehrsgeplagten Durchzugsgemeinde am Fuße des Pass Thurn alles bisher Dagewesene in den Schatten stellte.

„Die Einsatzfahrzeuge kommen nicht mehr durch. Es braucht dringend Maßnahmen.“

Günter Resch, Bürgermeister von Jochberg

Weil der Stau des Urlauberverkehrs auf der Nord-Süd-Route von Kitzbühel bis nach Mittersill zurückreichte, seien die Autofahrer auf die parallel zur Hauptstraße verlaufenden Schleichwege ausgewichen, beschreibt Resch. Mit dem Ergebnis, dass der Oberhausenweg, der Saukaserweg, der Schwerterweg und der Römerweg von den Autokolonnen total verstopft wurden. Nicht nur über einige Stunden, sondern über den ganzen Tag, wie der Jochberger Bürgermeister gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger festhält. „Von 10 bis 18 Uhr ging gar nichts mehr.“

Statt Stau: Pkw fuhr über die Böschung

Um rascher an ihr Ziel zu gelangen, würden ungeduldige Autofahrer vor nichts und niemandem zurückschrecken. „Einige sind mit ihren SUVs sogar über die Böschung hinunter, um die aufgestellten Schranken zu umfahren.“

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Lange Autokolonnen verstopften den schmalen Oberhausenweg in Jochberg. Foto: Gartner

Für den Dorfchef ist jetzt das Maß voll, wie er resolut sagt. „Es ist schon schlimm genug, dass die Einheimischen nicht mehr ein- und ausfahren können. Dass aber womöglich Einsatzfahrzeuge nicht mehr durchkommen, das geht überhaupt nicht.“

Jetzt will er das Problem an den Hörnern packen und rigorose Maßnahmen einführen. Welche – das wird derzeit mit den zuständigen Behörden (Polizei, BH, Baubezirksamt)diskutiert. Resch schweben Dosierampeln vor, aber auch Absperrungen mehrerer Seitenstraßen seien denkbar. „Fährt einer auf einen Seitenweg ab, dann folgen ihm 50 weitere und dann ist der Schlamassel wieder perfekt.“ An Security-Personal denkt der Dorfchef vorerst nicht. „Ich sehe nicht ein, dass wir dafür auch noch die Kosten tragen müssen.“

Behörden werden involviert

An Jürgen Wegscheider, Leiter des zuständigen Baubezirksamts Kufstein, wurde das Anliegen bereits herangetragen. Für die von den Jochbergern erhofften Maßnahmen verweist er zusätzlich auf die Verkehrsabteilung der Bezirkshauptmannschaft. Das Baubezirksamt allein könne das Problem nicht lösen, sagt Wegscheider. „Es ist generell viel zu viel Verkehr. Aber es gibt Maßnahmen, die etabliert werden könnten.“

"Die Einbahnregelung im Dorf hat voll gegriffen. Sie bleibt über den Winter bestehen."

Stefan Jöchl, Bürgermeister von Reith

Szenenwechsel nach Reith, wo das Verkehrschaos im Dorfkern offenbar erfolgreich eingedämmt werden konnte. Wie berichtet, verordnete die Gemeindeführung mit dem Beginn der Wintersaison eine temporäre Einbahnregelung, um dem Stau im Ortskern über die Wintermonate Einhalt zu gebieten – zusätzlich zu zwei Security-Mitarbeitern, die für die Einhaltung sorgen. Diese Maßnahme habe voll gegriffen, freut sich Bgm. Stefan Jöchl.

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In Reith hat sich die Einführung einer temporären Einbahnregelung bewährt. Das Verkehrschaos im Dorfkern ist an den Spitzentagen ausgeblieben.
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