
Hochfilzen gilt als schneereichster Ort Tirols und ist ein Biathlonzentrum.
Hochfilzen bereitet sich auf WM vor
Sogar der ehemalige, wortgewaltige ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel räumte ein, „dass die Biathlon-WM auch einen hohen touristischen Stellenwert hat. Ich habe Biathlon früher gänzlich falsch eingeschätzt; ich dachte nicht, dass der Sport so ein Renner wird.“ Und welcher Renner diese Sportart wirklich ist, zeigen alljährlich die Einschaltquoten des Biathlon-Weltcups – der auch jährlich in Hochfilzen ausgetragen wird.
Dass in Hochfilzen für die Biathlon-Elite ein modernes Trainings- und Wettkampfzentrum entstanden ist, das auch für den Nachwuchs und andere Sparten genutzt werden kann und dadurch das gesamte Pillerseetal enorm aufgewertet wurde, lässt nicht nur das Touristiker-Herz von TVB-Geschäftsführer Christof Willms höherschlagen, sondern freut auch Hochfilzens Bürgermeister Konrad Walk.
An diesem Wochenende steht in Hochfilzen der Biathlon-Weltcup auf dem Programm (siehe Seite 60), doch auch die Weltmeisterschaft 2028 wirft bereits ihre Schatten voraus. Die Grenzgemeinde ist von 8. bis 20. Februar 2028 Gastgeber der Biathlon-Elite. Die Freude über den Zuschlag im Vorjahr war in der Region groß.
Bereits vor der Weltmeisterschaft 2017 wurden der Ort sowie die Wettkampfstätten auf den neuesten Stand gebracht. Rund 20 Millionen Euro wurden damals in die Infrastruktur investiert. Errichtet wurde unter anderem ein neues Team- und Servicegebäude mit 30 Wachs- und Servicekabinen sowie 30 Umkleideräumen. Eine neue Indoorschießanlage mit Laufband wurde gebaut und die Skirollerbahn im Rahmen der Vorbereitung um über einen Kilometer verlängert.
Doch es wurde nicht nur in die Wettkampfstätten investiert – auch der Ort selbst wurde „WM-fein“ gemacht. Vor rund elf Jahren wurde das bestehende Kulturhaus um etwa 720.000 Euro aufgewertet, wie der Kitzbüheler Anzeiger berichtete. Eine neue Zufahrtsstraße zum Truppenübungsplatz – die auch die Bachlbauer-Siedlung entlastet – wurde errichtet.
„Wir haben damals schon sehr viel investiert“, sagt Dorfchef Konrad Walk, der vor zehn Jahren das Bürgermeister-Amt von Sebastian Eder übernommen hat. Der Wunsch nach einem barrierefreien Bahnhof bleibt weiter schwer realisierbares Ziel. Der Bahnhof Hochfilzen ist sowohl für Einheimische als auch für Biathlon-Fans wichtig, da viele Besucher zu den Weltcuprennen mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Auch bei der WM 2028 spielt die ÖBB eine zentrale Rolle. Bereits vor der WM 2005 wurde der Bahnhof umfassend saniert.Walk kämpft jedoch seit Jahren für eine Verbesserung im Sinne der Barrierefreiheit. Ein Einbau von Liften scheitert unter anderem an technischen Gegebenheiten der Bahnsteige. Für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind die Stiegen kaum überwindbar – ebenso wenig für Eltern mit Kinderwagen. Walk hatte gehofft, dass mit dem WM-Zuschlag für 2028 erneut ein größerer Bahnhofsumbau erfolgen könnte. „Es wurden uns Verbesserungen zugesagt, etwa im Bereich der Beleuchtung. Von Barrierefreiheit sind wir aber leider weit entfernt“, muss Walk eingestehen. Es hapert auch an der Finanzierung.
Ein weiterer Wunsch der Gemeinde betrifft die Sanierung des Kulturhauses. „Die Lüftung und die Beleuchtung sind nur zwei Punkte, die gemacht werden müssen“, erklärt Walk. Hier sei man bereits mit dem Land wegen möglicher Förderungen in Verhandlungen. Einige Straßensanierungen stünden ebenfalls in den nächsten Jahren noch an. Allerdings seien viele Projekte bereits vor der WM 2017 umgesetzt worden.
„Wir wollen der Welt auch zeigen, dass wir im Beleuchtungssektor hochmodern sind. Daher wollen wir noch einiges im Bereich LED-Straßenbeleuchtung umsetzen“, betont Walk. Die Ausrichtung der Weltmeisterschaft sei für Hochfilzen nicht nur eine Ehre, sondern auch eine finanzielle Chance. Auch das neue Feuerwehrhaus sollte bis dahin fertiggestellt sein, hoffen die Verantwortlichen.
Beim Tourismusverband Pillerseetal wird ebenfalls bereits an den Vorbereitungen gefeilt, wie Geschäftsführer Christof Willms bestätigt. Besonders im Hinblick auf Schneesicherheit sind mehrere Projekte in Planung. So sollen in St. Ulrich und Hochfilzen professionelle Schneedepots entstehen. Nutznießer seien nicht nur die WM-Teilnehmer, sondern auch die Langläufer der Region, stellt Willms klar.
Projektträger werden die beiden Gemeinden sein. „Wir wollen uns als nordische Region besser positionieren“, sagt Willms, der betont, „dass wir daran arbeiten, dass Biathlon in der gesamten Region wieder stärker spürbar wird.“ Ein Punkt, der auch für die WM 2028 wichtig sein wird, ist das Rahmenprogramm. „Im sportlichen Bereich waren wir in den letzten Jahren auch schon top, das Rahmenprogramm ist aber ein bisschen zu kurz gekommen“, räumt Willms ein. Daran werde bereits gearbeitet.
„Die Verbesserungen am Bahnhof wurden uns zugesagt, ein Komplettumbau wird nicht kommen.“
Bürgermeister Konrad Walk
„Wir arbeiten daran, dass Biathlon in der Region wieder stärker spürbar wird.“
TVB-Geschäftsfüher Christof Willms