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Kitzbüheler Anzeiger
Flugraumüberwachung Hahnenkamm Rennen 2026
Sie haben den Flugraum über Kitzbühel genau im Blick: Klaus Egger und Toni Rainer entscheiden, wer ins Sperrgebiet einfliegen darf und wann Hubschrauber oder Drohnen abheben dürfen.

Hochbetrieb am Himmel über Kitzbühel

Donnerstagvormittag am Ganslernparkplatz. Keine Trainingsläufe, keine Rennläufer auf der Strecke – und trotzdem herrscht Hochbetrieb. In einem unscheinbaren Büro, nur wenige Schritte vom Ganslernhang entfernt, laufen die Fäden für einen der sensibelsten Bereiche der Rennwoche zusammen: den Himmel über Kitzbühel.

Hier arbeitet Klaus Egger, Flugraumkoordinator der Hahnenkamm-Rennen. Sein eigentlicher Beruf: Pilot bei der ÖAMTC Flugrettung. In dieser Woche aber sorgt er dafür, dass sich über Kitzbühel niemand in die Quere kommt – weder Hubschrauber, noch Drohnen, noch die Jets der Flying Bulls.

Funkrauschen statt Rennatmosphäre
Der Funk läuft ohne Pause. TV-Drohnen wollen ihre Speedflüge üben, zwei Transporthubschrauber pendeln Material auf den Berg, die Verantwortlichen der großen Drohnenshow nach den Siegerehrungen testen ihre Systeme. Und jederzeit kann ein Rettungshubschrauber durchfliegen müssen, um Verletzte aus der gesamten Region ins Krankenhaus zu bringen.

„Den Überblick zu behalten ist gar nicht so einfach“, sagt Egger – und lächelt. Für Außenstehende ist es kaum vorstellbar, wie komplex die Flugraumkoordination inzwischen geworden ist. Mit gutem Grund ist der Luftraum über Kitzbühel während der Hahnenkamm-Rennen absolutes Sperrgebiet. Kein Flugzeug, kein Hubschrauber und keine Drohne darf ungefragt einfliegen. Selbst Rettungshubschrauber müssen sich vorab bei Klaus Egger anmelden.
„Früher waren es fast nur Hubschrauber“, erklärt Egger. „Wir Piloten sind es gewohnt, uns untereinander zu koordinieren. Doch Drohnenpiloten sind Experten fürs Filmen, aber nicht für die Fliegerei.“

„Wir Piloten sind es gewohnt, untereinander zu kommunizieren. Doch für Drohnenpiloten ist das neu.“

Klaus Egger, Flugraumkoordinator HKR

Kitzbühel Vorreiter in Sachen Professionalität
Eine derart umfassende Flugraumkoordination gibt es sonst bei keiner Sportveranstaltung in Österreich. Vergleichbar sei das nur mit Hochsicherheitsereignissen wie dem Wirtschaftsforum in Davos oder G7-Treffen.

Entsprechend wichtig ist der kontrollierte Luftraum auch für die spektakuläre Flugshow der Flying Bulls. „Ohne gesicherten Flugraum würden wir hier nicht fliegen“, sagt Simon Pircher, Flugkoordinator der Flying Bulls, der eigens für zwei Tage nach Kitzbühel kommt. Insgesamt absolviert die Flugstaffel rund 60 Shows pro Jahr – in Österreich aber nur bei wenigen ausgewählten Events.

Für Klaus Egger beginnt die Woche deshalb nicht erst mit dem ersten Funkruf. Rund zwei Monate vorher starten die Planungen – Genehmigungen und Absprachen mit Land und Ministerium sogar ein halbes Jahr im Voraus.

Unterstützt wird er dabei von Toni Rainer, seit 15 Jahren Pilot bei den Hahnenkamm-Rennen. Er kennt die Streif wie kaum ein anderer, ist während Auf- und Abbau vor Ort und übernimmt in dieser Zeit die Koordination. Er betont: „Ich kenne keine andere Veranstaltung, wo das so gut organisiert ist.“

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