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Kitzbüheler Anzeiger
75Jahre-Ideenreise_Pancheri

Hanna Dunkelberg (2.v.l.) gewann den Wettbewerb Ideenreise 2025. Im Rahmen des Kitzbüheler-Anzeiger-Jubiläumsfestes erfolgte die Preisverleihung.

"Habe immer ein paar Ideen auf Lager"

Im Sommer holte Hanna Dunkelberg den ersten Platz beim Wettbewerb Ideenreise. Im Interview spricht sie über ihre Erfahrungen.

Das Siegerprojekt „Ortsatelier – Dialog.formt.Räume“ beschäftigt sich mit öffentlichen Bauvorhaben und der entsprechenden Kommunikation mit der Bevölkerung. Geht es da um mehr Bürgerbeteiligung?

Es geht nicht unbedingt um Beteiligung, sondern eher um die Möglichkeit, dass man sich über große kommunale oder private Projekte informieren kann. Es gibt sicher eine Hemmschwelle, ins Amt zu gehen und sich dort Informationen zu beschaffen. In der Umsetzung würde das Ortsatelier in der ersten Stufe des Dialogs als Kommunikator dienen, um darzustellen, was bei einem entsprechenden Bauvorhaben überhaupt passieren soll.

Es gibt immer wieder die Situation, dass Informationen entstehen, die aber nicht die Realität widerspiegeln. In der zweiten Stufe des Dialogs können dann Rückmeldungen eingeholt werden, z.B. indem gezielte Fragen an die Bevölkerung gestellt werden, deren Input sich dann die Politik zu Nutze machen kann. In der dritten Stufe des Dialogs könnte man die Bürger in gewissem Rahmen beteiligen, z.B. indem man auf Ideen aus der Bevölkerung zurückgreift und sie mit deren Hilfe umsetzt.

Wie ist diese Idee entstanden ?

Durch meinen beruflichen Kontext habe ich mitbekommen, dass man Prozesse durch Kommunikation eventuell vereinfachen könnte und in weiterer Folge – wenn es an die Umsetzung geht – die Bürger erreichen könnte.

An wen richtet sich das Konzept?

Im Grunde an die Entscheidungsträger der Gemeinden, weil sie ja diejenigen wären, die sich dieses Werkzeugs bedienen können, wenn größere kommunale Projekte anstehen, die eventuell Konfliktpotenzial bieten bzw. die man einfach nur kommunizieren möchte. So lässt sich Bewusstsein schaffen und auch Transparenz. Die Bürger interessieren sich für den Ort, in dem sie leben, sie wollen sich dort wohlfühlen. Daher glaube ich, dass ein solches Konzept durchaus Potenzial aufweist.

Besteht womöglich hier und da die Sorge, dass sich durch so eine Initiative zu viele Leute in den Bau-Entscheidungsprozess „einmischen“ würden?

Aus der Erfahrung heraus muss mit diesem Thema feinfühlig umgegangen werden, da es ansonsten für keine Seite befriedigend ist. Es dürfen der Politik nicht die Karten aus der Hand genommen werden, aber der Bürger darf auf der anderen Seite auch nicht vergessen werden. Der Vorteil des Dialogs ist es, dass die Bürger sich informieren sowie bei Gelegenheit Input einbringen können, ohne dass die Politik in ihrer Entscheidungsbefugnis und Freiheit beschnitten wird. Im Grunde ist es also eine Win-Win-Situation.

Was hat dich dazu bewogen, bei der Ideenreise mitzumachen?

Ehrlich gesagt habe ich immer ein paar Ideen auf Lager und ich finde das Konzept einfach extrem cool. In der Region könnte aufgrund einer solchen Initiative ein Riesen-Mehrwert entstehen, wenn diese Ideen dann in die Tat umgesetzt bzw. verbreitet werden und man daraus wirklich etwas macht.

Gibt es schon konkrete Umsetzungspläne für das Ortsatelier?

Derweil habe ich die Idee noch nicht weiter forciert, bin aber offen für weitere Entwicklungen, wenn Entscheidungsträger hierbei einen Bedarf sehen.

Gab es für dich eine Hemmschwelle, am Wettbewerb teilzunehmen?

Nein, da habe ich eigentlich überhaupt nicht darüber nachgedacht. Ich habe im Vorfeld natürlich auch nicht gewusst, was auf mich zukommt, aber ich finde meine Idee gut und war gespannt, ob die Jury das genauso sieht.

Wie war der Prozess für dich?

Es werden ja begleitend Workshops ausgeschrieben, wie man Ideen einreicht usw. – das finde ich super und das sollte so beibehalten werden. Ich selbst bin da aber nicht dabeigewesen.

Gibt es aus deiner Sicht im Bezirk Platz für weitere Initiativen im Sinne einer Bottom-Up-Bewegung?

Aus meiner Sicht auf alle Fälle. In der Bevölkerung gibt es so viel Potenzial, von dem man gar nicht weiß, dass es da ist, bzw. wie man darauf zugreifen kann, weil womöglich manche gar nicht wissen, wie man sich einbringen kann.

Über 70 Ideen eingreicht

Die zweite Auflage des Wettbewerbs Ideenreise wurde dieses Jahr von der Sparkasse Kitzbühel, vom Innovationsnetzwerk des Bezirkes (INK) sowie vom Kitzbüheler Anzeiger getragen. Eine Expertenjury hatte die schwierige Aufgabe, aus den mehr als 70 Einsendungen die Sieger zu küren. Dieses Jahr holte Hanna Dunkelberg mit ihrer Einreichung „Ortsatelier – Dialog.formt.Räume“ den Sieg. Auf dem zweiten Platz landeten Christina Feiersinger mit Tiny Kitz sowie Anna Wolfartstätter mit ihren Rooftop Siedlungen. Den dritten Platz bei der diesjährigen Ideenreise holte Heidemaria Abfalterer mit ihrer Einreichung „Kreativ bleiben – trotz KI“.