
"Es wurde so viel geweint wie nie zuvor"
Drei Rennen, die an Spannung nicht zu überbieten waren. Ein ausbleibender Wetterkrimi, was Kitzbühel ausnahmsweise über die gesamte Woche trockenes Wetter bescherte und den Veranstalter nicht mit Rennverschiebungen forderte. Stattdessen an drei Tagen 87.000 jubelnde Fans vor Ort und ein Millionenpublikum daheim vor den Fernsehgeräten.
„Unser Wunschzettel an das Christkind hat sich erfüllt. Besser hätte es gar nicht laufen können“, freute sich K.S.C.-Präsident Michael Huber, der sich einzig und allein „ein paar Sonnenstrahlen für die Abfahrt und den Slalom“ erhofft hatte.
Unter dem Strich aber war alles Paletti. Und trotzdem wird die 86. Auflage der Hahnenkamm-Rennen aus ganz besonderem Grund in die Annalen des Kitzbüheler Ski Clubs eingehen. Für den Präsidenten waren sie nämlich die emotionalsten Hahnenkamm-Rennen überhaupt. „So viel geweint wie heuer wurde noch nie zuvor.“
„Im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit zeigen Athleten sehr selten derart große Emotionen.“
Michael Huber, K.S.C.-Präsident
Dass die Protagonisten der spektakulären Rennen nach Sieg oder Niederlage ihren Gefühlen freien Lauf ließen, beschäftige ihn sehr, gibt Huber zu. „Im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit flossen bei Odermatt, Franzoni, Feller und Braathen die Tränen. Das ist schon ungewöhnlich vor laufenden Kameras.“ Dennoch seien derart große Emotionen nur allzu menschlich. „Sie sind ein Teil des Sports“, ist Huber überzeugt.
Abfahrtstrainings wurden gestürmt
Große Freude hatte der K.S.C.-Präsident überdies mit der neuen Tribüne sowie mit der Umgestaltung des Zielgeländes am Ganslernhang. Beide Neuerungen seien gekommen um zu bleiben, wie Huber versichert. Bestehen bleiben werde auch der kostenlose Eintritt zu den beiden Abfahrtstrainings, die sich heuer überaus regen Andrangs erfreuten. Den Besuchern werde Programm und Infrastruktur beinahe wie an den Renntagen geboten, schildert Huber zufrieden und verweist auf die Live-Übertragung durch den ORF.
„Für Fellers Gondelparty werden alle Grenzen gesprengt, das kann ich schon jetzt versprechen.“
Michael Huber, K.S.C.-Präsident
Schon jetzt beschäftigen sich die Funktionäre des Kitzbüheler Ski Clubs mit der Ausrichtung zweier Gondelparties, die im Sommer bevorstehen. Während für Giovanni Franzoni unter dem Motto „Italia, Pizza und Pasta“ „una festa incredibile“ auf die Beine gestellt wird, soll die Gondelparty für Lokalmatador Manuel Feller „alle Grenzen sprengen“, verspricht Huber. Eines ist schon jetzt sicher: Ungewöhnlich werden beide Events – und es dürfen auch neuerlich die Tränen fließen.

Zuschauer und TV-Quoten: Das Publikumsinteresse am Skispektakel ist ungebrochen hoch.
Fans vor Ort: Jeweils 21.000 Fans wurden zum Super-G (Freitag) und zum Slalom (Sonntag) gezählt. Das auf 45.000 Besucher limitierte Abfahrtsrennen war schon Tage zuvor ausverkauft.
Super-G im TV: Den Super-G am Freitag verfolgten in Österreich 850.000 Zuseher (ORF) und in Deutschland 870.000 Skifans (ARD)
Quotenhit Abfahrt. 1,58 Millionen Österreicher waren auf der Streif via TV live dabei, in Deutschland waren es 2,35 Millionen. Knapp 400.000 sahen sich die Übertragung der Siegerehrung an.
Fellers Sieg. 1,52 Millionen Skifans verzeichnete der ORF beim zweiten Slalom-Durchgang, der damit nahezu ähnlich hohe Einschaltquoten erzielte wie das Abfahrtsrennen.
Auch das Interesse an den ORF-Dokumentationen und Magazinsendungen rund um die Hahnenkamm-Rennen konnte sich sehen lassen. So widmete sich Journalistin Lisa Gadenstätter am Mittwochabend in der neuen Doku „Nach dem Sturz“ den Sicherheitsvorkehrungen auf der Streif und besuchte drei ehemalige Athleten, die dort schwere Stürze erlitten hatten. 344.000 ORF-Zuseherinnen und -Zuseher schalteten ein. Den Abschluss machte am Sonntagabend „Sport am Sonntag“ aus Kitzbühel (461.000 Seherinnen und Seher), gefolgt von „Kitzbühel 26 – Promis, Partys, Pistentratsch“ um 20.15 Uhr (634.000) sowie der neuen Doku „Wir sind Kitzbühel – Platzhirsche und Zua’graste“ um 21.05 Uhr (523.000). Fast alle Sendungen sowie die Rennen sind weiterhin auf ORF ON abrufbar. Quelle: KSC
Veranstalter mit der Fanzone zufrieden: Tausende feierten friedliches Skifest
Die Alkohol-Exzesse der Vergangenheit sind wohl passé: In der Innenstadt feierten tausende Besucher eine riesige Skiparty. Die strengen Auflagen wurden allesamt eingehalten.
Mit dem Prädikat „sensationell“ bezeichnen Thomas Rass und Uli Dorner den Verlauf der heurigen Skiparty. Im Auftrag der Stadtgemeinde managen die beiden seit vielen Jahren die Fanzone in der Innenstadt. Die oberste Prämisse: „Das Hahnenkamm-Rennen soll kein Massenbesäufnis, sondern ein Skifest sein.“
Große Wirkung zeigte, so Thomas Rass erfreut, abermals das Ausschankverbot von harten Alkoholika auf öffentlichen Plätzen. Wie berichtet, dürfen Spirituosen an den Ständen nur noch verdünnt – also mit Wasser oder Limonaden aufgespritzt – verkauft werden.
Lenkung der Besucherströme
Gelungen sei heuer außerdem die Lenkung der Besucherströme. Positiv dazu beigetragen habe eine weitere Bühne, die erstmals im Volksschul-Hof errichtet wurde, sagt Rass: „Durch vermehrtes Entertainment teilen sich die Fans in der Stadt besser auf. “
