
Energiegemeinschaften bieten viele Vorteile
Strom aus der Steckdose ist für die meisten von uns selbstverständlich. Wie er dorthin gelangt, bleibt jedoch oft abstrakt – da will man dann meist auch nicht wirklich „dran rühren“. Genau hier setzt die Informationsarbeit rund um Energiegemeinschaften an: Was ist eine Energiegemeinschaft? Wie funktioniert sie? Muss dafür der Stromanbieter gewechselt werden? Und wie steht es um die Versorgungssicherheit? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt eines Informationsabends der Klima- und Energiemodellregion Hohe Salve (KEM).
Der erzeugte Strom wird aufgeteilt
Eine Energiegemeinschaft besteht aus mehreren Mitgliedern, wie etwa Privatpersonen, Unternehmen oder Gemeinden, die erneuerbare Energiequellen gemeinsam nutzen. Der erzeugte Strom wird innerhalb der Gemeinschaft verteilt, nicht verbrauchte Energie in das öffentliche Netz eingespeist. Der Energiebedarf, der von der Gemeinschaft nicht gedeckt werden kann, wird weiterhin vom herkömmlichen Stromlieferanten bezogen. Ein Wechsel des Anbieters ist dafür nicht erforderlich.
Es zeigt sich: In der KEM gibt es bereits zahlreiche positive Beispiele. Dabei wird deutlich, welche Vorteile Energiegemeinschaften bieten – und dass niemand befürchten muss, ohne „Saft“ dazustehen, nur weil er oder sie Teil davon ist. Energiegemeinschaften gelten als wirkungsvolles Instrument, um regional erzeugten Strom besser zu nutzen und in der Region zu halten. Sie bringen Erzeuger direkt mit regionalen Verbrauchern zusammen und stärken damit die lokale Wertschöpfung. „Bereits heute kann der Strombedarf der Region – rein rechnerisch – durch regionale erneuerbare Energie, vor allem Wasserkraft und zu einem Teil Photovoltaik, abgedeckt werden“, betont KEM-Manager Michael Kirchmair.
Gleichzeitig können sowohl Erzeuger als auch Konsumenten von steuerlichen Vorteilen profitieren. Zudem fördern Energiegemeinschaften das Bewusstsein dafür, wie Energie vor Ort entsteht und sinnvoll genutzt werden kann.
KEM-Gemeinden gehen voran
Die Gemeinden der Region Hohe Salve übernehmen dabei eine Vorreiterrolle. So speist der Abwasserverband Wörgl–Kirchbichl (ARAB GmbH) Biogas, das aus Speiseresten und Abwasser gewonnen wird, in eine Energiegemeinschaft ein. In den Gemeinden Angerberg, Kirchbichl und Itter sind sämtliche öffentlichen Gebäude als Verbraucher Teil von Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften. Darüber hinaus plant die Gemeinde Angerberg ein eigenes Trinkwasserkraftwerk, dessen Energie ebenfalls in eine Energiegemeinschaft eingebracht werden soll. Weitere Projekte sind bereits in Vorbereitung, so Kirchmair. „Wir haben in der Region eine flächendeckende Abdeckung an Energiegemeinschaften, das heißt: Jeder kann mitmachen. Jede Kilowattstunde zählt“, sagt Kirchmair. Das Thema Energie ist ein wichtiger Baustein für die Gesamtvision der Klima- und Energiemodellregion Hohe Salve: „Eine Region, die durch gemeinsames Handeln, mutige Ideen und innovative Lösungen zu einem echten Zukunftsraum wird.“