
Zieht sich zurück: Andreas Fuchs-Martschitz
Ein Abschied mit viel Getöse und harter Kritik
Er war nie ein Politiker der leisen Töne – und auch sein Abschied aus dem Gemeinderat vollzog sich mit einem finalen Rundumschlag: Andreas Fuchs-Martschitz zieht sich nach drei Jahren im Stadt- bzw. Gemeinderat aus gesundheitlichen Gründen mit Ende des Jahres aus der Lokalpolitik zurück.
Der ehemalige Zahnarzt Fuchs-Martschitz war nach den Gemeinderatswahlen vor drei Jahren ins Kitzbüheler Rathaus eingezogen. Er war damals einer von vier Bürgermeisterkandidaten und erhielt bei seiner ersten Wahl 18,37 Prozent der Wählerstimmen. Die „Unabhängigen Kitzbüheler“ erzielten insgesamt drei Mandate.
In der jüngsten Kitzbüheler Gemeinderatssitzung nahm Fuchs-Martschitz Abschied – nicht ohne einen letzten, kritischen Rundumschlag.
Kritik an Strukturen und Entwicklungen
In seiner emotionalen Abschiedsrede bedankte sich der scheidende Gemeinderat bei zahlreichen Kolleginnen und Kollegen für die konstruktive Zusammenarbeit. Er würdigte die Leidenschaft und das Verantwortungsbewusstsein vieler Mandatare sowie die engagierte Arbeit in Rathaus und städtischen Betrieben. Zugleich äußerte er jedoch deutliche Kritik an Strukturen und Entwicklungen innerhalb der Stadtpolitik. Er habe mit Leidenschaft, Verantwortungsbewusstsein und kritischem Geist gearbeitet.
Besonders scharf fiel seine Kritik an Bürgermeister Klaus Winkler aus, der die Abschiedsrede kommentarlos zur Kenntnis nahm. Unter dessen Führung, polterte Fuchs-Martschitz, sei der Gemeinderat „von einem demokratischen Gremium zu einer bloßen Abstimmungsmaschine verkommen“. Er empfinde „Abscheu“. Kritische Stimmen würden ignoriert, Debatten verhindert und Entscheidungen allein durch die Mehrheit des Bürgermeisters und seiner Partner durchgesetzt, so der scheidende Mandatar.
Enttäuscht zeigte sich Fuchs-Martschitz auch vom Verhalten einzelner Gemeinderäte. Namentlich warf er Stadtrat Alexander Gamper (FPÖ) einen vollständigen politischen Kurswechsel zugunsten des Bürgermeisters vor. Gamper sei ein „Fähnchen im Wind“.
Neben der Kritik blickte der scheidende Gemeinderat auch auf aus seiner Sicht bedeutsame Erfolge zurück. So schreibt er sich unter anderem die österreichweite Aufmerksamkeit für das Thema illegaler Freizeitwohnsitze, die Verhinderung der Bebauung des Griesparkplatzes sowie die Umsetzung der Sanierung des Stadtbades zu.
Mit gemischten Gefühlen verlasse er die Kommunalpolitik – dankbar für gute Zusammenarbeit, zugleich aber besorgt über den Zustand der lokalen Demokratie. Das Plenum nahm seinen Abgang zur Kenntnis und ging anschließend zur Tagesordnung über.
Nothegger übernimmt UK-Fraktion
Wie UK-Stadträtin Traudi Nothegger informierte, wird sie künftig die Funktion der Fraktionsführerin der „Unabhängigen Kitzbüheler“ übernehmen. Wer in den Gemeinderat nachrückt ist noch nicht bekannt.