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Kitzbüheler Anzeiger
Werksleitung Egger St. Johann

Die Werksleitung St. Johann vor der neuen Turbine: Mario Sevignani, Michael Happ, Johannes Salvenmoser und Martin Reinberger (v.l.)

Egger-Kraftwerk erzeugt erstmals Strom

Ein wichtiger Meilenstein beim Energie- und Umweltprojekt von Egger in St. Johann ist erreicht: Das neue Kraftwerk im Stammwerk hat im Mai erstmals Strom erzeugt. Seit dem Baustart im Frühjahr 2024 investiert der Holzwerkstoffhersteller rund 80 Millionen Euro in die nächste Ausbaustufe des Standortes.

Das Herzstück der Anlage ist ein neues Kraftwerk mit Dampfkessel und Kraft-Wärme-Kopplung auf Basis biogener Brennstoffe. Es soll künftig sowohl Wärme als auch erstmals Strom für die eigenen Produktionsprozesse liefern. Dafür wurde eine 14,5-MW-Turbine installiert, die pro Jahr rund 100.000 MWh elektrische Energie erzeugen soll.

Mit der ersten Stromproduktion beginnt nun das schrittweise Hochfahren der Anlage. Der Projektabschluss und der Übergang in den Vollbetrieb sind für das dritte Quartal 2026 geplant. Im Normalbetrieb soll das Werk künftig erdgasfrei arbeiten. Zudem ist vorgesehen, mindestens 70 Prozent des Eigenstrombedarfs am Standort selbst zu decken.

Auch für die Region soll das Projekt positive Auswirkungen haben. Durch das neue Kraftwerk kann die Fernwärmeversorgung in St. Johann und Oberndorf weiter ausgebaut werden. Als Brennstoffe kommen Biomasse, biogene Produktionsrückstände aus der Holzaufbereitung sowie stofflich nicht verwertbare Holzabfälle zum Einsatz.

Projektleiter Hans Feiersinger bezeichnet die erste Stromproduktion als wichtigen Abschnitt in der technischen Umsetzung. Nun liege der Fokus auf dem stabilen Hochfahren und der weiteren Integration der Anlage in den laufenden Betrieb. Johannes Salvenmoser, Werksleitung Produktion und Technik in St. Johann, betont, dass Egger damit unabhängiger von volatilen Energiemärkten werde und die Produktionsprozesse langfristig absichere.

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