Zum Inhalt springen
Job AnzeigerImpulsTrendig MagazinServus
Kitzbüheler Anzeiger
a_wieshofermühle_52_2025_Huber

Lukas Krainz und Caroline Krainz-Gasteiger brennen für die Wieshofermühle und ihre Produkte.

Die Wieshofermühle: Tief verwurzelt in der Region

Die Wieshofermühle in St. Johann ist mehr als ein Produktionsbetrieb – sie ist ein Stück gelebter Regionalgeschichte. Seit Generationen wird hier Getreide verarbeitet. Heute steht der Familienbetrieb sinnbildlich für ein Miteinander von Tradition und Moderne – und vor allem für eine enge, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den heimischen Bauern und Landwirten.
Umso mehr schmerzt es Geschäftsführer Lukas Krainz, dass seine Aussage, die als ironischer Kommentar gedacht war, für Irritationen sorgte. Im Rahmen des „Rauchzeichen-Events“ erzählte er von seinem beruflichen Weg und den Herausforderungen, die ihm so manche schlaflosen Nächte bescherten. Der Spruch „Eigentlich müsste ich Landwirt sein, weil im Jammern bin ich sehr gut“, sollte niemals den Bauernstand abwerten, sondern war Ausdruck eines persönlichen Moments, einer selbstkritischen Reflexion über Arbeitsbelastung, Verantwortung und Druck – Themen, die Müller und Landwirte gleichermaßen kennen.

Parallelen zwischen Müllern und Bauern
„Ich habe mich selbst auf die Schippe genommen, nicht andere“, stellt Lukas Krainz klar und erklärt weiter: „Ohne die Landwirtschaft gäbe es unsere Arbeit nicht. Bauern sind unsere wichtigsten Partner – wirtschaftlich wie menschlich.“ Die Parallelen zwischen Landwirtschaft und Müllerei seien offensichtlich: lange Arbeitstage, wenig Urlaub, hohe Investitionen und eine tiefe Verwurzelung mit Hof und Betrieb.
Dass die Verbundenheit mit der Landwirtschaft keine leere Floskel ist, zeigt sich auch in der täglichen Arbeit. Die Wieshofermühle arbeitet überwiegend mit regionalen Landwirten zusammen, kauft Getreide direkt ab Hof und setzt auf langfristige Beziehungen statt kurzfristiger Marktlogik. Gerade kleinere und mittlere Betriebe finden hier einen verlässlichen Abnehmer und Ansprechpartner.

Qualität steht im Mittelpunkt
„Wir kennen unsere Lieferanten persönlich, wissen, wie sie arbeiten, und schätzen diese Qualität“, erklärt Lukas Krainz.
Das zeigte sich unter anderem auch beim Erntefest, das vergangenen Herbst gemeinsam mit den Bauern der Region organisiert wurde, um den Menschen zu zeigen, wie eng Produktion, Landwirtschaft und Ernährung miteinander verbunden sind. „Nur gemeinsam schließen wir den Kreis vom Acker bis zum Lebensmittel“, bringen es die Geschwister auf den Punkt.

Trotz wirtschaftlicher Herausforderungen – vom Strukturwandel der Branche bis hin zu globalen Krisen – hält die Wieshofermühle an diesem Weg fest. Regionalität, Transparenz und Handschlagqualität sind keine Marketingbegriffe, sondern gelebter Alltag. Investitionen in Nachhaltigkeit, erneuerbare Energie und moderne Technik sollen den Betrieb zukunftsfit machen, ohne seine Wurzeln zu verlieren.
Diese Klarstellung ist daher auch ein Zeichen des Respekts: gegenüber der Landwirtschaft, gegenüber langjährigen Partnern und gegenüber einer Berufsgruppe, die – wie die Müllerei selbst – oft im Hintergrund arbeitet, aber unverzichtbar ist.