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Kitzbüheler Anzeiger

Die letzte Ruhe im Wandel

Allerheiligen ist jener Tag, an dem die Friedhöfe ganz besonders ins Bewusstsein rücken. Gräber werden geschmückt, Kerzen angezündet, Blumen niedergelegt. Viele Familien treffen sich, um gemeinsam ihrer Verstorbenen zu gedenken. Gerade bei uns am Land gehört der Friedhofsbesuch für viele noch selbstverständlich zu diesem Feiertag. Ein Blick über die Friedhofsmauern hinaus zeigt allerdings, dass sich einiges verändert.

Wer heute durch die Reihen geht, dem fallen nicht nur die gepflegten Gräber auf, sondern auch jene, die längst aufgelassen wurden. Wo früher über Generationen hinweg die Namen einer Familie standen, wächst heute mitunter Gras.

Auch die Bestattungsrituale haben sich gewandelt. Der Trend geht zunehmend zur Feuerbestattung. Urnengräber benötigen weniger Pflege und werden für Angehörige damit auch weniger zur Belastung. Gerade in den Städten verliert der Friedhof als selbstverständlicher Ort des Gedenkens zunehmend an Bedeutung.

Immer beliebter werden deshalb alternative Bestattungsformen, allen voran Waldfriedhöfe und Bestattungswälder. Die Vorstellung, unter einem Baum mitten in der Natur die letzte Ruhe zu finden, spricht immer mehr Menschen an. Kein klassisches Grab, kein Grabstein, keine aufwendige Pflege und keine konfessionellen Vorgaben. Stattdessen ein Baum, der weiterwächst und zum Ort der Erinnerung wird.

Dass nun auch in der einen oder anderen Gemeinde über die Errichtung solcher Waldfriedhöfe nachgedacht wird, ist daher durchaus zu begrüßen.

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