
Der Arbeitsmarkt im Bezirk war im ersten Halbjahr sehr robust
Die Arbeitslosigkeit im Bezirk Kitzbühel ist im ersten Halbjahr um 5,5 Prozent gesunken – gegen den bundesweiten Trend. Demografischer Wandel, Fachkräfteausbildung und Altersarbeitslosigkeit bleiben zentrale Herausforderungen.
Rückgang um 5,5 Prozent
„Trotz der angespannten wirschaftlichen Lage zeigt sich der Arbeitsmarkt im Bezirk Kitzbühel robust. Die Beschäftigung bleibt hoch, die Arbeitslosigkeit ging zurück und die Arbeitslosenquote ist – abgesehen von saisonalen Schwankungen – weiterhin vergleichsweise niedrig“, berichtet Manfred Dag, Leiter des Arbeitsmarktservice (AMS) Kitzbühel.
Im Durchschnitt waren im ersten Halbjahr 1.139 Personen beim AMS Kitzbühel arbeitslos vorgemerkt. Das entspricht einem Rückgang von 5,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Während die Zahl der Arbeitslosen in Tirol um 0,8 Prozent und österreichweit um 2,7 Prozent anstieg, entwickelte sich der Arbeitsmarkt im Bezirk Kitzbühel günstiger. „Auch die Arbeitslosenquote unterstreicht diese positive Entwicklung. Sie lag im Bezirk Kitzbühel durchschnittlich bei 4,0 Prozent, in Tirol bei 4,9 Prozent und damit deutlich unter dem österreichweiten Wert von 8,0 Prozent“, so Dag.
Die Arbeitsmarktentwicklung im Bezirk ist traditionell stark von den Saisonbranchen Tourismus sowie Bau- und Baunebengewerbe geprägt. Entsprechend erreichte die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im April mit 1.801 ihren Höchststand. Mit Beginn der Sommersaison ging die Arbeitslosigkeit deutlich zurück und lag Ende Juni bei 701 Personen. Erfahrungsgemäß zählen die Monate Juli und August zu den Monaten mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit im Jahresverlauf.
Von der positiven Entwicklung profitierten Frauen und Männer gleichermaßen. Die Zahl der arbeitslosen Frauen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,6 Prozent, jene der Männer um 5,5 Prozent.
Der Arbeitsmarkt blieb sehr dynamisch. Im ersten Halbjahr wurden 3.191 Arbeitslosmeldungen registriert, gleichzeitig konnten 3.832 Arbeitslosigkeiten beendet werden. Unterschiedlich entwickelte sich die Arbeitslosigkeit bei Personen über 50 Jahren. Während die Zahl der arbeitslosen 50- bis 60-Jährigen gegenüber dem Vorjahr zurückging, stieg jene der über 60-Jährigen an. Im ersten Halbjahr waren durchschnittlich 38 Frauen und 84 Männer dieser Altersgruppe arbeitslos gemeldet. Bei den Frauen hat sich dieser Wert gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. „Die schrittweise Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters für Frauen wirkt sich deutlich auf die Beschäftigung aus.
Mehr Beschäftigte über 60 Jahre
Vor allem bei Frauen über 60 Jahren steigen die Beschäftigtenzahlen stark an“, erklärt Dag. Tirolweit erhöhte sich die Zahl der unselbstständig beschäftigten Frauen über 60 Jahre um 27 Prozent, bei den Männern um 5,5 Prozent. Insgesamt nahm die Beschäftigung in Tirol über alle Altersgruppen hinweg um 0,6 Prozent zu.