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Bodenhaftung kontra Visionen-Millionen
Ja, es stimmt – das Kitzbüheler Stadion ist 35 Jahre alt und hat in der Tat schon bessere Zeiten gesehen. Und es stimmt auch, dass eine größere Sanierung vermutlich nicht ausbleiben wird. Die Stadt Kitzbühel als Eigentümerin der Sportstätte sowie der Grundfläche, auf dem sich das Gebäude befindet, ist dafür verantwortlich. Mit Blick auf den städtischen Haushalt hat die Stadtführung „kosmetische Eingriffe“ bisher immer zugebilligt.
Neuerdings kursieren in Kitzbühel jedoch sehr futuristische Entwürfe, die in Aufregung versetzen. Da ist zum einen das Projekt von Turnier-Mitveranstalter Herbert Günther: Der Architekt wartet mit dem Plan eines multifunktionalen Stadions und Kongresszentrums auf – samt Überdachung. Aus seiner Sicht durchaus nachvollziehbar. Sollte das Kitzbüheler ATP-Turnier tatsächlich von Sand- auf Hartplatz umrüsten müssen, braucht es ein Stadiondach, andernfalls wäre der Centercourt schon bei Nieselregen unbespielbar. Wie die 50 Millionen Euro für dieses Projekt finanziert werden sollen oder können, war noch nicht zu erfahren. Ein Businessplan soll Antworten liefern.
Eine Dimension weiter denkt Heinz Flattinger, der Ur-Planer des Kitzbüheler Tennisstadions. Er spricht von Geldgebern aus der Schweiz, die öffentlich noch nicht in Erscheinung getreten sind. Die Herzstücke seines Entwurfs: Stadionsanierung und mobiles Dach, daran angeschlossen der Campus Kitzbühel mit Longevity-Center und VIP-Club auf dem Dach eines Kongresszentrums. Investitionssumme: 80 Millionen Euro.
Fazit: Groß denken ist erlaubt. Bis Visionen zur Wirklichkeit werden können, wurden sie von der Realität schon längst eingeholt und abgespeckt. Weil die Kosten dem Nutzen gegenübergestellt worden sind.