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Kitzbüheler Anzeiger

Blitzen mit Maß und Ziel

Margret Klausner

Tempo 30 hier, Geschwindigkeitsbeschränkung dort – viele Gemeinden haben in den vergangenen Jahren versucht, den Verkehr in ihren Ortszentren und Wohngebieten einzubremsen. Das Problem dabei: Ein Tempolimit ist schnell verordnet, doch ohne entsprechende Kontrollen bleibt seine Wirkung überschaubar. Denn erfahrungsgemäß hält sich nicht jeder an eine Geschwindigkeitsbeschränkung, nur weil ein „Smiley“ böse schaut. Der Bundespolizei kann bei allem Engagement nicht auch noch die Überwachung aller Gemeindestraßen zugemutet werden.

Dass Gemeinden nun selbst Radarkontrollen durchführen können, ist grundsätzlich zu begrüßen. Vor allem dort, wo es um die Sicherheit von Kindern geht – vor Schulen und Kindergärten – oder wo Wohngebiete zunehmend als Schleichwege missbraucht werden. Wer sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält, hat schließlich auch nichts zu befürchten.

Natürlich haben Radarkästen noch einen durchaus angenehmen Nebeneffekt: Sie bringen Geld. Kitzbühel nimmt mit seinen Radarkontrollen Jahr für Jahr im Schnitt mehr als eine halbe Million Euro an Strafgeldern ein. Im Rahmen der neuen Übertragungsverordnungen des Landes bleiben 80 Prozent der Strafgelder bei der Gemeinde, 20 Prozent kassiert das Land. Neben der Erhöhung der Verkehrssicherheit gibt es also gleich noch ein nettes Körberlgeld dazu.

Doch genau deshalb ist bei der Standortwahl Fingerspitzengefühl gefragt. Radarkästen müssen daher dort aufgestellt werden, wo sie tatsächlich der Sicherheit dienen – und nicht dort, wo sich möglichst bequem Strafgelder für die Gemeindekasse lukrieren lassen.

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