
Hochfilzen ist im Jahr 2028 bereits zum dritten Mal Schauplatz der Biathlon-Weltmeisterschaften.
Bauer bleibt dabei: Loipe bleibt zu
Perfekt präparierte Loipen, glitzernder Neuschnee und klare Winterluft: Das Pillerseetal bietet ideale Bedingungen für alle, die den Langlaufsport lieben – rund 100 Loipenkilometer laden zwischen Fieberbrunn und Waidring zu ausgedehnten Touren ein. „Wir wollen das Pillerseetal als nordische Region stärker positionieren“, erklärt TVB-Geschäftsführer Christof Willms. Zukünftig möchte man mit Regionen wie Seefeld und Ramsau mithalten. Dafür sind nicht nur top präparierte Loipen notwendig. Ein weiterer Faktor ist die Schneesicherheit. Auch wenn es heuer bereits einiges geschneit hat, setzen die derzeit warmen Tage den Loipen im Pillerseetal durchaus zu.
Zwei Schneedepots sind in Planung
Um auch künftig den Langlaufspaß bereits ab 1. Dezember sicherzustellen, ist der Bau zweier Schneedepots vorgesehen. Eines soll in St. Ulrich eingerichtet werden, ein zweites – mit Blick auf die großen Biathlon-Veranstaltungen – in Hochfilzen. In St. Ulrich haben die Planungen begonnen, in Hochfilzen ist man schon einen Schritt weiter. „Wir sind hier bereits bei den Ausschreibungen“, informiert Willms. Schon im Winter 2026/27 soll Schnee aus dem Depot bezogen werden. Dabei handelt es sich keineswegs um einen zusammengeschobenen überdimensionalen Schneehaufen – im Gegenteil. „Da steckt eine Riesentechnik dahinter“, weiß der Touristiker. Eine eigene Beschneiungsanlage wird errichtet und die weiße Pracht wird unter Spezialplanen buchstäblich konserviert. Für die Umsetzung dieser touristischen Infrastruktur wurde bereits beim Land Tirol um Förderung angesucht. Willms hofft auf Unterstützung, zumal vor der letzten Biathlon-WM viel Geld in das Dorf Hochfilzen geflossen ist – nun solle auch die touristische Infrastruktur profitieren. Seitens des Landes habe es positive Signale gegeben.
Ein großer Teil des Infrastrukturbudgets des Pillerseetals fließt in das Loipennetz. Die Benutzung ist daher kostenpflichtig. Kritik daran gebe es keine, sagt Willms. Langläufer können etwa kostenlos parken, und Gäste der Region nützen Bus und Bahn gratis. Die Saisonkarte kostet heuer weiterhin 80 Euro, die Tageskarte zehn Euro.
Aber es gibt einen Wermutstropfen. Seit dem letzten Winter ist die Loipenverbindung zwischen Hochfilzen und St. Ulrich geschlossen. Auch heuer erteilt ein Grundbesitzer – Schipflbauer Georg Danzl – der Verbindung eine Absage. Grund für seinen Unmut ist die abgelehnte Umsetzung seines Projekts „Hoteldorf Unterwarming“. Über fünf Jahre lang wurde an dem Hotelprojekt gearbeitet, doch letztlich dürfte es gescheitert sein. Georg Danzl zeigt sich erzürnt über diese Entwicklung und reagierte mit einer Sperre: „Solange der derzeitige Bürgermeister im Amt ist, kommt sicher keine Loipe mehr“, so seine deutliche Aussage.
Loipensperre: Hände sind gebunden
„Das ist natürlich für uns schade, aber in so einem Fall sind uns die Hände gebunden“, bedauert Willms. Man werde Alternativen anbieten.
Hochfilzens Bürgermeister Konrad Walk äußert sich zurückhaltend: „Meines Wissens hat es Gespräche gegeben. Man muss aber auch sagen, dass wir heuer deutliche Verbesserungen in unserem Loipennetz haben.“ Hochfilzen sei wieder an Fieberbrunn angebunden, in der Faistau gebe es eine neue Loipenführung. „Auch bis Leogang kann man langlaufen“, so Walk.
In St. Ulrich wiederum konnte die Gemeinde – nachdem im Vorjahr die Loipe ins Dorf gesperrt war – eine Lösung mit den Grundbesitzern erzielen, was dort für Zufriedenheit sorgt.