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Kitzbüheler Anzeiger
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Lukas Massinger (Alte Gerberei, r.) im Gespräch mit Regisseur und Hauptdarsteller Mwita Mataro und Junior-Produzentin Andrea Elaiza Arnold.

Austroschwarz rüttelt auf

Bei der CINEALE-Vorführung wurde schnell klar, dass der Film Austroschwarz niemanden kalt lässt. Die Schüler der Tourismusschulen und des BORG St. Johann sahen einen Film, der sie sichtbar berührte. Lukas Massinger von der Alten Gerberei brachte es nach der Vorstellung auf den Punkt: Er sei „sprachlos, gerührt, betroffen und lachend zugleich“ gewesen und so fühlte sich auch der Saal an.

Ein langer Weg voller Höhen und Tiefen
Regisseur und Hauptdarsteller Mwita Mataro erzählte im anschließenden Gespräch, wie schwer es für ihn war, seinen Weg zu finden. Schule und Theorie waren nie seine Stärke, Halt fand er mit 15 in der Musik. Sein Studium in Filmproduktion begann er, beendete es aber nicht. Austroschwarz war eine Idee unter vielen, doch mit einem starken Team wurde daraus ein Projekt, das während des Drehs immer größer wurde und eine Wucht entwickelte, die auch die Produzenten überraschte.

Plötzlich Film und plötzlich mittendrin
Junior-Produzentin Andrea Elaiza Arnold war von Beginn an beim Dreh dabei – eigentlich eher zufällig. Heute arbeitet sie hauptberuflich im Filmbereich. Sie erzählte, wie viel Organisation hinter einem solchen Projekt steckt, von Förderanträgen über Drehgenehmigungen bis zum Casting. Während der Produktion merkten alle, wie viele eigene Vorurteile man unbewusst mit sich trägt und wie wenig man über die Geschichte Schwarzer Menschen in Österreich weiß.

Sie sprach dabei auch sehr offen über ihre persönliche Erfahrung, wie schwierig es sein kann, sich einer einzigen Kultur zuzuordnen. Oft habe sie das Gefühl gehabt, „nicht eindeutig dazuzugehören“, weil Menschen sie je nach Umfeld unterschiedlich wahrnehmen.

Wenn Rassismus schon bei Puppen beginnt
Besonders eindrucksvoll für viele Schüler waren die Beispiele aus dem Film und dem Gespräch: Kinder ordnen Puppen oft automatisch in „lieb“ und „böse“ ein – meist entlang der Hautfarbe. Für Mwita Mataro und Andrea Elaiza Arnold ist klar, dass man über Rassismus sprechen muss, gerade mit jungen Menschen. Schweigen löst keine Probleme. Kinder sollen früh lernen, dass alle Menschen gleichwertig sind, egal wie sie aussehen oder woran sie glauben. Mwita Mataro wünscht sich für die Zukunft mehr Diversität in österreichischen Filmen, weniger Angst vor dem Thema Rassismus, echte Chancengleichheit und mehr Dialog.

Fünf Jahre Arbeit und ein großes Ziel
Fünf Jahre dauerte die Produktion des Films. Mwita Mataros größter Wunsch war, Austroschwarz ins Kino zu bringen und möglichst viele Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Das ist ihm gelungen.

Auf der Website des Projekts stellt das Team zusätzlich Unterrichtsmaterial bereit, das Schulen unterstützt, offen und ehrlich über Rassismus zu sprechen.