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Kitzbüheler Anzeiger
TVBKössen_04_2026_Klausner
Im gut besuchten Veranstaltungszentrum in Kössen informierte TVB-Obmann Hans Knoll über das abgelaufene Jahr.

Aufbruchstimmung trotz Minus bei Nächtigungen

Aufbruchstimmung trotz eines Nächtigungsminus im Vorjahr herrscht in der Tourismusregion Kaiserwinkl. Im Rahmen der Tourismusvollversammlung dieser Tage im VLZ in Kössen war es nicht nur für den im Vorjahr neu gewählten Obmann Johann Knoll, sondern auch für die frischgebackene Geschäftsführerin Kathrin Pühringer eine Feuertaufe. Ihr zur Seite steht noch bis zu seinem Pensionsantritt Thomas Schönwälder, der den Verband über viele Jahre hinweg als Geschäftsführer mitgeprägt hat.

Suche nach neuer Geschäftsführung

„Das erste Jahr war geprägt von vielen neuen Aufgaben, intensiver Zusammenarbeit, guten Gesprächen und wertvollen Begegnungen“, betonte Johann Knoll in seiner Auftaktrede. Er räumte jedoch auch ein, „dass diese Aufgabe eine große Herausforderung ist, die – wenn ich ehrlich bin – mehr Arbeit ist, als ich gedacht habe.“ Eine der zentralen Aufgaben des Jahres sei die Suche nach einer neuen Geschäftsführung gewesen. Insgesamt wurden 57 Bewerbungen geprüft und zahlreiche Gespräche geführt. Vorstand und Aufsichtsrat bestellten schließlich Katrin Pühringer einstimmig zur neuen Geschäftsführerin.

Im Veranstaltungsbereich, so Knoll, konnten alle bewährten Formate erfolgreich durchgeführt werden. Gleichzeitig wurden neue Akzente gesetzt: Der Sommernachtstraum am Walchsee wurde konzeptionell weiterentwickelt, das Schmugglerfest durch zusätzliche Programmpunkte ergänzt und zum Jahreswechsel erstmals eine große Kaiserwinkl-Silvesternight veranstaltet.

Ein besonderes Highlight stellte das erstmals durchgeführte Kaiserwinkl Winterspektakel dar – ein Gemeinschaftsprojekt mit den Bergbahnen Hochkössen und zahlreichen regionalen Partnern, das im Februar fortgesetzt wird.

Großen Stellenwert nahm auch die Kommunikation mit den Vermietern ein. Mit dem neu eingeführten „Kaiserwinkl Vermietercheck“ wurde ein Dialogformat geschaffen, das den Austausch stärkt und den TVB klar als Service- und Anlaufstelle für alle Vermieter positioniert – unabhängig von Betriebsgröße oder Unterkunftsart. Weitere Termine sind bereits geplant.

Die Geschäftsführer Kathrin Pühringer und Thomas Schönwälder informierten unter anderem über die zahlreichen Veranstaltungen. Highlights waren die Ballonwoche mit internationalem Wettkampfcharakter, neue und weiterentwickelte Eventformate wie das Winterspektakel sowie Sommer- und Winterwerkstatt und die Stärkung des Dialogs mit Vermietern durch den Vermieter-Check. Auch im Marketing setzten die Kaiserwinkler gezielt Akzente auf internationalen Fachmessen.

Das Nächtigungsminus im Vorjahr von über drei Prozent ist ein Wermutstropfen, den die Kaiserwinkl-Verantwortlichen jedoch auch als Herausforderung sehen.

Umfassender Strategieprozess
Heuer startet der TVB Kaiserwinkl einen umfassenden Strategieprozess, um die zukünftige Ausrichtung der Region bewusst und gemeinsam zu gestalten. Ziel ist es, die Identität, Werte und Stärken der Region klar zu definieren, sich deutlich von anderen Destinationen zu differenzieren und die Attraktivität nachhaltig zu steigern. Der Prozess erfolgt gemeinsam mit einem externen Strategiepartner – Jasmin Rubner präsentierte das Projekt im Rahmen der Versammlung – unter Einbindung aller Mitglieder und baut auf bestehenden Konzepten auf. Besonderes Augenmerk liegt darauf, die Strategie nicht nur zu entwickeln, sondern auch konkret in die Umsetzung zu bringen. Bis Ende Sommer 2026 soll diese stehen und anschließend schrittweise realisiert werden. Als erster Schritt wird eine Fragebogenaktion durchgeführt.

Mit großer Spannung wurde die Abstimmung über die Erhöhung der Abgabe von 2,60 Euro auf 3,50 Euro erwartet – eine Anpassung, die auch vom Land Tirol empfohlen wird. Der TVB-Vorstand hatte der Anhebung der Abgabe ab 1. Dezember 2026 bereits im Vorfeld zugestimmt, wenn auch mit den Gegenstimmen von Christian Mühlberger (Peternhof) und Christian Münsterer (Seehof), wie nach der Abstimmung offen kommuniziert wurde.
Geschäftsführerin Pühringer erläuterte die Gründe für die notwendige Erhöhung. Als zentrale Herausforderungen wurden massive Kostensteigerungen, Kaufkraftverlust, steigende Personalkosten sowie künftig höhere Ausgaben für den Regiobus genannt. Vor allem der Erhalt der Infrastruktur – etwa Loipen und Wanderwege – belastet das Budget zusätzlich. Mit der Erhöhung soll es zudem gelingen, die Gästekarte attraktiver zu gestalten.
Ein Vergleich mit anderen Tourismusregionen zeige, dass die derzeitige Abgabe von 2,60 Euro im Kaiserwinkl deutlich unter jener vieler Mitbewerber liege, so Pühringer. Trotz kritischer Stimmen aus dem Publikum stimmten letztlich 71,5 Prozent der anwesenden Mitglieder der Erhöhung zu.

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