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nm6t, 19. Zuni 1954 1reL SO 'rofd, 15.- 5. ihcwm. oft. 25 3a., 19. ülmma so., 20. lorentina MO., 21. 2110i13 Di., 22. (bratb DIll., 23. (beltrau )o., 24. Zo)ann b. t er., 25. Z Urtbarb RitbU ""Del Dnt eine 3iveite 2Dnferfeilung Die im vergangenen Herbst fertigge- stellte Trinkwasserleitung am Schalt- berg wurde im Monat Mali dieses Jah- res vorn Amte der Tiroler Landesr egie- rung überprüft und genehmigt.. Die N:Ot iyendjgkeit. der Erstellung dieser neuen Wasserleitung ergab sich hauptsächlich durch das Erstehen einer neuen Sied- lung im Schattberggebiet, abgesehen da- von, daß die bisherige städtische Was- serleitung vorn Sonnberg zeitweise. den Anforderungen der Gemeinde nicht mehr entsprach. Das Projekt für die neue Hochdruck- wasserleitung wurde vom Baubezirks- amt Kufstein verfaßt, welches auch die Bauleitung innehatte. Mit den Arbeiten wurde im Juni 1952 begonnen, wobei in erster Linie die Quelle in der Bärn- reh gefaßt wurde, die eine Mindest- ergiebigkeit von zwei Sieb.entel-Sekun- dEnliter aufweist. Die Fassung erfolgt0 in eigener Regie des Bauhezirks amtes Kufstein. Die aus einem aufgelassenen, vcrfailenen Bergwerksstoll.en austreten- de Quelle wurde durch einen mit Be- tonformsteinen ausgekleideten 7 Meter langen Stollen in hygienisch einwand- freier Weise erschlossen und mit einer 2-Zoll-Leitung. Eisenrohre verzinkt, in einer Länge von 413 Meter über den Hang des dritten und zweiten Schalt- berges und nach einec Graf enäberfäh' rnng durch eine Hänebrücke von 36 Meter Länge. zum Hochwasserhehä.lter am Westende der Schattb.ergsiedlung geleitet. Hier wurde durch die Baufir- ma Unterberger & Hut.er ein neuer Hochbehälter mit einem Fassungsra.urn von 200 Kubikmeter errichtet. Die Fall- leJung zur Siedlung und die. Zweig- letung sind in EternJrohren von 100 bzw. 80 mm ausgeführt und haben eine Gesamtlänge von 1506 Meter. Im Sied- lungsgebiete selbst wurden 7 Oberflur- hydranten errichtet, ifit denen im Not- falle jede Brandbekämpfung aufgenom- men werden kann. Die Verlgung der Rohrleitungen und der Armaturen im Hochbehält.er besorgte das Wasserwerk Kihzbühel in Eigenregie. Die Enden der neuen Leitungen Sinn sowohl in der Hahnenkammsti.aBe wie auch in der Marc hfeldga.sse mit dem städtischen Wassarnetz vorn Sonnberg zusammen- geschlossen, wodurch auch die. Lei- stungsfähigkeit der Triiilcwasserleitun- gen i nuerb alb des ganzen Stadtgebietes gesteigert wird. Vtraeisblickend kann Werner Dergengrün, ein bekannter Schriftsteller der Gegenwart, gab sei- 11cm Roman „Der Großtyrann und das Gericht" eine Vorbemerkung über „die Versuchungen der Mächtigen und die Le'ich:.verführbarkeit der TJnmäeht;ig'en und Bedrohten". Nach vielen Erfahrun- gen beiderseits beschließt der Groll.- tyrann: „Geht ruhig jetzt in eure Häu- ser. .s wird manches sein, das ihr noch: untereinander werdet in Ordnung zu bringen haben. Dies mögt ihr in der Stille tun, jeder nach seinem Gewissen. Und auch ihr sollt euch ja gegenseitig vergeluen. Dann werden wir trachten. unser Leben weiterhin zu ertragen, ein jeder nach seinem' Weise. Denn dies wird ja von uns gefordert." Der Roman spielt in Cassa,no. Dort ist Mittelpunkt das Castell. Oben wohnt und thront der Großtyrann - alle sprechen ihn mit „Herrlichkeit" an, er will es so -- unten in den Verließen schnic.ehten die Gefangenen. Die ganze Stadt kreist mit Wille und Widerwillen uni das Recht. Auffällig ist., daß weder Jahrhundert, weder Stande noch Minu- te angegeben ist, wann sieh alles zu- getragen hat. Darin offenbart Bergen- grün menschenkennerische Weisheit. Er trifft jeden Leser, den gestrigen, den morgigen. den in New York, den 'in Rom, den in Kalkutta, den in Kitz- bühel. Geht bei uns im einmal schönen "Kitz.- buhel die. Spielregel des Lbens und der C-eschiehte anders als im zweimal statftdunst.igen Cass.a.no ? Dort läuft Dio- mede, ein H aup tdarsteller, ins Dilem- ma, entweder in die Schmach des gesagt werden, daß der neue Hoch- behälter infolge, seines ül:erdimensio- ni.e:rten Fassungsraumes. in der Lage ist, noch das Wasser von weiteren Quellen, die in den nächsten Jahren erschlossen werden sollen, aufzunehmen. Mit dem Ausbau dieser Endstufe ist anzunehmen, daß die: Trinkwasserversorgung von Kit.zbühel auf viele. Jahre gJöst ist. Scheiterhaufens oder zur Ehre der Al- täre. Hoch das Recht, nieder mit dem lJnre'cht! Anfänglich lüstelte der Groß- tyrann mit dem Schwert. Nespoli, sein Vertrautester, sah se'inen Kopf bereits rollen, die „Herrlichkeit" drohte ja. Doch alle wurden müde und ausgelaugt in den sauren Wochen des unseligen Streites: „Wer hat recht?" Rechtbreeher und Unreciutfr.es'ser - ohne die Gleichung von Recht und Gü- te, nehmen der Welt den Sauerstoff. Seelische Asthniat.iker. Heißhungrig nach Aergernissen. Schmutzige Wäsche in fremde Waschküchen fördern, daß das ganze Land .an Cassano in höllischer Freude sieh erhitzt. Daß man anderswo sich pharisäisch die Fäustchen reibt - „na, 5:0 was 1" „Das gibt's doch nur in Cassano, bei uns unmöglich 1" Sehr verehrte „Anderswo", ihr füllt eure Tschen mit dem Ertrag aus Schmutz- wäsche? Cassan'o, laß sie! Eines hat Ca:ss.ano im Roman voraus: der Großtyrann ist auf Seite 301 vor dem abschüssigen Inhaltsverzeichnis noch da:. Er war treu zu seinem Amt. Aber auch das Volk zu ihm. Wie hat sich die Währung am Groß tyran.n verschoben, von der „Herrlich- keit" zum Neuer .am Volk. In Cassano gibt es keine Amtsträger auf der Speis- harte. Verstehst du, lieber Leser ? Kann Cassano gedeihen, wenn alle Bittfür'uns ein anderer Stiefvater an der Spitze steht., wenn plötzlich ein neuer Groß- tyrann vor die Rampe tritt und seinen Bauch als Staatsgruft für seine Vor- gänger zum Nachweis für seine ein- malige Tüchtigkeit vorweiteu? Was' sa- Casano Ritzbühel? Von Stadtpfarrer Joseph Sdirnid
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