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Seite 2 Kitzbüheler Arizedger Samstag, 29. August 1953 Y1ationafrat a. Z. ')Tcu.,' 2:tcrnr 3um 60. cburttag Am 1. September 1953 begeht eine der markantesten Persönlichkeiten un- seres Bezirkes. Alt.uali'onallra,t Max W e r n e r, seinen 60. Geburtstag. Dies ist uns Anlaß, das umfangreiche und sehr fruchtbringende Wirken dieses Mannes für die Öffentlichkeit und im besonderen für unser schönes Kitzbüh1 im Rahmen einer kleinen Bio graohe unseren verehrten Lesern in Erinne- Jung zu bringen. Sein Großvater, Anton Werner, grün- (lete im Jahre 1856 Iie bekannte We nersche Schlosserei und im Jahre 1860 die Eisenwarenhandung in der Vorder- stadt. Sein Vaer. Bürgermeister Anton Werner. war mit Fa.0 Elise geb. Prrm- 1SF aus Fieherbrunn verheiratet. Max war ihr zweiter Sohn ; sein älterer Bru.- (151 Anton war im ersten \iTeJtkjer hei Lemberg dabei und ist seit dieser tch1aeht (November 1911) vermißt; Ru- di1. der jüngere Bruder, ist in der hscnbranehe in der Landeshauntstodt tätig. Den ersten Weltkrieg Jnaeht? Wer- ner als Telepironist beim 1. Jrriserschüt- zen-Regiment mit., welches in der Süd- tiroler Front, eingesetzt war. Im No- vember 1918, nach der Rückkehr aus der italienischen Gefaiigenschaft, trat er in riss Handelsgeschäft seines Vaters ein und führre führ dieses bereits im Fe- 1 (FUCF des nächsten Jahres selbstäiidi, Tm Flrühsommer des gleichen Jahres stellte er sich der ..rantigen" M a r i a Fronbichler als Bräutigam VOF die Hochzeit fand am 10. Juni statt. Für ihn ein besonderer Glüeksta.g, denn ge- sande und arbeitsame Kinder, einen in Freud und Leid gleich wohlbere.itefen Hausstand und eine wackere Hilfe irrt uufhlühendrn Geschäft schenkte ihm die Fügung Gottes im Laufe der Jahre mit. der jungen Gattin. Als Schriftführer des Gewerbebundes trat er 1.921 vor die Öffentlichkeit. Der Gewerbebund wählte ihn in der Folge zum Stadt- und Bezirksobmann. Einmal in Amt und Würden, griffen weitere Vereine und Körperschaften narh sei- ner Hand. Die. ewerbebank wählte ihn zum Obmann und in den Aufsichts- rat; die Bezirkshandelsgenrossenschaft und das Transportgewerbe zum Vor- stand; die Zentralgenossenschaftskassa Filmtheater Kitzbüh& '28.-30.8.: 1). Kaplan v. San Lorcnzo 31.8.: Zwischen Mitternaoht uJ\forgen Sept.: Don Camillo und Pe.ppone u. 3. Aug.: Titanic 4.-6. Sept.: Vergiß die Liebe nicht! Filmtheater St. Joha'm L T. 29. u. 30. Aug.: Der große Caruso 31.8. u. 1.9.: Eine Königin wird gekrönt 2. u. 3. Sept..: Hochzeitspa.rade 4-6. Sept.: Im weißen Röß1 in Wien in den Aufsichtsrat. Er war Gründer und Mitbesitzr der früheren ‚.Kit.zbüheler Nacheichten'; Vorstands- mitglied der Bergbahn A. G., nachdem er als Fina.nzreferent entscheidend bei der Planung und dem Bau der Bahnen- kanTrnbahn mitgewirkt 'hatte; Initiator und Obmann der Bezirksausstellung für Handel, G ewerbe. Fremdenverkehr. Landwirtschaft und Jagd 1927, die eine gewaltige Besucherzahl von 27.000 Pci- sonen brachte. Vom [.Jinfang dieser Aus- stellung kann man sich einen Begriff machen, wenn man bedenkt, (laß 150 Funktionäre und 1.30 Angestellte zur Abwicklung dieser Ausstellung einge- setzt waren. Diese Ausstellung brachte Werner mii efuer ganz besche.ideiien Subvention zu einem gewinnbringenden iJuternelimen Set .1932 Mitglie(l (her R E 1 c II S- OB. 1931-1935 Bürgermeister (her Stadt Kitzbühel. Während seiner Amts- zeit als i3ürgermeister wurde die Lei- elienhalle errichtet und der Durchgang herrn Joehbergertor erbaut. Werner er baute auch den ersten Skia.ufzug Tirols auf der Hinterbräuleit.en im Jie 1926 im Verein mit Franz Graf Schuik und dem Grafen Schall. - Dieser Lift brannte in einem Fasehingstapi des Jahres 1928 ab; damals vermutete 'man, nächtliche „Ausflüg l er" hätten sich dort engcnist.et, wären unvorsichtig mit dem Rauchzeug um'gegangen, was dann zur ]1euersbrunst führte. Mit der Station vernichtete das Feuer auch den 20 P8 Schiffsmotor. der die Anlage betrieb. Als Obmann des Gewerhebunde.s ver- eitelte Werner auch nifit einer TCieise zum damaligen Handelsminister Heinl die Bestrebungen der Wiener Stellen, (las Postamt vom 1-lote1 Tiefenbrunner (heute Goldene Garns) in den Stadt- graben zu verlegen. 1930 wurde Werner als Abg.ordneter in den Nationalrat gewählt, in neu er bis 1934 . verblieb. Als Abgeordneter des bürgerlichen Ständebundes und der Wahlpartei des Handels- und Gewerbe- bundes bildete Werner bei der Regie- rungsbildung 1932, bei der 82 National- räte der Re.gierungspar tei und 82 der Opposition angehörten, das berühmte „Zünglein an der Waage". Eine Paral- lele zu diesem außerordentlich seltenen [um stand kennt die Geschichte nur noch im Frankreich des Jahres 1860. Wer- ner war in außen- und wehrpolitischen Fragen dem Klubzwang unterworfen in würtschaftlieher Beziehung jedoch völlig frei und es konnte nur mit seiner Stimme ein Gesetz durchgebracht wer- den. Diese Stellung bewahrte sieh durch anderthalb Jahre. Für seine engere Heimat konnte Werner seine Stellung als Nationalrat sehr zu deren Gunsten ausüben. Durch seine persönliche Intervention wurde der Bau der schwarzen Brücke durch- geführt., das Bahnhofsgebäude umgebaut und modernisiert, der Wintertriebwagen Kitzbühel—Kirchberg eingeführt sowie die Haltestelle „Hahnenkamm" errich- tet. Auch die Erbauung des Schießstan- des konnte nur mit seiner Hilfe gehn- gen, da wegen der an diesem Gelände vorbeiführenden Starkstromleitung der Widerstand der genehmigenden Stellen unüberwindlich schien. Kitzbühel hatte aber nur diesen Platz, der sich für einen Schießstand eignete. . Werner nahm auch als Ersatzmann an einer Sitzung: des Tiroler Landtages teil. 1938 kam Werner 4 Monate in Schutzhaft: als Politisch Andersdenken- der wegen, seiner Treue zu Öster- reich - erhielt, er Ortsverbot. Mün- chen gab dem tätigen Mann eine neue r Chance; e eri'iehtete sich dort eine Eisenhandlung. welche jedoch auch derd Kriege zum Opfer fiel. Am 17. Jänner 1945 schlug eine Brandhonnbe ein und zerstörte sie bis auf die Grundmauern. Am 8. Mai 1945 wurde Werner als llüezirkshauptmann angelobt. Diese ver- a.ntnortungsvolle Stelle hatte er bis zum 31. Dezember 1915 inne und konn- te in dieser Zeit so manche von den Ka.rnpftruppcn di Alliierten vorgesehie- nen Härten für die Bevölkerung abwen- den; viele Kitzbüheler Bürger und Per- sonen aus den Gemeinden des 'Bezirkes wissen selbst, wie viel, er ihnen damals hat helfen können. Heute steht Max Werner wiederum. im Mittelpunkt eines großen Personen- kreises der österreichischen Wirtschaft: L andesehrenobm ann und Vizepräsident der REiCH SORGA; Bezirksobmann der Fachgruppe „Verkehr' der Kammer der gewerblichen Wirtschaft Tirols; Vize- präsident des Eisenhändlergremiums Österreichs; Beirat der Fachgruppe Eisen und Stahl; Obmann des Tiroler Kohlengremiums; Ausschußmitglied in den Bundesgremien der Eisenhändler und der Kohlenhändler; Bezirksobmann des Landesjagdschutzvereines; Mitgrün- der und Gesellschafter des „Kitzbüheler Anzeiger"; Obmann des Glockenspiel- komitees und Kassier des Kitzbüheler Verkehrsvereines. Die Liebe zur Arbeit im Geschäft pinAf e Am Samstag, 29. August wird das Platzkonzert von der G-endarmeriemusik Innsbruck besorgt. Mittwoch, 2. September: 1.. „Kitzbüheler Glockenspiel-Marsch", von Frau Prof. Maria H 0 f c i- 9.. Luxenburg-Walzer von Franz Lehar Ouvertüre zu „Semiramis". Rossini 4a.. Entreeakt und Barcarole aus „Hof- manns Erzählungen", v. Offenbach 4b. „Unter einem Lindnbaunn". Lied. 5. Potpourri aus „Puppenfee" v. Bayer 42er Regimentsmarsch". von Wiedemann. „Militärmarsch' von Rixuier.
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