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V.bad bis J(J tzbühcter JInzeiger 0m1oq, 10. 'Yobemher 1951:Preit; 30 cßroftben, ar be3uqqebUIr 15.— 2. ifrqnnp. tumnier 4.5 rauen unb Mühtet fapiptufieren nicf)t! Lud Öer 22. stifflibefer Oemeinberatöfitunq Am Mittwoch, 8. November, fand (Ije 22. Kitzbi:iheler Geineinder.i.tssitzung statt. Nach Verlesung des Protokolls der 21. Sitzung gab Ger Vorsitzende ein Schreiben der Cenieinde St. Johann be- kannt, worin dis die Stadt Kitzbühel zu einer Verwaltungsgerneins:haft mit- ihrem it dhrem Xranenhaus einlud. Der Ge- meinderat lehnte diese mit der Begrün- dung ab, daß die Heranziehung der Stadt :K-itzbühel zir Deckung eines eventuellen Abganges diese mit beinahe einem Drittel belasten würde, obwohl Kitzbühel nur mit einem Dreißigstel an der e1egung des St.. Johanner Kran- kenhauses erfahrungsmäßig beTeiligt, ist. Die Originaiqudlle am Schat.tberg- stollen ist nun gefunden und es gelangt eine neue Was(--1-probe zur Begut- achtung. Bürgermeister Dr. C. v. Fusehman verlas sodann eine Antragsschrift der Ehefrau-2n und Hausbesitzerinnen der von der fra.nzsischen Garnson be- schlagnahmten Wohnhäuser. (Bisher waren es inmer nur Männer.) Die Frauen wiesen in ihrein Schreiben nach, daß der österreichische Staat auf Grund des Koni;rollabkcm mens den Besatzun- gen Wobnun.gen tind Mobiliar zur Ver- fügung stellte. Ler Staat ist verpflich- tet, Uen bentigten Wohnraum in erster Linie aus seinem e ig e n e n Besitz anzu- bieten und nicht einfach Privateigentum auszuleihen. In Kftzbühel sind Gebäu- de und Einrichtungen vorhanden, die dem Staat gehören und geeignet sind, als Wohnungen zu dienen, und diese sollen beschlagnahmT werden. Die An- tragsteller denken in erster Linie an das H o t e 1 T y re 1, das bekanntlich früher der Ptsdanrer Polizeidirektion gehörte und jet2t in den Besitz des Innenministeriums übergegangen ist, welche.s .damit ein alühendes Frernkn- beherberungsgeschdft betreibt und da- bei sicherlich gut verdient. Sie verlan- gen die Unterstützung der Gemeinde, daß ihre Häuser freigegeben und der Garnison das Ho:el Tyrol zum Tausch angeboten. wird. So oft sich der Gemeinderat und bei- nahe jede Woche der Bürgermeister selbst sich auch um das Problem der hesehlagnahmteii Wohnungen befaßte. ein Ausgleich konnte nie gefunden wer- den, denn es konnte kein geeigcetes Tauschobjekt geboten werden. Das Ar- gunient der Antragste.ler zeigt frau- liche Schläue gepaart. mit einfacher Logik. - 1.945 konnte natürlich das Hotel der Besatzung nicht angeh:ten werden, weil es damals Verwundete be- herbergte. Vizebürgermeister S i e b e r e r, Stadt- rat N e u in a y e r und Gemeinderat B r e t f. a u e r betonten in der folgenden Debatte, daß der Standpunkt der Frauen richtig sei. Es betrübe alle, wenn zu- 'gesehen werden muß, wenn sich Fa- milien in karger Zeit ein Heim direkt erhungert hatten und jetzt, seit :iaer sechs Jahren ungerechter Beschlagrt ah- mc, in Elendsquartieren hausen müssen, teils iri Keller des eigenen Hauses, daß diesen der Wert des Rauses und der Mobilien von Jahr zu Jahr vermindert werde und daß dieser Zustand een- tuell noch Jahre andauern kann. Es kam sodann der einstimmige Beschluß zustande, hei der Landes- bzw. Bun- desregierung dahin einzuwirken, die beiden Häuser: das Luftwaffenheim, welches derzeit unterbelegt ist, und das Hotel Tyrol der französischen Garnison zur Unterbringung der in den besetz- ten Privathäusern befindlichen fran zö- sischen Familien und Personen anzubie- ten. Sc schwer es den Kitzbüheler Frem- denverkehr auch treffen mag, wbnin das Ha:el 'Tyrol, das durch gute F'ih- rung durch den derzeitigen Verwalter zu einem erstklassigen Beherberguns- unternernen geworden ist, diesem ent- zogen wird, so kann es aber den An- tragsteLern nicht zugemuTet werden, noch länger auf ihr verbrieftes Recht, der le:chheit vor dem Gesetz und auf den Genuß ihres Eigentums zu verzich- ten und schon gar nicht darum, daß ein Minsterium se-ne Einnahmen erhö- hen kann. Kitzbühel wird mit Spannung die Verhandlungstätigkeit der Stadtvertre- tung verfolgen. Es wird einer beson- deren Geschicklichkeit bedürfen. die Re gierung sowie auch die französische Garnison zu einer positiven Einstellung zu diesem Anbo: zu bringen. Der ein- stimmige Beschluß des Gemeinderates zeigt auch deutlich den Willen auf, das Unrecht von 1,945 wieder gut zu mna- ehen, denn niemand dachte einen Au- genblick an den Verlust der Steuer- eingänge 'durch die Preisgabe einer Ho- telwirtschaft-, sondern alle standen ein- hellig im Lager der um ihr Recht, ihr Heim und ihr Familienleben ringen- den Frauen. Beschlossen wurde sodann ein An- suchen der Hauptschule, die Enrichtung der Iiauswirtschaftsschule und Liefe- rung einer Schuhunkanlage auf später zurück zustellen ; die Zugangswege zur Schule sollen jedoch, sobald es die Jah- reszeit erlaube, staubfrei gemacht wer- den. - Ein Ansuchen um Verleihung einer vierten Drogerie wurde abgelehnt. Der Frau Farbara Wahl wurde die Zufahrt zu ihrem 'Hause mit Per- sonenkraftwagen genehmigt. DieVer- hauung des Schattberggeländes wurde auf Anraten des Ski-Clubs und der Ski- schule Kitzbühel abgelehnt; jedoch kön- nen der Stadtarbeiter Engel Hölzl und der Landarbeiter Obernauer trotzdem einen Baugrund erhalten. Zur Be- kämpfung der Mäuse- und Rattenplage wurde eine in diesem Fach bewanderte Anstalt beauftragt. - Zwei Siedlern wurden die Kosten des Wasseranschlus- ses um 0 Prozent ermäßigt. - Der Kolpingsfamilie und dem Kindergarten im Waisenhaus wurden Subventionen von 3000 bzw. 5000 Schilling geneh migt. - Sodann wurden Personalange- legenheiten beschlossen.
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