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Kitzbüheler Anzeiger
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Arbeitsmarkt: AMS mit Bilanz und Ausblick

Arbeitslosigkeit und Beschäftigung stiegen 2025 weiter, Fachkräftemangel und Langzeitbeschäftigungslosigkeit bleiben die zentralen Herausforderungen am Tiroler Arbeitsmarkt: Das ist das Fazit des AMS für den Tiroler Arbeitsmarkt im abgelaufenen Jahr.
Im Vergleich zum Vorjahr ist die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen um 7,1 Prozent auf 17.168 gestiegen. Die Anzahl der beim Arbeitsmarktservice gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen ist um 4,9 Prozent auf 6.772 gesunken, blieb im langjährigen Vergleich aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Die unselbständige Beschäftigung ist mit über 360.000 Beschäftigungsverhältnissen auf einem Rekordhoch. Die Arbeitslosenquote lag mit 4,5 Prozent spürbar über dem Niveau der letzten drei Jahre. Im Vergleich mit früheren Jahren bleibt sie jedoch weiterhin niedrig.

Die Langzeitbeschäftigungslosigkeit ist um 14,9 Prozent auf 2.070 Betroffene gestiegen. 12,1 Prozent aller Arbeitslosen waren in Tirol im Jahresdurchschnitt 2025 langzeitbeschäftigungslos. Das ist der geringste Wert im Bundesländervergleich (Ö: 29,2 Prozent). Die Beschäftigung ist auf einem historischen Höchststand – das verdeutlicht auch die Stärke unserer Wirtschaft. Die Lage am Tiroler Arbeitsmarkt blieb jedoch auch 2025 angespannt. In vielen Betrieben fehlen Fachkräfte, während die Zahl der Arbeitslosen, insbesondere im Handel und in der Industrie, deutlich zugenommen hat“, sagt Sabine Platzer-Werlberger, Landesgeschäftsführung AMS Tirol.

Wieder mehr freie Stellen am Bau

Auch der Dezember-Arbeitsmarkt war von Licht und Schatten geprägt. Mit Stichtag 31. Dezember waren in Tirol 17.421 Personen arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 3,9 Prozent mehr. Nahezu ein Drittel der arbeitslos vorgemerkten Personen hat aktuell eine Einstellzusage von einem Betrieb. Ende Dezember waren beim AMS Tirol insgesamt 5.917 offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet. Im Vorjahresvergleich ist die Anzahl der offenen Stellen um 12,2 Prozent gesunken. Besonders stark vom Stellenrückgang betroffen sind die Beherbergung und Gastronomie (-26,7 %), der Handel (-13,1 %), das Gesundheits- und Sozialwesen (-136 bzw. -30,4 %) und der Bereich Verkehr und Lagerei (-133 bzw. -24,2 %). In der Baubranche (+78 bzw. +25,7 %), in Architektur- und Ingenieurbüros (+65 bzw. +216,7 %) und auch in der Warenherstellung (+30 bzw. +5,1 %) sind hingegen mehr offene Stellen zur sofortigen Besetzung gemeldet als vor einem Jahr. Der Personalbedarf ist aktuell mit 995 offenen Stellen in der Beherbergung und im Einzelhandel (909) am stärksten ausgeprägt. Die am stärksten nachgefragten Berufe sind Kellner_innen (509) und Gaststättenköch_innen (382).

Ausblick ab Mitte 2026 optimistisch

Nach einem weiteren Jahr mit steigender Arbeitslosigkeit fällt der Ausblick auf 2026 für den Tiroler Arbeitsmarkt verhalten positiv aus. Zwar dürften Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenquote zunächst noch leicht ansteigen. Gleichzeitig werde aber auch die unselbstständige Beschäftigung aufgrund der steigenden Erwerbsbeteiligung von älteren Personen und Frauen sowie einer anhaltend starken Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland weiter anwachsen. Für Tirol fallen die Prognosen dabei etwas positiver aus als für Gesamtösterreich.
„Die aktuellen Wirtschaftsprognosen sehen bereits etwas Licht am Ende des Tunnels. Am Arbeitsmarkt wird dieser Aufwärtstrend aber wahrscheinlich erst zeitverzögert spürbar sein. Die Arbeitslosigkeit wird 2026 zunächst noch leicht steigen und voraussichtlich ab Jahresmitte wieder sinken. Der Strukturwandel und der Fachkräftebedarf werden uns weiterhin intensiv beschäftigen“, so Sabine Platzer-Werlberger abschließend.

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