32.000 Menschen – und plötzlich ist es still

Kitzbühel kennt große Sportereignisse. Das Hahnenkamm-Rennen gehört zu den spektakulärsten Skirennen der Welt, die Generali Open haben sich längst im internationalen Tenniskalender etabliert. Doch die Austrian Alpine Open waren etwas, das man so in Kitzbühel noch nicht erlebt hat.
Ich gebe es offen zu: Ich bin keine Golferin. Die Regeln kenne ich nur in Grundzügen und vermutlich würde ich den Ball öfter verfehlen als treffen. Und trotzdem hat mich dieses Turnier in seinen Bann gezogen.
32.000 Besucher hielten im wahrsten Sinne des Wortes den Atem an, wenn Sepp Straka und Co. den Schläger schwangen. Steht ein Schlag bevor, wird eine Tafel mit der Aufschrift „Ruhe bitte“ gehoben. Ein Helfer bittet die Zuschauer stehen zu bleiben. Binnen Sekunden kehrt eine Stille ein, die man bei Events dieser Größenordnung kaum für möglich hält. Kein Rufen, kein Drängeln. Man hört nur die Vögel zwitschern und den Schlag des Schlägers auf den Ball.
Auch rund um das Event keine Staus, kein Gedränge, keine Hektik. Stattdessen Respekt, Rücksichtnahme und eine Organisation, die nahezu unsichtbar funktionierte. Ein Tag bei den Austrian Alpine Open fühlte sich fast wie eine kleine Auszeit vom oft hektischen Alltag an.
Dazu kommt eine Kulisse, die schöner kaum sein könnte. Das satte Grün der Fairways und der Wilde Kaiser als ständiger Begleiter im Hintergrund. Eine bessere Tourismuswerbung gibt es nicht.
Man muss Golf nicht verstehen, um zu erkennen, dass hier etwas Besonderes entstanden ist. Deshalb bleibt am Ende eigentlich nur ein einziger Wermutstropfen: Dass es nun wieder zwei Jahre dauert, bis das Golfturnier nach Kitzbühel zurückkehrt.