
22 Betriebe setzen auf Regionalität
Das Projekt „Bewusst Tirol“ ist ein Leuchtturmprojekt zur Förderung der regionalen Wertschöpfung, das Landwirtschaft, Tourismus und Lebensmittelhandel nachhaltig und authentisch vernetzt. Heuer haben sich insgesamt 340 Betriebe beteiligt, von denen 278 die Kriterien für die begehrte Auszeichnung erfüllten. Unter ihnen sind 31 Häuser, die erstmals prämiert wurden. Im Rahmen von vier Regionsveranstaltungen in Tirol wurden jetzt alle ausgezeichneten Betriebe buchstäblich vor den Vorhang geholt.
278 Betriebe geehrt, 22 aus Kitzbühel
Die ausgezeichneten Betriebe verteilen sich auf das gesamte Bundesland: In Innsbruck wurden acht Betriebe geehrt, in Innsbruck-Land 32, in Imst 51, in Kitzbühel 22, in Kufstein 31, in Landeck 54, in Lienz 8, in Reutte 10 und im Bezirk Schwaz 62.
Im Kalenderjahr 2024 bereiteten die teilnehmenden „Bewusst Tirol“ Betriebe gemeinsam rund 12,8 Millionen Mahlzeiten zu. Dabei wurden beeindruckende Mengen an heimischen Lebensmitteln verarbeitet: 5 Millionen Liter Milchäquivalent, 56 Tonnen Obst, 621 Tonnen Gemüse, 2 Millionen Eier sowie 360 Tonnen Fleisch und Fisch. Das bedeutet, dass in jeder Mahlzeit durchschnittlich mehr als 450 Gramm Tiroler Lebensmittel steckten – und damit deutlich mehr als die geforderten 300 Gramm.
Tirol am Teller stärkt Wertschöpfung
„Tirol am Teller stärkt unsere regionale Wertschöpfung. Regionalität und Saisonalität bedeuten naturnahe Produktion, gepflegte Kulturlandschaften, beste Qualität und kurze Transportwege. Regionaler Genuss ist doppelter Genuss – für unsere Gäste und für unsere Landwirtschaft“, betont LH-Stv. Josef Geisler.
Auch der Obmann des Fachverbands Gastronomie in der WKÖ, Alois Rainer, unterstreicht die Vorreiterrolle der prämierten Betriebe: „Die ‚Bewusst Tirol‘ Betriebe zeigen, dass Qualität aus der Region nicht nur ein Versprechen, sondern ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept ist – zum Vorteil von Produzenten, Gastgebern und Gästen.“„Wir wollen unseren Gästen nicht nur Genuss bieten, sondern auch die Geschichte und Herkunft der Lebensmittel erzählen“
Für Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol, ist der Einsatz regionaler Produkte weit mehr als eine Imagefrage: „Regionale Produkte erfüllen den Wunsch nach Authentizität und sind ein emotionaler Vertrauensanker. Sie bereichern unser kulinarisches Angebot und stärken gleichzeitig die Bindung der Menschen zu ihrer Heimat.“
„Bewusst Tirol“ ist gelebte Überzeugung
Wie sehr die Auszeichnung auch für einzelne Betriebe eine Herzensangelegenheit ist, zeigt das Beispiel des Bezirkssiegers Kitzbühel. „Für uns ist ‚Bewusst Tirol‘ gelebte Überzeugung. Wir wollen unseren Gästen nicht nur Genuss bieten, sondern auch die Geschichte und Herkunft der Lebensmittel erzählen“, sagt Philipp Haueis von Mingler’s Sportalm.
Die Teilnahme am Projekt ist an klare Kriterien gebunden. Grundlage ist die jährliche Erhebung der von den Betrieben bezogenen Mengen an Tiroler Lebensmitteln sowie die Zahl der zubereiteten Mahlzeiten. Berücksichtigt werden ausschließlich Produkte, die in Tirol produziert und verarbeitet werden. Wer im Jahresdurchschnitt mehr als 0,3 Kilogramm Tiroler Lebensmittel pro Mahlzeit einsetzt, darf sich „Bewusst Tirol“ Betrieb nennen – und trägt so aktiv dazu bei, die heimische Landwirtschaft zu stärken, regionale Wertschöpfungsketten zu sichern und Gästen wie Einheimischen authentischen Genuss zu bieten.