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08.06.2020
News  
 

Baum für die Fische im See versenkt

Zwei Mal flog vergangene Woche der Lastenhubschrauber und transportierte gefällte Baumstämme, die mit Steinen beschwert waren, in den Schwarzsee. Die Fichte dient in den nächsten Jahrzehnten den Fischen als Laichplatz und als Unterstand für die Jungfische. Aber auch Insekten bekommen dadurch mehr Lebensraum.

Kitzbühel | Der Schwarzsee ist nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Menschen, sondern auch Lebensraum für viele Tiere im und am Wasser. Im See zählen Hecht, Zander, Karpfen, Barsch, Schleien und verschiedene Weißfische zu den Hauptarten der Fische. Der Lebensraum der Tiere ist aber durch den Menschen eingeschränkt – Schwimmer und E-Boote drängen die Fische zurück. Nun bekamen die Fische ein wertvolles Stück Lebensraum dazu.

Fichte dient nun als „Kinderstube“
Für den Umbau bzw. die Erweiterung des Alpenhotels am Schwarzsee mussten acht Bäume gefällt werden, darunter auch Fichten. Deren Bestimmung war aber nicht als Brennholz für warme Stuben zu sorgen, sondern Heimat für Jungfische und Laichstätten zu werden. Es war ein langgehegter Wunsch der Aufsichtsfischer G.V. Gerhard Vogel und Thomas Neumayr, so einen Lebensraum im  Schwarzsee zu schaffen. „Wir haben uns bewusst für den Standort vor dem Naturschutzgebiet entschieden, da dieser Teil des Sees weder von den Schwimmern noch den Bootfahrern genutzt wird“, erzählt Vogel, der für sein Vorhaben Unterstützung vom Naturschützer, Dr. Wolfgang Österreicher und dem Besitzer des Alpenhotels, Heinrich Schultz, erhielt.
Eine zehn Meter lange Fichte wurde geteilt und mit Steinen beschwert, damit sie im See versinkt. Vergangene Woche, am Dienstag, kam der Lastenhubschrauber und flog die Baumstämme samt Geäst in die vorgesehene Stelle im Schwarzsee.

Laichstätte und Unterschlupf
„Die Bäume dienen im Frühjahr – von April bis Juni – als Laichstätte für Zander, Hecht und Barsch. Sie werden aber nicht nur als Brutstätte genutzt, sondern auch als Unterstand für die Jungfische. Aber auch andere Fische werden sich im Geäst der Bäume aufhalten und hier Schutz suchen“, erzählt Aufsichtsfischer Gerhard Vogel. Der Bereich vor dem Naturschutzgebiet ist auch jener Bereich im See, der den höchsten Algenbewuchs hat.
Aber nicht nur die Fische profitieren von den Bäumen, auch der Lebensraum für Insekten wurde erweitert. „Es sind auch positive Auswirkungen auf die Insektenpopulationen gegeben, da es zahlreiche wasserbewohnende Larvenstadien von Insekten gibt. Diese finden durch die eingebrachten Strukturen mehr Lebensraum“, erklärt Österreicher.
Der neugeschaffene Lebensraum wird sich mehrere Jahrzehnte halten, wie Österreicher versichert, und von Fischen und Insekten genutzt werden. Auswirkungen auf das Moor am Boden des Sees sind nicht gegeben.
Die Kosten für diese aufwendige Aktion übernahm der Besitzer des Alpenhotels, Heinrich Schultz. Elisabeth M. Pöll

Mit einem Lastenhubschrauber wurden die Fichtenstämme an die gewünschte Stelle im Schwarzsee transportiert. Fotos: Pöll

 
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