19.04.2020
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Zusammenhalten

Freies Reisen, offene Grenzen – das ist für uns Europäer dank des Schengen Abkommens seit einem Vierteljahrhundert Realität. Doch jetzt, in Zeiten von COVID-19, ist alles anders. An der Grenze zum bayerischen Kiefersfelden werden die Autos meist nur durchgewunken. An den kleinen Grenzen ist eigentlich gar nicht mehr so ganz klar, wo der Schlagbaum eigentlich genau ist. Normalerweise!
Aber plötzlich ist eine – wenn auch unsichtbare – Mauer hochgegangen. Fernbeziehungen über die Bundesgrenze hinweg sind abrupt unterbrochen worden, wie mein Freund Klaus und ich derzeit schmerzlich erfahren müssen. Niederbayern scheint sich im Moment auf einem anderen Planeten zu befinden, Tirol für Klaus auch. Haben wir im Vorjahr noch in Namibia gemeinsam Ostereier gesucht, mussten wir diese heuer Pandemie-bedingt jeder für sich alleine suchen. Videotelefonie und Skype sei Dank haben wir uns wenigstens über die Ostertage gesehen, uns über die Kamera zugeprostet und uns Fotos von unseren jeweiligen Osterleckereien geschickt. Doch so nett die Gespräche auf diese Weise auch sein mögen und es wenigstens die Möglichkeit gibt,  sich zumindest virtuell zu sehen – menschliche Nähe kann diese Art von Kommunikation nicht ersetzen. So gut können die technischen Hilfsmittel wie Kamera und Mikrofon gar nicht sein!

Doch wie müssen sich da erst ältere Menschen fühlen, die vielleicht mit Smartphone und PC nicht so gut umgehen können – für sie ist gerade oft die Fastenzeit und die Karwoche eine ganz wichtige Zeit mit vielen sozialen Kontakten und einem schönen Fest im Familienkreis. Gerade in dieser Zeit, in der die Natur blüht und gedeiht und zum Aufenthalt im Freien einlädt, sind viele ältere Menschen im ihre Wohnung verbannt. Das Fest am Ostersonntag beschränkte sich nicht nur für uns, sondern auch für ganz viele andere Menschen nur auf das Telefon.
Auch wenn wir Ostern ohne den anderen verbringen mussten, haben wir uns wenigstens als Paar und wissen, dass es irgendwann vorbei sein wird und die Grenzen wieder aufgehen. Auch wenn es mir schwer fällt, Geduld zu haben – da gibt es so viele, auch bei uns, denen es so viel schlechter geht als uns. Jene, die sich angesteckt haben, die mit massiven wirtschaftlichen Problemen kämpfen oder Menschen, die ihren Job verloren haben – diese Trennung auf Zeit werden wir da schon überstehen, wenn auch schweren Herzens!
Irgendwann werden wir mit einem Glas Wein anstoßen und an die Zeit zurück denken, in der unsere Welt aus den Angeln gehoben wurde und wir uns nur gewünscht haben, dass die Menschen in unserem Freundes- und Bekanntenkreis diese Krise gut überstehen. Hoffen wir, dass diese Zeit bald ein Ende hat und wir uns alle wieder in die Arme nehmen dürfen. Hoffen wir auf bald ...

Ihre Margret Klausner m.klausner@klausner-pr.at

 
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