12.08.2016
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Zum Interview Sommertheater

Die Interviewte vom Sommertheater Kitzbühel bemängelt, dass Kitzbühel alles habe, was eine Weltstadt so braucht, nur eben kein Theater, und behauptet, dass sich in unserer Stadt niemand je darum gekümmert hätte.

Kitzbühel | Die erste Nachricht über ein Spiel findet sich in den Büchern der Stadtpfarrkirche St. Andreas und zwar aus dem Jahr 1518, also vor ca. 500 Jahren. Dem Zeitgeist entsprechend handelte es sich vorwiegend um geistliche Themen, welche dargeboten wurden, aber nicht ausschließlich. Fast jährlich ist von Spielen sowohl vor, als auch im Rathaus die Rede, dazu manchmal auch noch von fahrenden Gauklern, welche  „ain Spill“ aufgeführt haben.

Richtig los ging es aber, als der Orden der Dominikaner die Seelsorge in Kitzbühel übernahm, die Rosenkranzbruderschaft gründete und im Sinne der Gegenreformation große Prozessionen und das Passionsspiel einführten. Bis 1798 sind unzählige Aufführungen festgehalten. Am Friedhof gab es das „Comedi-Haus“, heute würde man sagen, ein Festspielhaus. Bereits 1519 ist dieses Theater als Aufführungsort vermerkt. Mit der aufkommenden Aufklärung war dann aber auch die Zeit der geistlichen Theaterstücke abgelaufen. Jedoch hören wir im Jahr 1855 von der  Eröffnung einer Bühne durch die „Dilettanten-Gesellschaft. 1924 sind - auch mit Fotos - einige Aufführungen des „Jedermann“ vor dem Warmbad (heute Aquarena) dokumentiert.

Und an diese jahrhundertelange Spieltradition knüpft nahtlos  die Heimatbühne Kitzbühel an, die zur großen Freude der Einheimischen und Gäste  die Spieltradition im Kolpinghaus fortführt, oft mit mehreren Einstudierungen pro Jahr und das seit weit mehr als 100 Jahren. Im Band III des Kitzbüheler Stadtbuches ist ein ganzes Kapitel der Theatergeschichte gewidmet. (Lektüre empfohlen!)   Autor Dr. Norbert Hölzl schreibt zu Beginn den Satz:  „Kaum irgendwo in Tirol sind die Traditionen des Volkstheaters so kontinuierlich, so stark, so hartnäckig wie in Kitzbühel“.

So bleibt am Ende der Vergleich von 500 Jahren Spieltradition in Kitzbühel mit gerade einmal 15 Jahren Sommertheater. Das lehrt einen Demut. Andreas Kili

 
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