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05.06.2019
News  
 

Z‘samm halten, Mehrwert schaffen

Brixental | „Wer weiter denkt, kauft näher ein“ – dieser Grundsatz ist die Basis für die Gemeinschaft der Brixentaler Kaufleute, die heuer ihr zehnjähriges Bestehen feiert. Sichtbares Erfolgszeichen: die eigene, regionale Währung.

Der Brixentaler ist im wahren Höhenflug. Wie berichtet, knackte die Regionalwährung der örtlichen Kaufmannschaften von Kirchberg, Westendorf und Brixen zum Jahreswechsel die Zwei-Millionen-Euro-Schallmauer. Die Akzeptanz in den drei Orten ist hoch, wie einer der Pioniere der ersten Stunde, Franco Angerer, unterstreicht. Wichtig ist es aber auch, einem derartig großen Projekt genügend Zeit zur Entfaltung zu geben: „Man muss es sich entwickeln lassen und nicht nach drei Jahren hinschmeißen.“ Die Entwicklung war freilich bereits in den ersten Jahren äußerst positiv. Am Anfang stand die Überlegung: „Wie holen wir die Kaufkraft stärker in die Region? Es ist schließlich nicht selbstverständlich, dass man bei uns alles kaufen kann“, führt Helmuth Hehenberger aus.  Probates Mittel war eine eigene Regionalwährung. Der Schwung, der durch den gemeinsamen Weg erzeugt wurde, zeigt sich gerade beim „Brixentaler“ exemplarisch auf.
Der Rücklauf der Brixentaler Münze ist enorm hoch – die Quote liegt bei über 90 Prozent.  „Das ist sicherlich der Dichte und dem Angebot von 240 Betrieben geschuldet, bei denen der Brixentaler eingelöst werden kann“, führt Angerer aus.  Sabrina Schweiger ergänzt: „Wir decken verschiedenste Branchen ab und bieten etwas für Jung und Alt.“ Übrigens gilt das regionale Zahlungsmittel nicht „nur“ bei Handelsbetrieben. Auch Dienstleister, Handwerker und Gastrobetriebe sind Anlaufstellen. Alle Bereiche zeigen dabei „eine gute Ausgewogenheit“, ergänzt Schweiger.
Die ersten Brixentaler-Münzen wurden 2009 ausgegeben, im Jahr 2012 kamen die 20-Euro-Brixentalerscheine hinzu. Auch dieser Schritt erwies sich als Erfolg. Der Anteilswert der Scheine am Gesamtaufkommen beträgt mittlerweile 40 Prozent. Die Regionalwährung funktioniert tatsächlich wie Geld. Entsprechend sind die Sicherheitsmerkmale und auch die Abwicklung bei den Bankenpartnern gestaltet. Ein weiterer Aspekt ist Franco Angerer wichtig: „Im Durchschnitt liegen 200.000 Brixentaler pro Jahr in den Haushalten. Als Unternehmer muss ich mir Gedanken machen, wie ich das abholen kann – mir Aktionen einfallen lassen und die Kundenbindung steigern.“ Allfällige Veranstaltungen und Neuigkeiten werden im regionseigenen Informationsblatt „Der Brixentaler“ veröffentlicht.  Jeder der drei „Brixentaler“-Orte hat natürlich auch die ganz persönliche Kaufleute-DNA. Die Vereinigung „hat von allem das Beste aufgenommen“, wie Sabrina Schweiger unterstreicht. Ein weiterer positiver Aspekt der gemeinsamen Arbeit ist das Sozialprojekt „Brixentaler für Brixentaler“ das immer wieder wertvolle und unbürokratische Hilfe leistet.  

Zeichen für Nachhaltigkeit
Zum Jubiläum denken die Brixentaler Kaufleute ebenfalls „weiter“: Dabei setzen die Unternehmer ein Zeichen der Nachhaltigkeit. „Vor zehn Jahren waren Regionalität und Nachhaltigkeit noch nicht im Trend“, erinnert sich Verena Tomaselli zurück. Trotzdem hatten die drei Kaufmannschaften den richtigen Riecher und bleiben sich auch zum Jubiläum treu. Als Geschenk an die Kunden werden die Brixentaler 4.000 Taschen in den drei teilnehmenden Gemeinden verteilen. „Sie sind aus einem ökologischen Baumwollstoff und werden in Europa von Hand genäht“, zeigt Sabrina Schwaiger auf. Finanzielle Unterstützung dabei erhält die Vereinigung von den beteiligten Gemeinden Westendorf, Brixen und Kirchberg.  Das Jubiläum wird am 15. August im Rahmen des Kirchberger Blumencorso gefeiert.  Worum es insgesamt geht, sagt Angerer abschließend: „Wir wollen mit unseren Kunden in Berührung kommen und erreichen, dass es ihnen gut geht.“ Elisabeth Galehr

Ein nachhaltiges Zeichen zum Jubiläum präsentierten Helmuth Hehenberger, Anni Thaler, Verena Tomaselli, Sabrina Schweiger und Franco Angerer. Foto: Galehr

 
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