19.07.2016
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Zeichen gegen den Kunstschnee

Die Kitzbüheler Grünen wollen das Horn als Naturschneeberg erhalten. Mit einem Protestmarsch soll der Unmut gegen die Beschneiungsanlage ausgedrückt werden.

Kitzbühel | Die Bauarbeiten für die Beschneiungsanlage am Kitzbüheler Horn sind bereits angelaufen dennoch wollen die Kitzbüheler Grünen nun ein Zeichen gegen den Kurs der Bergbahn AG Kitzbühel setzen. „Es gibt viele Menschen in Kitzbühel, die keine Beschneiung am Horn wollen. Wir wissen, dass wir das Projekt nicht mehr stoppen können, aber trotzdem wollen wir unseren Unmut ausdrücken“, erklärt der Grüne Gemeinderat Rudi Widmoser gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger.

Warum erfolgt Protest erst nach Baustart?

Die Pläne der Bergbahn, das Horn mit einer Beschneiungsanlage auszustatten sind schon seit letztem Jahr bekannt. Warum wurde nicht früher eine Aktion gestartet? „Natürlich wäre ein früherer Zeitpunkt besser gewesen. Die politischen Lager mussten sich aber erst zusammentun“, erklärt Widmoser.

Der Protestzug soll am 23. Juli um 9.30 Uhr im Schulpark bei der Kitzbüheler Volksschule gestartet werden. Dann will man gemeinsam bis zur Talstation des Horns marschieren. „Natürlich ist es auch ein Risiko, denn wir wissen nicht wie viele Leute kommen werden und ihren Unmut tatsächlich öffentlich kundtun möchten“, weiß auch Widmoser.

Freiheitliche unterstützen Grüne

Einen etwas außergewöhnlichen politischen Unterstützer haben die Grünen in der FPÖ gefunden. „Wir unterstützen die Grünen bei ihrer Demonstration, es geht uns aber vor allem darum, dass die Bürger nicht eingebunden wurden. Der Stadt gehören 49,9 Prozent der Bergbahn, damit sind die Bürger die Aktionäre und so ein Projekt darf nicht hinter verschlossenen Türen ausverhandelt werden“, sagt FPÖ-Stadtparteichef Alexander Gamper. Er vermisst, gerade wegen der skeptischen Stimmen, die Einbindung der Bevölkerung.  

Welche Bedenken haben die Grünen?

Die Hauptargumente der Beschneiungs-Gegner sind, dass das Horn ein geologisch äußerst sensibles Gebiet sei. Die Ponore (Schlucklöcher) durchziehen das Karstgebiet. „Das Horn liefert das Trinkwasser für die Stadt. Aufgrund des Netzwerks der Schneekanonenleitung wird der Berg drainagiert. Es besteht die Gefahr künftiger Beeinträchtigungen des Trinkwassers“, so Widmoser. Er verweist darauf, dass lt. dem Ur-Kitzbüheler Prof. Dr. Florian Überall, auf dem Berg spezielle Kräuter und Pflanzen wachsen, welche durch Beschneiung sowie den Einsatz von Pistenraupen und Düngung gefährdet sind.

„Wir nehmen die Konsequenzen in Kauf“

Das Kitzbüheler Horn werde von vielen Gästen und Einheimischen als Naturschneeparadies geschätzt, schildert Widmoser. Doch was passiert, wenn dem Paradies immer öfter der Schnee fehlt? „Wenn das Skifahren am Horn stirbt, wäre das eine Konsequenz, die wir in Kauf nehmen müssen. Es ist klar, dass die Wirtschaft das nicht gerne hört, aber das Horn sollte als Gegenpool zum voll erschlossenen Hahnenkamm naturbelassen bleiben“, betont Widmoser.

Als weiteren Aspekt nennen die Grünen einen möglichen Zusammenschluss mit dem St. Johanner Skigebiet. „Dann hätten wir zwei große Skigebiete und das Horn als Ruhepool geht endgültig verloren“, so Widmoser.
In ein anderes Horn bläst hingegen die FPÖ, sie möchte die St. Johanner Bergbahn mit einbinden und kritisiert den Alleingang der Kitzbüheler ohne mit den Nachbarn vorher verhandelt zu haben.  
Johanna Monitzer  

Bild: Das Horn soll ein Naturschneeparadies bleiben. Rudi Widmoser und Georg Hechl (re.) von den Kitzbüheler Grünen rufen zum Protestzug gegen die Beschneiungsanlage auf. Auch die St. Johanner Parteikollegen Andreas Schramböck (li.) und Maria Melle Strele unterstützen die Aktion.  Foto: Monitzer

 
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