17.12.2019
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Zehn Punkte für den „Tiroler Weg“

Nachhaltig – ökologisch – zukunftsfähig sind die Schlagworte des Tourismuspapiers der NEOS, das sie dem Tiroler Landtag präsentieren werden. In einem zehn Punkte Programm wollen sie den Tourismus positiv ändern. Die Lösungsansätze reichen von der Einbindung der Bevölkerung über die Verkehrsinfrastruktur bis hin zur Neugestaltung der Tourismusabgabe.

Das Land Tirol arbeitet an einer neuen strategischen Ausrichtung für den Tourismus, den „Tiroler Weg“, daher verfassten die NEOS ein Tourismuspapier, das man als konstruktiven Input sehen soll. „Wir wollen einmal mehr sehr konstruktiv den Regierungsparteien einen Steigbügel geben, unseren Input verschriftlichen und verstehen uns als konstruktive Opposition, die durchwegs auch die Verantwortung in sich selber sieht und nicht nur raunzt“, fasst Dominik Oberhofer, Klubobmann der NEOS, die Beweggründe für das Verfassen des zehn Punkte umfassenden Programms „Perspektivenwechsel im Tiroler Tourismus“ zusammen.

Das 21 Seiten starke Schriftstück wurde aber nicht nur von den Tiroler NEOS verfasst, es wurde auch die Bundespartei eingebunden, Experten der Universität, MCI und FH Kufstein angehört und der Kontakt mit den Tourismusverbänden gesucht, um die optimale Lösung zu finden.
Die NEOS wollen die Interessen der Tiroler Bevölkerung stärken. Das wollen sie mit mehr Direktdemokratie erreichen. „Die Bevölkerung soll das Gefühl haben, touristische Entscheidungen mittragen zu können und daher treten wir für eine Direktdemokratie wie in der Schweiz ein“, sagt Dominik Oberhofer. Sobald eine Initiative entsprechend Stimmen erhält, soll es zur Abstimmung kommen. Als weiterer Punkt werden die Weiterbildungsmöglichkeiten samt Kinderbetreuung in den Ferienzeiten angeführt.
Die NEOS regen auch ein Umdenken bei den öffentlichen Verkehrsmitteln an: Ähnlich wie bei den Fluglinien soll es zu den Hauptreisezeiten auch Charter bei den Zügen geben. Zudem sollen die Nahmärkte mit Direktzügen besser angebunden werden.

Fördern statt Förderungen

Die Wirtschaftsförderung wollen die NEOS um 50 Millionen Euro reduzieren, dafür aber die Tourismusabgabe für alle Betriebe abschaffen und nur noch eine einheitliche Abgabe für die Nächtigungen einheben.  „Der Verband bekommt vom Land 1,50 Euro und 2,50 Euro vom Gast für jede Nächtigung“, erläutert Oberhofer seine Planung. Die Tourismusverbände könnten zudem über freie Mitgliedschaften und Angebote Mittel lukrieren, wobei bei zweiterem die Verbände eine Reisebürolizenz betreiben dürften. Zudem sprechen sich die NEOS für Stimmengleichheit aus – jedes Mitglied hätte nur eine Stimme. Mitglieder in den Verbänden wären nur mehr die Vermieter.

Angeregt wird von den NEOS auch, namhafte Regionen zu stärken und ihnen Geld und Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, um kurzfristig auch auf den Markt reagieren zu können.
Eine Reform bei den Klein­skigebieten wird ebenso angestrebt: Nicht mehr die Beförderungszahl sollte die Richtlinie bilden, sondern die Pistenlänge. Somit blieben wichtige Anlagen wie die „Bürgermeisterlifte“ erhalten, wenig rentable Gebiete müssten rückgebaut werden.

Handlungsbedarf sehen die NEOS auch bei den Privatzimmervermietern. „Das Gesetz dafür stammt aus dem Jahr 1959 und bietet keine vernünftige Lösung für eine Weiterentwicklung“, kritisiert Dominik Oberhofer, der sich für eine Obergrenze von 20 Betten ausspricht und dazu auch für den Betrieb von Zusatzleistungen wie zum Beispiel Minibar und Internet ohne Gewerbeschein ausspricht. Der Problematik von Plattformen wie AirBnB will Oberhofer mit einer strengen Kontrolle durch das Land entgegentreten.
Zudem gibt es Überlegungen über eine Neuaufteilung der Tourismusregionen, die sich vor allem nach den Interessen richten sollte. Elisabeth M. Pöll

Klubobmann Dominik Oberhofer präsentierte das NEOS-Programm für den Tiroler Tourismus.Foto: Venier

 
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