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13.04.2019
News  
 

Zahl der Nächtigungen nahm ab

Gefühlt verlief die Wintersaison gut – die Zahlen drücken jedoch was anderes aus. Landesweit gab es einen Rückgang bei den Ankünften und Nächtigungen, so auch im Bezirk. Einzig jene Verbände, bei denen eine Qualitätsverbesserung stattfand, konnten ein Plus verbuchen.

Bezirk | Der Winter ist so gut wie gelaufen. Mit Ausnahme von Kitzbühel haben bereits alle Bergbahnen ihren Winterbetrieb eingestellt, zu spät ist vielen heuer der Ostertermin. Die Bilanz von Anfang November bis Ende Februar ist ernüchternd. Sowohl die Zahl der Ankünfte als auch der Nächtigungen ist rückläufig.

Die Gründe für den Rückgang sind bekannt

Negativ auf die Nächtigungszahlen haben sich die starken Schneefälle im Jänner und die damit verbundene schlechte Presse – vor allem in Deutschland – ausgewirkt. Dadurch blieben nämlich die kurzfristigen Buchungen aus. „Jene Gäste, die bereits im Vorfeld ihr Zimmer resviert hatten, informierten sich noch bei ihrem Vermieter, ob eine Anreise möglich ist bzw. ob man Schneeketten oder dergleichen braucht“, weiß Brixental-GF Max Salcher. Ähnlich sieht es auch Kitzbühel Tourismus Präsidentin Signe Reisch: „Wir waren die ganze Zeit sehr gut erreichbar, jedoch schreckte das Wetter die Leute vor kurzfristigen Buchungen ab. Sobald die Werbung mit den tollen Winterbildern lief, kamen auch wieder kurzfristige Buchungen rein.“

Landesweit nahmen die Nächtigungen ab

Landesweit gab es im Winter 2018/19 bis einschließlich Februar ein Minus von 1,6 Prozent bei den Nächtigungen, die Ankünfte weisen ein Minus von 1,3 Prozent auf. Diesem Trend folgen auch die Tourismusverbände im Bezirk Kitzbühel mit zwei Ausnahmen. Der Verband „Wilder Kaiser“ hatte bis Ende Februar ein Plus von 2,4 Prozent. „Es war ein kompakter Winter. Der viele Schnee war vor allem zum Saisonende hin wichtig. Die Zahlen spiegeln die Qualitätsverbesserungen wider, aber auch die neuen Betten in Ellmau wirken sich hier positiv aus“, resümiert Lukas Krössl­huber, GF vom Tourismusverband Wilder Kaiser, der aber noch eine Abnahme bei den Zahlen sieht. „Ostern fällt heuer ziemlich spät, daher werden die Zuwächse am Ende des Winters geringer sein“, so Krösslhuber.

Zugewinne durch Qualitätsverbesserung

Der zweite Gewinner in diesem Winter war die Ferienregion Hohe Salve mit einem Plus von 7,5 Prozent (Nächtigungen bis einschließlich Februar). 2.755 mehr Ankünfte (5,5 Prozent) und 13.975 mehr Nächtigungen wurden verbucht. Für den Geschäftsführer der Region Kitzbüheler Alpen Hohe Salve, Stefan Astner, ist vor allem die Qualitätsverbesserung, die in Hopfgarten stattfand, einer der Hauptgründe. „Es hat sich hier im hochwertigen Segment einiges getan. Es sind in den letzten zwei Jahren in Hopfgarten Qualitätsbetten entstanden. Neben dem Sportresort wurden auch qualitativ hochwertige Appartements geschaffen“, erzählt Astner. Im Zehn-Jahres-Vergleich hat die Region aber nicht wirklich ein großes Plus bei der Bettenanzahl zu verzeichnen. Gerade einmal ein Prozent beträgt hier das Plus. Erfreut zeigt sich Astner auch über das Abschneiden von Itter, wo ohne Bettenzuwachs ein Plus erreicht werden konnte. „Der Winter war Spitze, vor allem für uns als Randregion der SkiWelt. Wir hatten auch kein Problem mit der Anreise im Jänner“, erzählt Astner.

Bettenschwund macht sich bemerkbar

Mit 734.784 Nächtigungen hat der Tourismusverband Kitzbüheler Alpen Brixental um 11.789 Nächtigungen weniger als im Vergleichszeitraum des Vorwinters und damit ein Minus von 1,6 Prozent. Während die Orte Westendorf (+0,7 Prozent) und Brixen (+1 Prozent) positiv abschnitten, hat Kirchberg mit -4,2 Prozent (15.050 Nächtigungen ein deutliches Minus. „In Kirchberg haben zwei Betriebe mit gesamt 200 Betten geschlossen, das schlägt sich natürlich auch in den Zahlen nieder“, kennt TVB-GF Max Salcher die Ursache, der auch zu Bedenken gibt, dass sich in den letzten Jahren in Kirchberg die Bettenzahl um 1.000 reduziert hat.

Wertschöpfung wurde wieder gesteigert

Einbußen musste auch Kitzbühel Tourismus hinnehmen. Der Rückgang im Vergleich zum Vorwinter beträgt 3 Prozent, was 13.909 Nächtigungen entspricht. „Die Bäume wachsen natürlich nicht endlos in den Himmel“, sieht Signe Reisch, Präsidentin von Kitzbühel Tourismus, dem Ergebnis nüchtern entgegen. Rückgänge hat Kitzbühel in den Kernmärkten Österreich und Deutschland, dafür konnten vermehrt Gäste aus Großbitannien und den Niederlanden  gelockt werden. „Uns fehlen vor allem die kurzfristigen Buchungen im Jänner, die aufgrund der Wettersituation ausblieben“, resümiert Reisch.  Schmerzlich ist auch der Rückgang bei den kleinen Betrieben. „Es kommen zwar immer wieder neue dazu, jedoch ist die Anzahl jener, die zusperren, größer“, sagt Reisch. Grundsätzlich zeigt man sich in der Gamsstadt aber zufrieden mit der Saison, da die Wertschöpfung wieder gestiegen ist. Hier  liegt die Prognose für den Umsatz/Bett bei 18.619 Euro.

Rückgänge auch in den anderen Regionen

Einen deutlich höheren Rückgang bei den Ankünften als bei den Nächtigungen verbucht das Pillerseetal. Die Ankünfte gingen um 1,4 Prozent zurück, die Nächtigungen hingegen um nur 0,3 Prozent.

Rückläufig sind die Zahlen auch beim Tourismusverband Kitzbüheler Alpen St. Johann Oberndorf Kirchdorf Erpfendorf. Die Ankünfte sanken um 4,3 Prozent die Nächtigungen gingen um 3,7 Prozent zurück.

Ebenso rückläufig sind die Zahlen im Kaiserwinkl. Die Ankünfte nahmen um 1,8 Prozent ab, die Nächtigungen sanken um 3,2 Prozent.
Elisabeth M. Pöll

 
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