22.10.2017
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Wohnprojekt in Kirchberg bekam Absage

Das Wohnprojekt der Firma ZIMA erhielt im Kirchberger Gemeinderat eine Absage. Die Fraktio­nen „Dei Hoamat“ und „Unser Kirchberg“ sprachen sich gegen den Flächenaufteilungsschlüssel aus und stimmten dagegen. Das Projekt wurde mit sieben Ja- und zehn Nein-Stimmen abgelehnt.

Kirchberg | Für eine intensive Diskussion im Gemeinderat sorgte das Wohnbauprojekt der ZIMA Wohnbau- und Projektmanagement GmbH. Eine Umwidmung von 16.200 Quadratmetern stand im Raum, davon wären 5.000 Quadratmeter der Gemeinde für den Bau von Mietwohnungen zur Verfügung gestellt worden, auf weiteren 3.000 Quadratmetern wären Eigentumswohnungen angedacht gewesen, die den Wohnbauförderungsrichtlinien unterlägen und von der Gemeinde vergeben worden wären.
Bürgermeister Helmut Berger bezeichnete das Projekt als Jahrhundertchance für die Gemeinde und teilte dem Gemeinderat auch mit, dass Raumplaner Andreas Lotz sowie das Land dieses Projekt befürworten. 75 bis 85 Wohnungen hätten so entstehen können, jedoch fand man im Kirchberger Gemeinderat keine gemeinsame Linie. „Ich will die Chance nicht verpassen, schließlich geht es um die Vorsorge für die Familien von Morgen. Die Bebauung muss ja nicht jetzt sein, aber wir sollten uns das Grundstück sichern, damit wir vielleicht in fünf oder sechs Jahren auf dieser Fläche Wohnraum schaffen können“, argumentierte der Bürgermeister.

Zustimmung für
Reservefläche
Bei Vizebürgermeister Andreas Schipflinger (Unser Kirchberg) kam das Projekt jedoch nicht so gut an: „Es geht hier nicht nur um Wohnungen für Einheimische, sondern auch um frei verkäufliche Wohnungen. Davon gibt es in Kirchberg schon viele und viele stehen leer. Zudem werden noch weitere errichtet“, argumentiert Schipflinger, der Berger aber bei der Schaffung von Vorsorgefläche nur zustimmen kann: „Die Sicherung des Grundstücks ist unumstritten. Dem Projekt in der Form und dieser Aufteilung kann ich nicht zustimmen. Schauen wir doch, dass wir das Grundstück zu 100 Prozent für Einheimische sichern.“

Sorgsamer Umgang mit freien Flächen

Für Ersatzgemeinderat Franz Heim (Unser Kirchberg) ging es um die grundsätzliche Frage, wie sich der Ort entwickeln will, denn seiner Ansicht nach bewegt man sich in die falsche Richtung: „Wir haben in den letzten drei Jahren 284 Einheiten bewilligt, davon ist gerade mal ein Drittel für Einheimische und der Rest für den freien Markt“, erklärte Heim und betonte, dass die Entwicklung so nicht weitergehen darf. Zudem sprach auch er sich gegen eine Widmung in diesem Verhältnis aus.
Ebenso für einen sorgsamen Umgang mit den Freiflächen wünscht sich Christian Simair (Dei Hoamat). Horrorszenarien, in denen Einheimische in Hochhäusern wohnen müssen, will er nicht erleben. Zudem regt Simair an, über den Ankauf von Immobilien, bzw. einer verdichteten Bauweise im Ort Wohnflächen zu schaffen.
Der Argumentation von Luis Leiter (SPÖ-PUK), dass in Kirchberg mit 198 Wohnungssuchenden ein großer Bedarf besteht, setzte Heim entgegen, dass es für 30 Wohnungen im Pflanzgarten immerhin 80 Interessenten bedurfte. Und Schipflinger zählte die Möglichkeiten der Gemeinde für den Wohnbau auf. Neben Raum für Wohnungen gibt es auch noch Vorsorgeflächen für Einfamilienhäuser. „In Summe haben wir 54 Einheiten in Reserve“, sagt Schipflinger.

Umgehung bei Freizeitwohnsitzen verhindern

Bedenken äußerten die ÖVP-Gemeinderäte bei den frei verkäuflichen Wohnungen. Bei der Anzahl der Freizeitwohnsitzen liegt Kirchberg in der Tiroler Statistik an der zweiten Stelle, GR Leiter sieht aber kein Problem, diese zu füllen. Dazu äußerte aber die Opposition ihre Bedenken, denn mit „vorgeschobenen“ Hauptwohnsitzen werden die Auflagen umgangen. „Kontrolliert werden diese nicht, aber irgendwann kommt‘s dann halt auf“, sprach Höller.
Mehr Mut fordert Franz Heim: „Wir müssen über den Schatten springen und mit unserer Widmungspolitik Raum für Einheimische schaffen. Wir dürfen uns nicht von Wohnbauträgern treiben lassen, die Gemeinde sollte der erste Verhandlungspartner für Grundverkäufer sein.“
Nach fast zweistündiger Diskussion fand man keine Annäherung und man schritt zur Abstimmung. Während sich die Bürgermeister SPÖ/PUK sowie FPÖ-Mandatar Wolfgang Haller für das Projekt aussprachen, stimmten die ÖVP-Listen „Unser Hoamat“ und „Dei Hoamat“ dagegen. Ergebnis: 7:10. Elisabeth M. Pöll

 
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