11.07.2016
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Wohnhaus im Tourismusgebiet

Für ein Grundstück, wo die Errichtung eines Wohnhauses geplant ist, wurde die Widmung Tourismusgebiet ausgesprochen. Diese und eine weitere Widmung sorgten für Diskussionen im Gemeinderat.

Kitzbühel | Die Umwidmung eines Grundstückes im Bereich der Skiwiese/Talstation Hahnenkammbahn von Freiland in Tourismusgebiet stieß den Oppositionsparteien im Kitzbüheler Gemeinderat sauer auf, denn auf dem Tourismusgebiet soll ein Wohnhaus entstehen.  „Es wird hier Eigenbedarf für Wohnen angemeldet und wir widmen ein Tourismusgebiet. Warum?“, fragte sich nicht nur GR Rudi Widmoser (Grüne).

„Andere Widmung ist nicht sinnvoll“

Bürgermeister Klaus Winkler erläuterte, dass nur eine Widmung in Tourismusgebiet möglich sei. „Das Land Tirol sowie unser Raumplaner hat uns erklärt, dass hier aus technischen Gründen keine andere Widmung sinnvoll ist“, so der Bürgermeister und verweist auf Peter Hollmann, Vorstand der Bau- und Raumordnungsrechts des Landes sowie auf den städtischen Raumplaner Friedrich Rauch.

Auf Nachfrage des Kitzbüheler Anzeigers beim Land Tirol heißt es aus dem Büro von Hollmann, dass „es sich bei dieser Widmung um ein anhängiges Verfahren handelt und keine Auskunft erteilt werden kann.“ Auskunftsfreudiger zeigte sich hingegen Raumplaner Friedrich Rauch. „Eine Widmung des Grundstückes in Wohngebiet ist möglich, jedoch überhaupt nicht sinnvoll. Da es im Umkreis touristische Widmungen gibt, wären hier Nutzungskonflikte vorprogrammiert. Allein schon in Sachen Lärm gelten bei einem Wohngebiet andere Parameter“, erklärt Rauch.

Befürchtungen, dass neuer Betrieb entsteht

Die Befürchtungen der Oppositionsparteien, dass hier ein weiterer Tourismusbetrieb entstehen könnte, beschwichtigt der Stadtchef. „Es wäre ja auch nichts Schlimmes daran, wenn ein Tourismusbetrieb entstehen würde“, betont Winkler. GR Hermann Huber verweist auf den beschlossenen Raumordnungsvertrag, der die Nutzung regeln soll.

Der Zweitbeschluss für die Umwidmung des Grundstückes in Tourismusgebiet wurde dann schlussendlich durch die Bürgermeisterliste beschlossen. SPÖ, FPÖ, UK und Grüne sprachen sich dagegen aus oder enthielten sich ihrer Stimme. Mit dem Beschluss wurden auch die beiden Einsprüche von Anrainern gegen die Widmung abgewiesen.

Wird Skipiste dadurch verschlechtert?

Die Vergrößerung des im Besitz der selben Familie befindlichen benachbarten Gastronomiebetriebes fand im Gemeinderat ebenfalls keine Einstimmigkeit. Es wird befürchtet, dass durch die Vergrößerung des Betriebes die Situation bei der Skipiste, die dort vorbeiführt, noch weiter verschärft wird. „Hier herrscht im Winter bereits Chaos und es ist gefährlich. Wir verstärken das Problem damit nur noch“, so GR Alexander Gamper (FPÖ). Drei Stellungnahmen von Anrainern, die sich gegen die Widmung aussprechen, blasen in das selbe Horn. Laut Bürgermeister Winkler habe sich die Bergbahn AG Kitzbühel aber bereits mit den geplanten Baumaßnahmen befasst und für positiv empfunden. „Die Situation wird durch die Aufschüttung der Piste sogar verbessert“, so Winkler.

Die nötigen Widmungen für die Vergrößerung des bestehenden Gastronomiebetriebes (2. Beschluss) wurden ebenfalls nur von der Bürgermeisterliste beschlossen, die Oppositionsparteien sprachen sich erneut dagegen aus oder enthielten sich ihrer Stimme. Johanna Monitzer

 
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