21.11.2016
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Wohin geht der Weg des TVB?

Mittels Strategieprozess wollen die St. Johanner Touristiker ihre Nische im hart umkämpften alpinen Tourismus finden. Im Rahmen der Vollversammlung am Montagabend wurden die ersten Ergebnisse der Neuausrichtung vorgestellt.

St. Johann | Nicht eine Agentur, sondern gleich ein Beraterteam hat der Tourismusverband St. Johann engagiert, um den Weg für eine neue Ausrichtung zu ebnen. Die in Innsbruck ansässigen Experten Robert Trasser (Trasser Markenberatung), Christian Oberleiter (IAK - Institut für Angewandte Kreativität) und Thilo Bohatsch (Bohatsch Marketing) haben als ersten Schritt die touristischen Angebote in der Region beleuchtet. „Am Anfang stand eine umfangreiche Analyse. Wir haben zahlreichen Interviews geführt und Workshops veranstaltet“, erklärt Robert Trasser.

Drei Konzeptsäulen und zwei Kernbotschaften

Aus dieser ersten Analyse haben die Experten drei tragende Säulen sowie zwei Kernbotschaften für die Region St. Johann - Oberndorf -Kirchdorf - Erpfendorf erarbeitet. Die drei Säulen lauten: „Aktiv zwischen Horn und Wilder Kaiser“, „Gesunde regionale Top-Produkte“ und „Sinnstiftende Erholung“. „Die Region St. Johann hat ein unglaublich vielfältiges Angebot, wobei der Wilde Kaiser noch besser in die touristische Auslage gestellt werden muss. Auch die vielen Unternehmer, die hier ansässig sind und tolle Produkte anbieten, müssen stärker in den Tourismus integriert werden“, erklärt Trasser.

„Tirol auf den Punkt“ und „Dahoam auf Zeit“

Die beiden Kernbotschaften „Tirol auf den Punkt“ und „Dahoam auf Zeit“ sollen den Urlaub in der Region St. Johann schmackhaft machen. „In der Region findet man alles, was Tirol ausmacht und wir möchten, dass sich die Gäste bei uns auf Land und Leute einlassen – sie sollen sich wie daheim fühlen“, veranschaulicht Trasser.

„Positionierungsprozess  ist nie zu Ende“

Soweit die Theorie. Doch was bedeutet das jetzt für die Touristiker? Welche Schritte müssen gesetzt werden? „Es sollte jedem klar sein, dass so ein Positionierungsprozess nie wirklich abgeschlossen ist. Wer sich mit Positionierung beschäftigt, merkt schnell, dass Anpassung eine große Rolle spielt. Die Dinge ändern sich ständig, es gilt, sich anzupassen“, erklärt Christian Oberleiter. Die Experten sehen in der Ausrichtung des Tourismusverbandes einen Prozess, dessen Ende nicht definiert ist. „Wir wollen kein Strategiepapier machen, das in der Schublade verschwindet“, betont Oberleiter.

Welche Schritte werden nun gesetzt?

Ein paar Schritte, die als Nächstes gesetzt werden sollen, wurden aber bereits definiert. So sollen die Strukturen des TVBs überdacht und eventuell neu erstellt werden. „Es werden sich wahrscheinlich neue Aufgaben ergeben“, erklärt dazu Robert Trasser. Auch das Konzept für die interne Kommunikation soll neu erstellt werden.

„Club St. Johann“ und „Live like a local“

Für die kommende Sommersaison sollen schon konkret buchbare Produkte für die Gäste entwickelt werden. Hierfür machten die Experten bereits Positionierungsthemen aus. So könnte man in der Region einen „Club St. Johann“ ins Leben rufen, wo die Mitglieder mit besonderen Vorteilen an die Region gebunden werden. Ein großer Schwerpunkt der Produktentwicklung setzten die Experten unter das Motto „Live like a local“. „Die Gäste sollen am Leben teilhaben können. Es könnten z.B. Kurse im Traktorfahren, Bierbrauen oder Melken angeboten werden“, veranschaulicht Trasser.

„Zusammenarbeit mit SkiStar vertiefen“

Ein Augenmerk soll auch auf eine gute und enge Zusammenarbeit mit dem schwedischen Skigebietsbetreiber SkiStar angestrebt werden, der seit dem Frühjahr die Mehrheit bei der Bergbahn St. Johann übernommen hat. „SkiStar hat über zwei Millionen Kunden, wenn davon nur fünf Prozent nach St. Johann kommt, dann sind wir Weltmeister“, so Trasser.

Der Tourismusverband hat in nächster Zeit somit viel vor. „Wer nicht weiß, wohin er segeln will, für den ist kein Wind der richtige“, unterstreicht TVB-Geschäftsführer Gernot Riedel die Wichtigkeit der Neuausrichtung.
Johanna Monitzer

 
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