Wo-das-Joechl-Teufele-ewige-Liebe-schwor 1_teufelskapelle2spbezirk.jpgjochlkapellemichaelu.teufel2spbezirk.jpg
02.06.2020
News  
 

Wo das Jöchl-Teufele ewige Liebe schwor

Das 2016 erneuerte Pilgerbuch der Jöchlkapelle weist ungewöhnliche Zeugnisse von Gebet und Hoffnung auf.

Drei Boys sind durch zwei Meter Schnee gestapft. Wir mussten uns anstrengen, aber es hat sich gelohnt. 26.1.2018.  Wir fahren seit 45 Jahren hierher. Jedes Mal besuchen wir die wunderschöne Kapelle, auch die Enkelkinder sind dabei. Danke für die Erhaltung (Familie aus  Bayern).Schaurig schön. Ganz ehrfürchtig. Unbedingt erhalten.

Zwischen Gasteig und Griesenau steht im Kohlental an der Straße im Wald vor dem mächtigen Reitberg eine Doppelkapelle. Das „Jöchl“ wurde für die Verbreiterung der Straße gesprengt. Die hölzerne Kapelle auf einem Felsblock  ist über eine verwegene Steinstiege erreichbar. Vorgelagert ist  ein kleiner gemauerter Bildstock.
Erstmals erwähnt wird die Kapelle 1737, das ursprüngliche Kultbild, eine Kopie der Altöttinger Madonna, die hier merkwürdigerweise ein weißes Gesicht hat, dürfte aus dem frühen  18.. Jahrhundert stammen. Weil sie durch Diebstähle wiederholt beraubt wurde, ist von der alten Ausstattung kaum  mehr etwas vorhanden (Johannes Neuhardt, Wallfahrten im Erzbistum Salzburg, 1982).
Das heutige Altarbild ist eine Herz- Jesu- Darstellung. Vor dem Eisengitter stehen einfache Devotionalien. Die Kapelle hat ein geschwungenes Zeltdach mit volkstümlichen Bildern (Verkündigung, Anbetung durch die Hirten, Flucht nach Ägypten, die Heilige Familie.). Das zentrale Bild zeigt den Erzengel Michael, der  Luzifer niedergerungen hat.

Der  Erzengel mit dem Flammenschwert und der niedergerungenen Teufel haben die Kirchenbesucher mehr beeindruckt als die volkstümlichen Bilder von der Heiligen Familie, das führte zum Namen „Teufelskapelle“. Sagen und Legenden ranken sich um die Entstehung der Kapelle. Die bedeutenden Tiroler Sagenerzähler, Ignaz Vinzenz Zingerle und Karl Paulin,  berichten vom Jöchl-Teufele. In einem internationalen „Magazin  der Bergwelt“, erschienen 1984, wird vom schmucken Jägersmann und den sorglosen Mädchen beim Flachsbrechen und Tanzen erzählt, denen das liebestolle Jöchl-Teufele  auf der Geige die lockendsten Liebesweisen aufspielte. Er verlebte mit den Mädchen der Umgebung vergnüglichste Stunden und ärgerte die unterlegenen Burschen. Auf das weitum schönste, stolzeste und tanzwütigste Mädchen hatte es der Teufel besonders abgesehen.
Sie tanzten und schworen sich gegenseitig Liebe und Treue, aber seinen Namen wollte der Tänzer nicht preisgeben. Als das Mädchen die wahre Natur ihres Verehrers erkannte, bat es einen frommen Pater in Kitzbühel um Hilfe.
Er bannte den Teufel auf den Stein. Aber dort belästigte er die Vorbeiziehenden, sodass nur der Bau einer Kapelle endgültige Abhilfe schuf. Vor der Eingangstür sieht man noch den Klootritt (Fußtritt) des von seinem Lieblingsplatz vertriebenen Teufels.

Die Jöchlstein- oder Teufelskapelle im Kohlental. Statt der  geraubten Kopie der Altöttinger Madonna zeigt der Altar ein Herz-Jesu-Bild. Das Mittelbild des zeltdachartigen Gewölbes zeigt den Erzengel Michael, der Luzifer besiegt. Fotos: Barbara Kogler

 
Kontakt
Tel.: +43 (0) 5356 6976
Fax: +43 (0) 5356 6976 22
E-Mail: info@kitzanzeiger.at
Virtuelle Tour
Rundblick - Virtual Reality
Werbung
 
Zurück Aktuelle Gemeinde Archiv Suchen