20.10.2018
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Wirbel um den Schnee von gestern

Noch bevor die Skisaison am Resterkogel anlief, hagelte ein Shitstorm auf die Bergbahn AG Kitzbühel nieder. Der Vergleich mit der „Piefke-Saga“ lief in den Social Medias in einer Endlosschleife und auch seitens der Grünen wurde der Frühstart kritisiert.

Mittersill, Kitzbühel | Noch bevor die Bergbahn AG Kitzbühel am Resterkogel die Skisaison eröffnete, kam vom Grünen  Tourismussprecher Georg Kaltschmid Kritik. Er spricht in einer Presseaussendung von einem massiven Imageschaden für den gesamten Tiroler Tourismus: „Es sind Aktionen wie diese, die dem Tourismus enorm schaden. Denn diese Bilder gehen in die ganze Welt. Für Skipisten bei 20 Grad hat niemand Verständnis, weder die Einheimischen, die auf den Tourismus generell immer schlechter zu sprechen sind, noch die Gäs­te, die hierher kommen um die Natur zu genießen und das Ursprüngliche zu erleben. Kunstschneisen mitten in der Spätsommerlandschaft - sowas darf es eigentlich nicht geben.“ Kaltschmid fordert auch eine Begrenzung der Wintersaison, diese sollte als freiwillige Vereinbarung der Seilbahnbetreiber erfolgen.

Am Montag reihte sich dann noch FPÖ-Tourismussprecher Alexander Gamper in der Reihe der Kritiker ein. Auch er bezeichnete den Frühstart als katastrophal und massiv imageschädigend. „Wir brauchen endlich durchdachte Strategien für die touristische Zukunft Tirols. Ich nehme auch Kitzbühels Tourismusobfrau Signe Reisch und Bürgermeister Klaus Winkler in die Pflicht, sie hätten den absolut berechtigten Shitstorm verhindern müssen“, so Gamper.

Fast 2.000 Skifahrer am ersten Wochenende

Für fast 2.000 Wintersportler kam der Winterstart am Resterkogel aber nicht zu früh. Trotz der warmen Temperaturen nutzten sie das Wochenende zum Skifahren. „Natürlich wären mir auch ein paar Grad weniger lieber gewesen“, sagt Bergbahn Vorstand Josef Burger, der auch mit der Kritik gut umgehen kann: „Man kann unterschiedlicher Meinung sein und ich akzeptiere andere Meinungen. Ich würde mir aber wünschen, dass man bei der Sache bleibt. Geht es um die Ökologie, dann ist der Foot­print dieses Schnees, nahe dem Naturschnee. Es ist ein übersommerter Schnee der wiederverwendet wird. Ebenso auch das Isolationsmaterial.“

Altschnee wird wiederverwendet

Für den frühen Winterstart am Resterkogel wird kein Schnee produziert, sondern die Schneedepots werden angeschoben. Der Schnee wird am Ende der Wintersaison zusammengeschoben und mit wiederverwendbarem Isolationsmaterial verpackt. „Während der Sommermonate schmelzen circa 20 Prozent des Schnees“, erklärt Burger. Sicherlich handelt es sich dabei auch um technisch erzeugten Schnee, der aber auf diese Weise im Frühjahr nicht abschmilzt, sondern für die nächste Saison konserviert wird. „Das Snowfarming ist ein Teil des Geschäftsmodells der Bergbahn AG Kitzbühel. Wir konservieren für ein Schneedepot circa 35.000 Kubikmeter Schnee, davon schmelzen 20 Prozent. Somit haben wir im Herbst 28.000 Kubikmeter Schnee zur Verfügung, die wir nicht mehr produzieren müssen. Die Kosten für die Produktion von einem Kubikmeter Schnee sind drei Euro. Somit sparen wir 84.000 Euro bei der Schneeproduktion ein. Auf der Gegenseite steht ein Aufwand von 60.000 Euro für den Arbeitsaufwand und das Isolationsmaterial, wobei hier schon der Schwund eingerechnet ist“, erklärt BAG-Vorstand Josef Burger.

Starker Zuwachs bei den Saisonkarten

Wirtschaftlich wirkt sich der frühe Start auch positiv für die Bergbahn AG Kitzbühel aus. Bis zum Wochenende konnten bereits 49 Prozent der Saisonkarten im Vergleich zum Vorjahr verkauft werden. Das entspricht einem Zuwachs von 40 Prozent. „Das ist ein klarer Vertrauensbeweis unserer in- und ausländischen Kunden in unser Serviceangebot“, sagt Berg­bahn-Vorstand Josef Burger. Durch den frühen Saisonstart können den Wintersportlern auch 200 Tage Pistenvergnügen angeboten werden.

Trainingsstrecke für viele Skiteams

Aber nicht nur bei den Freizeit­sportlern ist der Frühstart am Resterkogel beliebt, auch zahlreiche Skiteams nutzen die Pisten für Trainings. Das Rekonvalenszentteam des ÖSV bereitet sich ebenso am Resterkogel auf die neue Saison vor wie Teams des Deutschen Ski Verbandes. Angesagt haben sich auch die Nachwuchskader aus der Schweiz, Liechtenstein, Polen, Kroatien, Slowenien und der Landesverbände aus der Steiermark, Oberösterreich und Tirol. Zudem nutzen die Sporthauptschulen Hofgastein und Saalfelden die Hänge zum Training ebenso wie die Skiclubs aus dem Bezirk Kitzbühel, dem Pinzgau und auch aus Bayern.

Der frühe Winterstart ist eigentlich nichts Neues - bereits seit 2014 wird ab Oktober am Resterkogel Ski gefahren. Damals wurde mit dem Snowfarming begonnen. Elisabeth M. Pöll

Bild: Die Begeisterung bei den Kids und jungen Rennläufern war groß. Foto: KitzSki

 
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