24.01.2018
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Wie gesund ist bergauf mit Skiern?

Am Ende von „WinHealth“ sollen touristische Angebote stehen, die anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelt wurden. Die zweite Phase der Studie untersucht die Auswirkungen von Skitourengehen mit Knieprothese auf den Körper.

St. Johann | Skitourengehen ist gesund – schließlich bewegt man sich an der frischen Luft, oder? Fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, die diese Annahme bestätigen, gibt es aber bislang keine. Noch nicht. Denn in St. Johann findet gerade die zweite Phase einer Studie im Rahmen des EU Interreg-Projektes „WinHealth“ statt.

Schon im letzten Winter wurden ausgewählte Personen nach St. Johann eingeladen, um die Auswirkungen des Skitourensports auf Körper und Geist zu analysieren. „Es ist nicht alles gesund, was im Gesundheitstourismus als gesund verkauft wird. Besonders für den Wintersport gibt es kaum Erkenntnisse“, veranschaulicht Prim. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger  (Institut Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus).

In diesem Winter werden nun Personen, die eine Knieprothese tragen, unter die Lupe genommen. In welchem Umfang ist Skitourensport mit Prothese möglich? Wird die Muskulatur durch Skitourengehen verbessert? Diese und andere Fragen sollen mithilfe zahlreicher Tests beantwortet werden. Vergleiche und Rückschlüsse mit der „gesunden“ Testgruppe vom letzten Winter sollen gezogen werden. „Wir sind gespannt. Die Ergebnisse werden im Sommer dann publiziert“, erklärt Schobersberger.

Knieprothesenträger werden immer jünger

Laut Erhebungen der SKIMO gibt es in Österreich rund 600.000 Menschen, die Skitourensport betreiben, und einer EU-Studien zufolge wird bis zum Jahr 2030 jeder zweite Knieprothesenträger jünger als 65 Jahre sein. „Auch diese Menschen wollen Sport betreiben, nur gibt es bislang keine Erkenntnisse, welche Sportart im Winter geeignet ist“, erklärt Schobersberger.

Bewegung ist ein wichtiges Urlaubsthema

Dass Bewegung im Urlaub in Zukunft generell ein wichtiges Thema sein wird, zeigt Dr. Arnulf Hartl (Paracelsus Medizinische Privatuniversität) auf. Statistiken zufolge leben bereits 50 Prozent der Bevölkerung in Städten. Die urbanen Lebensräume sind durch Feinstaub und Lärm belastet.  „Die Menschen haben Sehnsucht nach der Bewegung in der Natur und in den Bergen. Sie wollen etwas für ihre Gesundheit tun“, veranschaulicht Hartl.

„Wer länger sitzt, ist früher tot“

In der Studie wird auch die geringe Feinstaubbelastung und die gesundheitsfördernde Ionenkonzentration der Luft in unserer Region miteinbezogen. „Feinstaubbelastung gepaart mit Bewegungsarmut sind Auslöser vieler Beschwerden und Krankheiten. Ich sage immer, wer länger sitzt, ist früher tot“, betont Hartl.

Tourismusverband  will Angebote entwickeln

Wenn die Studienergebnisse  im Sommer vorliegen, beginnt die Arbeit für den Tourismusverband, denn dann gilt es die wissenschaftlichen Erkenntnisse in touristische Angebote umzuwandeln. „Wir sehen schon jetzt, dass der Gast nicht nur Skifahren möchte. Der Skitourensport boomt. Es wird sicher eine Herausforderung, entsprechende Angebote zu entwickeln, aber St. Johann ist durch das Krankenhaus und zahlreiche Dienstleister der Gesundheitsstandort in der Region schlechthin – hier ist Potential vorhanden, das wir nicht vergeuden dürfen“, sagt TVB-GF Gernot Riedel.
Johanna Monitzer

Bild: Im Rahmen von „WinHealth“ werden in St. Johann die Auswirkungen von Skitourensport auf die Gesundheit wissenschaftlich untersucht. Am zweiten Teil der Studie nehmen Menschen mit Knieprothesen teil. Foto: Jandric

 
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