07.01.2019
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Wie geht es mit SkiStar weiter?

Seit September führt der Oberndorfer Peter Grander die Geschicke von SkiStar St. Johann. Welche Investitionen in naher Zukunft geplant sind und warum der Zusammenschluss mit Kitzbühel und Snowfarming im Moment keine Priorität haben, erklärt er im Interview.

Im September haben Sie die Geschäftsführung bei SkiStar St. Johann übernommen. Wie fühlt es sich an, wieder in der Heimat zu arbeiten?
Trotz der Tatsache, dass ich die letzten 17 Jahre beruflich im In- und Ausland tätig war, habe ich nie den Bezug zur Region verloren. Es fühlt sich sehr gut an, wieder in der Heimat zu arbeiten. Ich bin hier verwurzelt und habe meinen Freundeskreis in der Region immer gepflegt. Die Geschäftsführung bei SkiStar ist anspruchsvoll, aber es macht mir sehr viel Spaß.  

Wie hat sich die Bergbahn St. Johann seit der Übernahme von SkiStar entwickelt?
Die Bergbahn St. Johann hat sich sehr gut entwickelt. Die getätigten Investitionen waren richtig und wichtig: Zuerst wurde in die Beschneiung investiert und dann im letzten Jahr die Eichenhoflifte eröffnet. Die Frequenzen konnten gesteigert werden. Wir konnten im Vergleich zum Vorjahr im letzten Jahr bei den Ersteintritten einen Zuwachs von 28 Prozent verzeichnen. Natürlich muss man auch berücksichtigen, dass die gesamte Seilbahn-Branche letztes Jahr ein gutes Jahr hatte.
SkiStar ist in Skandinavien sehr etabliert. Über 40 Prozent des Skimarktes trägt den Namen SkiStar. Für SkiStar sind die Gegebenheiten in St. Johann auch oft neu. Wir haben andere Gesetze und auch die Gästestruktur ist anders. Die Bergbahn St. Johann profitiert jedoch sehr davon, Teil eines großen Ganzen zu sein.

Wie werden die neuen Eichenhoflifte angenommen?
Es wurde im Vorfeld viel diskutiert, ob die Variante mit Gondelbahn und Sessellift sinnvoll ist. Ich bin der Meinung, es war die absolut richtige Entscheidung. Von unserer Hauptzielgruppe, den Familien, werden die Eichenhoflifte sehr gut angenommen. Die zwei Sektionen bieten mit der Gondel Sicherheit und Komfort für Kinder sowie mit dem Sessellift eine Wiederholerbahn, wo man die Ski nicht abschnallen muss. Diese Kombination ist ideal.

Was soll in Zukunft im Skigebiet passieren? Sind Investitionen geplant?
Das nächste große Projekt, welches wir in Angriff nehmen werden, ist die Erneuerung des Jodlalmliftes, da die Konzessionsdauer ausläuft. Als ersten Schritt müssen wir mit den Grundstückseigentümern Gespräche führen, was möglich ist. Geplant ist im Jahr 2020, den Lift neu zu bauen.

Es wird auch oft gemunkelt, dass ein SkiStar-Hotel in Planung ist?
Das Thema SkiStar-Hotel wurde ja auch in der Sitzung des Tourismusverbandes angesprochen. Ich ziehe hier gerne den Vergleich einer touristischen Destination mit einem Auto: Damit es fährt braucht ein Auto einen Tank, einen Motor und ein Getriebe. Der Motor in einer Wintersportdestination ist die Bergbahn. Damit der Motor funktioniert, braucht es ein  Getriebe – das sind die Betriebe, die Hotels und die Restaurants etc. Der Tank sind die Gäste. Je mehr Benzin, sprich Gäste, in eine Destination kommen, umso höher ist die Wirtschaftlichkeit. Deshalb wäre es falsch, sich generell gegen Hotels, egal von wem gebaut, auszusprechen.
SkiStar denkt das Skiprodukt generell anders als 99 Prozent der österreichischen Skigebiete. SkiStar betreibt die gesamte  Dienstleistungskette. Es kann gut sein, dass wir selber einmal daran denken, in St. Johann Betten zu bauen – was dem Skigebiet Gäste bringt und gut tut. Man muss das große Ganze sehen. Es ist jedoch noch nichts spruchreif.

Die ersten am Berg dank Snowfarming. Einige Skigebiete setzen seit Jahren auf das Konservieren von Schnee – ist das die Zukunft?
Snowfarming muss man aus der wirtschaftlichen und aus der medialen Perspektive betrachten. Snowfarming macht in gewissen Standorten absolut Sinn. Zum Beispiel in Gletscherregionen, wo man das Schneedepot auch zum Schutz des Gletschers verwendet. Auch in nicht hochalpinen Regionen, wie etwa Hochfilzen, macht Snowfarming Sinn, um den Biathlon abzusichern.  
Die Frage, die sich Seilbahner stellen müssen, ist, wann greife ich auf das Schneedepot zurück und starte den Skibetrieb? In den in- und ausländischen Medien wurde der frühe Skibetrieb heuer wieder rauf und runter diskutiert. Ich will über niemanden urteilen, aber ob diese Bilder von den Schneebändern in der grünen Wiese gut für das Image der Wintersportorte waren, bezweifle ich.
Für das St. Johanner Skigebiet mit 1.600 Metern Höhe ist Snowfarming derzeit kein Thema.  

Als langfristiges Ziel definierte man früher den Zusammenschluss mit Kitzbühel am Horn – ist das noch ein Thema?
Man sollte niemals nie sagen. Es gibt dazu Projekte, die mir wohlbekannt sind. Für mich hat ein Zusammenschluss mit Kitzbühel derzeit aber keine Priorität. Wir müssen zuerst den Fokus darauf richten, dass wir das St. Johanner Skigebiet stark machen. Auch sollten wir endlich einmal auch ein bisschen stolz auf unser schönes Skigebiet sein und nicht immer auf die Nachbarn schielen.

Wie wichtig ist der Sommerbetrieb für SkiStar?
Der Sommer ist in Skandinavien nicht besonders lang, dadurch ist es für SkiStar dort kein großes Thema zum Unterschied zu St. Johann: Bei uns ist der Sommer sehr wichtig. Wir erwirtschaften einen nicht unerheblichen Umsatzanteil in den Sommermonaten. Speziell in den Vor- und Nachsaisonzeiten, wie Juni oder September bzw. Oktober, verzeichnen wir gute Nächtigungsentwicklungen in der Region.  Eine Aufgabe wird es sein, das Sommerprodukt zu verbessern und gekonnt zu vermarkten.

Es gab Klagen wegen der Öffnungszeiten der Bergbahn – wird es hier Änderungen geben?
Fakt ist, es gibt Monate, die Saisonrandzeiten sind und sich für uns betriebswirtschaftlich nicht rechnen. Ich weiß, dass die Öffnungszeiten heuer nicht optimal waren. Wir mussten heuer auch noch einige Nacharbeiten bei den Eichenhofliften erledigen und bei der Harschbichlbahn stand eine große Revision an.
Wir werden aber nächstes Jahr am 30. Mai aufsperren und bis zum 6. Oktober offen haben. Die Öffnungszeiten werden somit länger, wir müssen aber auch auf die Betriebswirtschaftlichkeit achten.

Der Tourismusverband hat sich in seiner Strategie dem Thema Glück verschrieben. Welche Glücksgefühle will SkiStar bei seinen Gästen auslösen?
Ich habe die Destinationsentwicklung immer schon mit Interesse verfolgt. Das Thema Glück in den Vordergrund zu stellen, gefällt mir. Wir versuchen, der Ausrichtung Rechnung zu tragen und schaffen auch Glücksmomente. So werden wir im März erstmals an allen Wochenenden um 6.59 Uhr die Eichenhoflifte und den Jodlalmlift öffnen. Unter dem Titel die  „Die erste Spur – Ihre SkiStar Glücksmomente“ hat der Gast die Möglichkeit, dem Skigenuss bereits früh am morgen zu frönen. Zusätzlich hat die Gastronomie ein tolles Frühstück für unsere Frühaufsteher im Angebot. Ich glaube, das ist auch ein sehr nettes Angebot für die Einheimischen. Ich bin schon gespannt, wen man frühmorgens auf den Pisten trifft.
Johanna Monitzer

Zur Person
Peter Grander
St. Johann | Nach zahlreichen Karriereschritten im In- und Ausland kehrte der Oberndorfer Peter Grander als Geschäftsführer von SkiStar St. Johann Anfang September in seine Heimatregion zurück. Grander arbeitete zuvor an allen wichtigen Schnittstellen von Tourismusbetrieben. Nach seiner Ausbildung an den Tourismusschulen am Wilden Kaiser in St. Johann sammelte er in international renommierten Betrieben Gastronomieerfahrung. Auf dem zweiten Bildungsweg maturierte Grander und studierte am MCI „Unternehmensführung in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft“.
Es folgten einige Jahre in der Managementberatung bei der auf Tourismus- und Freizeitwirtschaft spezialisierten conos tourismus.consulting gmbh.
Nach seinem Wechsel zu der Gletscherbahnen Kaprun AG als kaufmännischer Assistent des Vorstandes, übernahm Grander 2017 die Gesamtverantwortung als Geschäftsführer für die Zinkenlifte GmbH, das Stadtkino und Stadttheater in Hallein, bevor er im September von SkiStar St. Johann als Geschäftsführer abgeworben wurde.

Bild: „Wir sollten stolz auf unser schönes Skigebiet sein“, sagt SkiStar GF Peter Grander. Foto: Moser

 
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