26.06.2016
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Wie Benedict in Kitzbühel lebte

Mit detektivischem Spürsinn verfolgt der Verein der Kitzbüheler Musikfreunde die Spuren des berühmten Komponisten Benedict Anton Aufschnaiter in der Gamsstadt. Nun gibt es frische Erkenntnisse – und zu hören bekamen diese zuallererst Kitzbühels Volksschüler.

Kitzbühel  | Bei einer vergnüglichen Führung durch das Stadtzentrum verriet Magd „Cilli“ den Kindern vergangene Woche alles, was sie über den angesehenen Passauer Domkapellmeister (1665-1742) zu berichten wusste. Seit die Musikfreunde sich im Rahmen eines Projektes mit dem großen Kitzbüheler Sohn und seiner unbekannten Jugend in der Gamsstadt beschäftigten, ist schon vieles aus dem Dunkel heraus getreten.

Bürgerlicher mit besten Kontakten

Zwar war Aufschnaiter „nur“ ein Bürgerlicher – geboren als Sohn von Andreas Aufschnaiter und Salome Mötzgerin – dennoch scheint seine Familie Kontakte zur Grafen-Dynastie Lamberg unterhalten zu haben, was dem musikalisch begabten Knaben eine Ausbildung in Wien ermöglichte.

Beim informativen Spaziergang durch die Hinterstadt konnten die Schüler die Lebens- und Wirkungsstätten der Familie Aufschnaiter entdecken. So pachteten die Eltern 1664 die „Lindnerische Behausung im Winkl“ (heute Hinterstadt 12, neben der Jenewein-Passage) als Wirtshaus. Die Großeltern des Komponisten waren Eigentümer eines Gebäudes am Rathausplatz. Die Kitzbüheler Musikfreunde vermuten, dass Benedict Anton Aufschnaiter seine Kindheit in einem dieser Häuser verbracht hat.

Verwandtschaft mit Faistenberger

Beim Streifzug durch das Leben des Komponisten stößt man unweigerlich auf einen weiteren berühmten Namen: Aufschnaiter ist mit der Kitzbüheler Künstlerfamilie Faistenberger verwandt. Der Sohn von Benedicts Cousine Elisabeth (verheiratet mit Ignaz Faistenberger) ist Simon Benedict Faistenberger, der 1739 die Fresken in der Liebfrauenkirche gestaltet hat.

Auf spielerische Art und Weise wurden diese und weitere historische Details den Kitzbüheler Volksschulkindern näher gebracht. Die Begeisterung des jungen Publikums war dabei sehr groß, schließlich wurde die Kulturführung durch ihr „Stadt‘l“ anschaulich gestaltet und als Höhepunkt mit Klängen des berühmten Aufschnaiter beendet.

Realisierung dank ARGE Wirkwerk

Die Kitzbüheler Musikfreunde wollen die Geschichte des bedeutenden Gamsstädter Sohnes noch weiter recherchieren. Vor allem das Stadtarchiv bietet einen wahren Schatz an historischen Dokumenten.  Ermöglicht wird das Engagement durch die neu gegründete ARGE Wirkwerk und Förderungen aus Leader-Mitteln der EU.

Einer der Schwerpunkte der Forschungsarbeit ist lebendige Kulturvermittlung an Kinder. Mit dem Führungsreigen, der vom 6. bis 17. Juni über die Bühne gegangen ist, wurde dabei bereits ein schöner Meilenstein gesetzt.

Doch die Musikfreunde wollen sich noch nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Die Forschung geht weiter – zudem ist im Herbst ein musikalischer Workshop in Zusammenarbeit mit dem Concerto Salzburg geplant. Elisabeth Galehr

Bild: Kinder der Volksschule Kitzbühel unternahmen vergangene Woche einen vergnüglichen Bildungsspaziergang mit Magd „Cilli“ (Cornelia Erber) auf den Spuren von Benedict Anton Aufschnaiter. Foto: Galehr

 
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