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27.08.2019
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„Wertschätzung ist entscheidend“

„Leben und Arbeiten in Kitzbühel“ ist das Versprechen an die Fachkräfte von morgen. Der Anzeiger sprach mit einem großen Arbeitgeber, der Sparkasse Kitzbühel, über Zukunftsperspektiven.

Kitzbühel  | Wie drängend ist die Mitarbeiterfrage in der Bankenbranche?
Manfred Krimbacher: Im Gegensatz zu den medialen Behauptungen, dass die Bankbranche insgesamt Stellen abbaut, muss ich sagen, dass speziell in den Regionen bei den lokalen Banken das Kundengeschäft das Wesentliche ist. Abgebaut wird im Investmentbanking. Wir suchen sehr wohl Mitarbeiter, mit dem Wachstum unseres Hauses geht natürlich auch ein erhöhter Mitarbeiterbedarf einher. Was sehr stark eine Rolle spielt, ist die Anzahl der zunehmenden Teilzeitkräfte. Wir haben speziell in der Kundenberatung einen hohen Frauenanteil und mehr als 25 Prozent Teilzeitkräfte. Wir haben mehr Mitarbeiter von den Köpfen her und müssen sehr flexibel in der Arbeitsverteilung sein. Bedarf an Mitarbeitern besteht durchaus.

Welche Rolle spielt Digitalisierung? Werden Mitarbeiter in Zukunft überhaupt noch „gebraucht“?
Krimbacher: Selbstverständlich! Das  qualifizierte Geschäft ist ja nicht weniger geworden. Ganz im Gegenteil. Durch die Entwicklung insgesamt ist der Anspruch gestiegen: Die qualitative Beratung ist nach wie vor gefragt. Digitalisierung spielt sich hauptsächlich dort ab, wo der Kunde ja schon selbst ist: Wer macht heute noch in der Bank eine Überweisung? Da sind ja mittlerweile die Kunden soweit, dass sie diese Dinge einfordern. Gottseidank. Insofern lebt das parallel – die digitale Welt und das Menschliche. Da werden wir die Letzten sein, die sagen, wir verzichten auf qualifizierte Mitarbeiter. Sonst können wir gleich zusperren.

Welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt es?
Krimbacher: Es geht los bei den Lehrlingen, wir beschäftigen seit 39 Jahren Lehrlinge, haben etwa 60 ausgebildet. Der Großteil davon ist nach wie vor im Haus und ein Gutteil dieser Lehrlinge hat sehr verantwortungsvolle Positionen inne. Wir haben Geschäftsstellenleiter, die bei uns die Lehre gemacht haben, haben viele Abteilungen mit qualifizierten Spezialisten. Unser erster Lehrling aus dem Jahr 1980 ist nach wie vor bei uns. Viele sind das Rückgrat des Unternehmens, weil sie von der Pike auf das kreuz und quer mitgemacht haben. Dann gibt es die verschiedenen Weiter- und Ausbildungsmöglichkeiten.  Wir bieten neben der Lehre natürlich auch Lehre mit Matura an. Ich glaube, dass es in der Dienstleistungsbranche im Speziellen sehr interessant ist, diese Möglichkeit anzubieten. Wir haben sogar Leute, die die AHS abbrechen, bei uns in die Lehre gehen und parallel dazu die Matura machen. Auf die Frage warum, kommt die Antwort: ‚Wir wollen in der Praxis was lernen.‘
Wir bieten zudem Ferialpraxis. Wir haben jedes Jahr Ferialpraktikanten, heuer waren es fünf. Der eine oder andere entdeckt dabei die Liebe zur Bank. So viel zum Thema Recruiting-Möglichkeiten. Wir bieten neben den verpflichtenden Weiterbildungen natürlich auch Persönlichkeitsentwicklung an.
Franz Stöckl: Zum Thema begleitendes Studium: Wir unterstützen das aktiv und kommen den Mitarbeitern entgegen. Weil wir die Erfahrung machen, dass wirklich tolle Leute herauskommen und sie für weitere Aufgaben gerüstet sind.
Krimbacher: Da gibt es immer wieder die Möglichkeiten, mit Diplomarbeiten auf verschiedene Themen einzugehen. Es ist toll, wenn sich Leute mit Problematiken in ihrem Studium beschäftigen und neue Wege aufzeigen können.
Stöckl: Dass die FHs solchen Boom haben, hat schon damit zu tun, dass es berufsbegleitend geht. Das hilft einer Region, wie wir sind, natürlich für die weiterführende Entwicklung. Die, die sich entscheiden, hier zu arbeiten und nebenbei das Studium auf sich zu nehmen, haben den großen Wunsch, auch in der Region zu bleiben. Wir haben den Eindruck, dass die, die das bei uns machen wollen, sich über den theoretischen Teil festigen und dann bei uns weiterkommen.
Krimbacher: Wir haben eine relativ hohe Bleibequote. Unser Ziel ist es immer wieder, die Führungspositionen in allen Ebenen aus dem Haus zu besetzen. Wir haben gerade jetzt wieder so eine Welle hinter uns – eine relativ große Pensionierungswelle und haben somit jetzt viele, sehr junge Filialleiter, die allesamt aus dem Haus kommen.  Diese Kontinuität zu wahren ist ja auch unser Ziel und da muss man in die Mitarbeiterausbildung investieren.

Wie bewusst ist Eltern und Schülern, was eine Bankenlehre zu bieten hat?
Krimbacher: Wir beginnen schon sehr sehr früh, die Jugend auf das Bankgeschäft aufmerksam zu machen. Das fängt im Kindergarten an. Die kennen vom Weltspartag die Bank und wollen wissen: Wo verschwindet das Geld im Tresor? Da kommt zum ersten Mal der Kontakt mit einer Bank zustande. Dann geht das weiter in den Volksschulen mit z.T. entsprechender Wirtschaftsbildung. Man ist mit den Schulen verbunden, man macht‘s gern. Ganz automatisch kommen die Fragen. Es entstehen Kontakte mit den Eltern. Ganz gezielt auch über die Wirtschaftskammer, wo es entsprechende Berufsinformationstage gibt. Und dann haben wir unsere Praktika, die wir quer durch alle Schulen anbieten.
Stöckl: Was generell ein Punkt ist: Das Thema Eltern und Schüler. Bei den Berufsinfotagen gibt es z.B. einen Elternabend. Wir wollen Jugendliche für den Lehreinstieg erwärmen. Da müssen wir alle zusammen helfen. Die fairste Geschichte zum Einstieg ist das Praktikum. Da bemühen wir uns sehr. Die Praktikanten dürfen, wo es irgendwie geht, hineinschnuppern. Auch die Abschlussveranstaltung ist interessant: Was haben sie alles gesehen, was hat ihnen gefallen? Gegenüber den Mitarbeitern und Praktikanten ist Wertschätzung das Entscheidende.

Das Interview führte Elisabeth Galehr

 
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