13.03.2020
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Wahlbeteiligung ging nach oben

Ihr großes Wunschziel hatte die Wirtschaftskammer im Vorfeld der Wahl sehr stark propagiert: Die Beteiligung soll deutlich steigen. Beim jüngsten Urnengang der Unternehmer ist dies in Tirol – und auch im Bezirk – tatsächlich gelungen.

Bezirk | Insgesamt lag die Wahlbeteiligung tirolweit bei 39,51 Prozent (+4,56 Prozent), im Bezirk bei knapp 37 Prozentpunkten. Ein Etappensieg für das WK-Präsidium, war das doch eines der vordringlichsten Ziele gewesen.
Das Ergebnis unterstreicht einmal mehr die absolute Dominanz des Wirtschaftsbundes, der sein ohnehin schon stattliches Resultat von 2015 um 2,6 Prozent auf 79,81 Prozent steigern konnte. „Ein höchst erfreuliches Ergebnis, dass man auf so hohem Niveau noch etwas dazugewinnen konnte. Man merkt, dass landesweit ein frischer Wind weht und ein Generationswechsel stattgefunden hat“, jubelt WB-Bezirksobmann Peter Seiwald. Insgesamt erhält der Wirtschaftsbund tirolweit 777 Mandate. Mit erheblichem Abstand erreichte die Grüne Wirtschaft Platz 2 (55 Mandate). Regionalsprecher Michael Carli sieht das „mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wir haben zwar zwei unserer Wahlziele erreicht – mehr Stimmen und die Freiheitlichen überholt – aber wir haben nicht mehr Mandate erzielt. So ist halt die Mathematik.“ Die Freiheitliche Wirtschaft musste Einbußen von 3,9 Prozent hinnehmen und erzielte 6,59 Prozent bzw. 54 Mandate.  Für Listensprecher Winfried Vescoli eine klare Folge des „Ibiza-Skandals“: „Wir hatten unter dieser Geschichte stärker zu leiden als gedacht. In Tirol ist das Minus nicht so stark wie in den anderen Bundesländern, aber das ändert nichts am Ergebnis.“

Mit viel Enthusiasmus waren die NEOS in den Ring gestiegen: Sie erreichten bei ihrer überhaupt ersten Wirtschaftskammerwahl 3,15 Prozent. „Wir sind in Tirol mit 26 Kandidaten kurzfristig an den Start gegangen und haben direkt 16 Mandate erreicht. Wenn man bedenkt, mit welchen bürokratischen Hürden wir von Anfang an zu kämpfen hatten, ist das für uns ein großer Erfolg“, fasst NEOS/UNOS-Spitzenkandidat Stefan Gleinser zusammen. Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband fuhr ein leichtes Minus von 0,9 Prozent ein und erreichte 1,72 Prozent. Gegenüber dem Kitzbüheler Anzeiger analysierte Spitzenkandidat Michael Kirchmair die Situation: „Es ist suboptimal gelaufen, aber in Hinblick darauf, dass ich den SWV knapp vor Weihnachten übernommen habe, muss man mit dem Ergebnis schon zufriedener umgehen, weil wir in wenigen Wochen 24 Fachgruppenkandidaten aufgestellt haben. Aber ein Minus ist ein Minus, das brauchen wir uns nicht schönzureden.“

„Stärkung der Wirtschaft und ihrer Anliegen“
Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Klaus Lackner zeigte sich erfreut über die gesteigerte Wahlbeteiligung: „Sie bedeutet eine Stärkung der Wirtschaft und ihrer Anliegen gegenüber der Politik.“ Gleichzeitig ist es Lackner ein Anliegen, „allen Beteiligten einen Dank auszusprechen.“ Der Bezirk Kitzbühel entsendet eigentlich immer zwischen 80 und 90 Funktionäre in die Fachgruppen, gibt Klaus Lackner Auskunft. Wie viel es diesmal werden, „darüber entscheidet natürlich die Wahlarithmetik“. Denn der Urnengang war erst der erste Schritt. In einigen Wochen wird das Wirtschaftskammer-Präsidium nach dem gesetzlichen Prozedere gewählt, zudem geht es in die Fachgruppensitzungen bis hin zur Bezirksstelle. Die neu formierte Kammer-Führung werde sich mit reichlich „Baustellen“ auseinander zu setzen haben, sagt Lackner. „Ein Wermuts-
tropfen ist die ständige Unsicherheit, nicht nur in Hinblick auf das Coronavirus und seine wirtschaftlichen Folgen, sondern auch der angekündigte Stellenabbau bei größeren Firmen.“ Dauerbrenner-Themen wie etwa der Druck der Bürokratie sowie Fachkräftemangel werden auch die künftige Führung beschäftigen. Während des Wahlkampfes spürte der Kitzbüheler Wirtschaftskammerobmann übrigens auch die Brisanz eines hiesigen Spezifikums – dem Thema Raumordnung bzw. Freizeitwohnsitze.

975 Mandate vergeben
Bei der Wirtschaftskammerwahl traten in 69 verschiedenen Fachorganisationen 1.889 Kandidaten aus 13 verschiedenen Wählergruppen an. Insgesamt wurden 975 Mandate vergeben. Die Mitglieder der weiteren Kollegialorgane werden gemäß Ergebnis durch indirekte Wahl bestimmt. Elisabeth Galehr

Anfang März gingen die Wirtschaftskammerwahlen über die Bühne, das Endergebnis steht fest. Foto: Galehr

 
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