23.01.2019
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Wachstum und Optimismus

Nach konjunkturell „heißen“ Jahren verspricht 2019 eine Normalisierung auf hohem Niveau. „Der Optimismus ist aber nach wie vor hoch, insbesondere im Tourismus“, weiß WK-Präsident Walser.

Innsbruck, Bezirk  | 2018 war ein Turbojahr der Tiroler Wirtschaft. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das ein Wachstum der regionalen Bruttowertschöpfung von real drei Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist dadurch auf 4,9 Prozent gesunken. Die Exporte konnten deutlich, auf rund 13 Mrd. Euro, zulegen. Ein starkes Jahr hinter sich und einen noch besseren Start als im Vorjahr hat der Tourismus hingelegt: 49 Prozent der Betriebe sind mit der aktuellen Buchungslage sehr zufrieden.

„In der Bilanz darf man natürlich auch nicht die wichtigen politischen Erfolge im Interesse der Wirtschaft und der Arbeitsplätze unerwähnt lassen“, ruft Walser in Erinnerung und nennt unter anderem die Flexibilisierung der Arbeitszeit, die Einführung des Standortanwaltes als Gegengewicht zum Landesumweltanwalt, die Einführung des Grundsatzes „Beraten statt strafen“, die Modernisierung der Rot-Weiß-Rot-Karte und die Regionalisierung der Mangelberufsliste oder die Senkung der Umsatzsteuer auf Nächtigungen. Die „heiße“ Phase hat aber auch ihre Schattenseiten. „Der Fachkräftemangel hat sich durch die Hochkonjunktur weiter verschärft“, weiß der WK-Präsident. „67 Prozent der Betriebe sagen uns im aktuellen Top-Tirol Konjunkturbarometer, dass sie akut betroffen sind. Im Tourismus sind es sogar 88 Prozent, im Gewerbe 86 Prozent.“ Der Fachkräftemangel wird sich noch weiter verschärfen, denn knapp ein Drittel der Tiroler Leitbetriebe möchte den Personalstand in den nächsten Monaten erhöhen. Auf der anderen Seite steigen auch die Beschaffungskosten. Durch die Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone sind viele Betriebe mit Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent konfrontiert. Als drittes nennt Walser die internationalen Risiken. „Als Exportland sind wir natürlich auch von den aktuellen internationalen Verunsicherungen, Stichwort Brexit oder Handelsstreit USA-China, betroffen.“ Großbritannien etwa ist Tirols sechstgrößter Handelspartner mit einem Volumen von 400 Mio. Euro.

Normalisierung auf hohem Niveau

„In der Summe führt das für 2019 zu einer Normalisierung der Konjunktur auf hohem Niveau“, zitiert Walser aus dem TOP Tirol Konjunkturbarometer. „Wir rechnen für heuer mit einem Wachstum von 2 Prozent.“ Für Tirol und seine Wirtschaft sind das sehr gute Aussichten. „Unsere Unternehmen werden darüber hinaus 6.000 Arbeitsplätze schaffen, die Arbeitslosigkeit wird im Laufe des Jahres auf 4,6 Prozent zurückgehen und wir werden im Sommer in Tirol Vollbeschäftigung haben.“ Im Export wird Tirol heuer abermals deutlich auf insgesamt 13,5 Mrd. Euro zulegen. Im Top-Tirol Geschäftsklimawert ist die Normalisierung mit einem Wert von 51 Prozent-Punkten bereits erkennbar. Bei der letzten Erhebung im „heißen“ Sommer 2018 wurde der Rekord-Wert von 68 Prozent-Punkten erreicht. „Wir sind aber immer noch sehr gut unterwegs und haben mit 51 Punkten aktuell den vierthöchsten Wert ever“, so Präsident Walser.

Der private Konsum wird heuer eine der Stützen der Konjunktur sein.  „Von der steigenden Konsumneigung werden vor allem der Handel und der Tourismus profitieren.“ In Industrie und Verkehr ist die Normalisierung der Konjunktur als Erstes spürbar. „Das sehen wir schon am Rückgang der Investitionsneigung der Unternehmen“, sagt Walser. Im Sommer 2018 wollten 55 Prozent der Leitbetriebe mehr investieren, aktuell sind es 27 Prozent.

Bild: WK-Präsident Christoph Walser (li.) und Volkswirt Stefan Garbislander (Leiter der Abteilung Wirtschaftspolitik, Innovation & Strategie). Foto: WKT

 
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