02.08.2017
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Verzicht und „maßvoller“ Einsatz

Während St. Johann und Fieberbrunn auf das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat verzichten, setzt es Hopfgarten weiterhin zur Bekämpfung von Staudenknöterichen ein. Die „Glyphosatfrei-Landkarte“ von Greenpeace ist noch recht dünn besiedelt.

Bezirk | Die Grünen starteten in den Gemeinden eine Initiative, um den Einsatz von Glyphosat im öffentlichen Raum zu unterbinden. Das Herbizid, das zur Unkrautvernichtung eingesetzt wird, steht u.a. unter Verdacht, stark krebserregend zu sein. In vielen Ländern ist das Mittel bereits verboten. Die EU hadert. Sie hat die Zulassung von Glyphosat, das in vielen landwirtschaftlichen Betrieben, städtischen und privaten Gärten Anwendung findet, nicht wie beabsichtigt für die nächsten 15 Jahre ohne Einschränkung zugelassen, sondern wartet noch weitere Studienergebnisse ab.

Klares Nein zu Glyphosat in St. Johann

In St. Johann stieß der Antrag der Grünen auf Verzicht des Unkrautvernichtungsmittels im öffentlichen Bereich auf Zustimmung in allen Fraktionen. Die Marktgemeinde verwendet das Mittel schon lange nicht mehr, wie Bürgermeister Stefan Seiwald betont. „Wir müssen hier auch eine Vorbildwirkung einnehmen“, erklärt Seiwald. Die Gemeinderäte fassten einstimmig den symbolischen Beschluss, dass St. Johann auch in Zukunft glyphosatfrei bleiben soll.

Hopfgarten setzt es „maßvoll“ ein

Andere Meinungen dazu gibt es in Hopfgarten. Der Antrag der Grünen wurde in der letzten Gemeinderatssitzung abgelehnt. Bürgermeister Paul Sieberer verlas aus einem Schreiben der Behörde, das den Einsatz von Glyphosat besonders zur Bekämpfung des japanischen Staudenknöterichs rechtfertigt, denn durch die ausschließliche mechanische Bekämpfung sei eine Ausrottung nur schwer möglich. „Wir setzen es maßvoll ein, wo es notwendig ist“, betont Sieberer.

Die Bezirkshauptmannschaft spricht keine offizielle Empfehlungen aus, was die Verwendung von Glyphosat angeht, teilt Bezirkshauptmann Michael Berger auf Anfrage mit. „Möglicherweise wurde bei der Gemeinderatssitzung aus einem Mailverkehr zitiert. Dabei handelt es sich wohl um einen persönlichen Meinungsaustausch“, so Berger. Tatsache sei aber, dass Glyphosat nach wie vor unter Einhaltung gewisser Voraussetzungen verwendet werden darf.

Fieberbrunn scheint als einzige Gemeinde auf

Klar ersichtlich als glyphosatfreie Gemeinde deklariert sich Fieberbrunn. Die Gemeinde scheint bislang als einzige im Bezirk auf der „Glyphosatfrei-Landkarte“ von Greenpeace auf. Die Umweltschutzorganisation hält die Gemeinden dazu an, auf das Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten und zeigt auf ihrer Homepage Alternativen auf. „Wir verwenden seit längerer Zeit kein Glyphosat mehr im öffentlichen Raum, weil uns der Umweltschutz am Herzen liegt und es schädlich für die Gesundheit sein könnte. Es war uns auch ein Anliegen, das offiziell kundzutun“, erklärt Bürgermeister Walter Astner. Der Dorfchef glaubt, dass vielerorts bereits ein Umdenken stattgefunden hat. „Viele andere Gemeinden verwenden das Mittel wahrscheinlich auch nicht mehr, haben es aber noch nicht gemeldet“, so Astner.

St. Johann will dem Beispiel von Fieberbrunn nun folgen und sich ebenfalls bei Greenpeace als glyphosatfrei deklarieren. Zahlreiche Bürgeraktionen setzen sich mittlerweile für den Verzicht von Glyphosat ein. Die Entscheidung, ob das Pflanzengift weiterhin in der EU zugelassen wird, fällt voraussichtlich im Herbst diesen Jahres. Johanna Monitzer

 
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