19.02.2018
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Unterkünfte werden geschlossen

Vor drei Jahren bestand die Herausforderung darin, Asylunterkünfte zu schaffen. Nun sind die Tiroler Sozialen Dienste mit der Schließung beschäftigt. Was nicht minder fordernd ist, denn es geht auch um Einkünfte, Arbeitsplätze und Wertschätzung von sozialem Engagement.

Bezirk | Vielerorts sind sie vielleicht weniger aufgefallen als zuerst vermutet, die Asylwerber, die in klein strukturierten Unterkünften im ganzen Bezirk verteilt lebten. Laut den Daten der Tiroler Soziale Dienste GmbH (TSD), die für die Unterbringung der Asylwerber zuständig ist, warteten zu Spitzenzeiten bis 351 Personen in den Heimen im Bezirk auf eine Entscheidung über ihr Asylverfahren. Aktuell sind es ein bisschen mehr als halb so viele, 183 Asylwerber – Tendenz weiter sinkend. „Der Druck der Unterbringung von Asylwerbern ist weg. Wir haben überall im Land freie Kapazitäten“, berichtet Georg Mackner von der TSD.

Unterbringung wird im ganzen Land optimiert

Aufgrund politischer Schritte suchen immer weniger Menschen in Österreich um Asyl an. Vorbei sind (zumindest derzeit) die Zeiten von Mindestaufnahmequoten. Nun gilt es, die Unterbringung zu optimieren. Heime wieder zu schließen. Mietverträge werden nicht mehr verlängert oder eine vorzeitige Beendigung angestrebt. „Zahlreiche Gespräche werden geführt. Es geht darum, verträgliche Lösungen für alle zu finden“, veranschaulicht Mackner.

Bis Ende 2018 nur mehr 40 Plätze in St. Johann

Drastisch reduzieren wird sich die Zahl der Asylplätze in St. Johann. Bis Jahresende soll es in der Marktgemeinde nur mehr rund 40 Plätze geben. Verteilt auf mehrere Häuser fanden in St. Johann bis zu 144 Asylwerber ein Zuhause auf Zeit. Am 31. Jänner wurden Unterkünfte am Mozartweg und Schwimmbadweg geschlossen. Es folgen die Unterkünfte in der Birkenstraße und in Almdorf. „2019 sind dann weitere Schließungen absehbar“, informiert Mackner.

Bürgermeister Stefan Seiwald hat zusammen mit der TSD einen Fahrplan ausgearbeitet, wie die Reduktion ausschauen wird. „Ein großer Dank gilt allen Bürgern, vor allem den Freiwilligen sowie  allen die Wohnraum zur Verfügung gestellt haben. St. Johann hat gezeigt, wie es gehen kann. Die Integration hat sehr gut geklappt“, betont Seiwald.

Heim in Kitzbühel steht zur Diskussion

Aufgelöst werden auch noch die verbleibenden Wohneinheiten in Kössen. Das Asylheim beim Brennerwirt wurde, wie der Kitzbüheler Anzeiger bereits berichtete, schon letztes Jahr geschlossen. „In Diskussion, wie es weiter gehen wird, stehen derzeit aktuell auch noch die Unterkünfte in Kitzbühel und Waidring“, informiert Mackner.

Die Schließung der Unterkünfte bedeutet auch einen Einkunftsausfall für die Bereitsteller sowie über kurz oder lang den Wegfall von Arbeitsplätzen. Die Heime wurden von Sozialarbeitern betreut. „Wir verschieben oder ändern Arbeitsplätze, wo immer es sinnvoll ist – alle zufrieden zu stellen ist aber schwer möglich“, so Mackner.

Dank an alle Gemeinden und Helfer

Im Bezirk engagierten (und engagieren) sich zahlreiche Freiwillige in Flüchtlingsinitiativen.  „Ich möchte mich im Namen der TSD für die tolle Arbeit bei den Gemeinden, Ehrenamtlichen, Systempartner und Kollegen herzlich bedanken“, betont Mackner.
Johanna Monitzer

Bild: „Der Druck der Unterbringung ist weg“, sagt Georg Mackner (TSD). Im ganzen Land werden Unterkünfte geschlossen. Ob und wie lange der Seehof in Kitzbühel noch als Asylheim dienen wird, steht ebenfalls zur Diskussion. Foto: Monitzer

 
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