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26.09.2019
News  
 

Und was gibt es morgen?

Die digitale Revolution fegt durch alle Bereiche des Lebens, natürlich und besonders durch die Geschäftswelt. Welche Einflüsse die Zukunft prägen und warum Tirol ein „heimlicher Held“ ist, das verriet Referent Christoph Holz im Rahmen des jüngsten St. Johanner Unternehmerfrühstücks.

St. Johann | Digitalisierung: Bedeutet das, dass mein Kühlschrank künftig schlauer ist als ich? Und welche Rolle wird der Mensch in der von ihm geschaffenen künstlichen Welt spielen? Einen Vorgeschmack auf das, was uns (vielleicht) bevorsteht, bot Christoph Holz beim Unternehmerfrühstück in der Hutter Druckerei in St. Johann. Die gute Nachricht ist, dass Tirol, von vielen unbemerkt, einige prominente Spieler auf der digitalen Bühne beheimatet. „Ohne Tiroler Beitrag wäre die Mobilfunktechnologie nicht denkbar“, führte Holz aus. Die nächste Revolution steht übrigens auch schon in den Startlöchern. Aktuell wird u.a. in Innsbruck der Quantencomputer entwickelt, der in den kommenden Jahrzehnten nochmals einen Riesensprung an Rechenleistung und somit schier unendlichen Möglichkeiten bedeuten wird.  Holz machte auch auf die Kehrseite der schönen neuen Welt aufmerksam: „Es gibt ein Kommunikationsproblem mit der Gesellschaft.“ So waren die Nationalstaaten in keinster Weise darauf vorbereitet, was passieren könnte, wenn jemand die Daten der Sozialen Medien ge- bzw. missbraucht. „Informationstechnologie ist Schuld an Brexit und Co. Wir haben die Demokratie in‘s offene Messer laufen lassen“. Erst langsam emanzipiert sich die Gesellschaft und macht sich zum mündigen Bürger der Digitalwelt.  

Drei Zukunftstrends skizziert
Christoph Holz skizzierte drei Zukunftstrends, die mit der Digitalisierung einher gehen. „Gesellschaft ohne Staat, Märkte ohne Geld und Wirtschaft ohne Firmen“. Ersteres ergibt sich tatsächlich durch die digitalen Plattformen: Jeder Nutzer von Google, Facebook und Co. bekommt auf sie oder ihn persönlich zugeschnittene Inhalte. „Jeder hat seine eigene Wahrheit, der öffentliche Raum wird fragmentiert.“ Die gemeinsame Identität, wie sie in einem Staat geschaffen wird, gehe dadurch verloren. „Jeder ist sein eigener Staat“, so die überspitzte Schlussfolgerung. Gleichzeitig geht der Trend weg vom Bargeld hin zu alternativen Bezahlformen, die über kurz oder lang ganz abgelöst werden – „Daten sind das neue Öl“.  Die dritte Vision sagt voraus, dass die Ära des Größenwachstums von Konzernen vorbei ist. „Kleine Firmen, die sich gut etabliert haben, setzen sich durch.“ Gerade Tirol als traditionelles Tourismusland hat gute Karten: „Wir haben trainiert, dass wir verstehen, was andere brauchen – Stichwort Servicequalität“.  Denn obwohl sich die wirtschaftliche Landschaft ändern wird, eines steht fest: „Der einzige Beruf, der nicht automatisierbar ist, ist jener des Unternehmers. Er erfindet sich immer wieder neu.“ Anders ausgedrückt: Individuelle Unternehmer rücken stärker in den Vordergrund. Visionen sind dabei entscheidend, denn diese können von der Künstlichen Intelligenz nicht erschaffen werden. „Es gibt niemanden, der konservativer ist, als künstliche Intelligenz“, brachte es Holz auf den Punkt. Derartig tiefgreifende Veränderungen der Gesellschaft verunsichern natürlich. Aber Christoph Holz beschwichtigte: „Wir können gemeinsam einen positiven Beitrag schaffen, dann klappt das schon mit einer guten Digitalisierung.“ Elisabeth Galehr

Christoph Holz (2.v.l.) brachte seine Thesen seinen Zuhörern unterhaltsam näher: Patrick Unterberger, Ortsmarketing-GF Marije Moors sowie die Gastgeber Markus und Daniela Hutter nutzten die Gelegenheit zur Diskussion. Foto: Galehr

 
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