09.12.2016
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Und alle ließen es geschehen...

Ein ambitioniertes Schulprojekt macht Anne Frank zum Thema. Die Schwerpunkte Diskriminierung und Menschenrechte sind aktueller denn je.

St. Johann | „Anne konnte bis zu ihrem Tod im Konzentrationslager von Bergen-Belsen nicht begreifen, warum sie und ihre Familie verfolgt wurden. Warum sie angeblich schlechter sein sollten als andere Menschen“, mit diesen Worten beschließt Elena Stocker die Führung durch die Wanderausstellung zum Schicksal von Anne Frank.

Zusammen mit ihren Schulkolleginnen Valentina Zanolin und Victoria Wagner gab sie einen Einblick in das kurze Leben des deutsch-jüdischen Mädchens, das sich in Amsterdam zusammen mit ihrer Familie lange Zeit vor den Nazis verstecken konnten.

In zwei Tagen für die Aufgaben vorbereitet

Elena, Valentina und Victoria besuchen die dritte Klasse der Tourismusschulen am Wilden Kaiser in St. Johann. In einem zweitägigen Seminar mit Mitarbeitern des Anne Frank Vereins lernten sie gemeinsam mit anderen Schülern aus St. Johann sowie Italien, die Ausstellung Besuchern näher zu bringen. „Der Workshop war auf Englisch, was teilweise ziemlich herausfordernd war“, berichten die Mädchen. Hauptsächlich haben die Schülerinnen ihre Schulkollegen durch die Ausstellung geführt. „Wir hatten am Anfang schon ein wenig Bedenken, ob unsere Schulkollegen, besonders die älteren Semester, Interesse zeigen. Aber alle sind unseren Ausführung  gespannt gefolgt und haben mitgemacht“, erzählt Elena. Letzte Woche hatten auch alle Interessierten abseits des Schulbetriebes in der Alten Gerberei die Möglichkeit, einer Führung beizuwohnen.

Weltweit werden Menschen diskriminiert

Unter dem Titel „Anne Frank - Eine Geschichte für Heute“ wird die Verfolgung der Familie auf Schautafeln mit Zitaten, Bildern und Texten nachgezeichnet. Zuerst die Flucht von Nazi-Deutschland ins vermeintlich sichere Amsterdam, dann werden auch dort erste „Juden-Gesetze“ erlassen, wie Ausgangssperren oder ein Verbot, sich auf öffentlichen Plätzen aufzuhalten. „Anne und ihre Familie waren auch Flüchtlinge. Sie wurden diskriminiert und verfolgt. Hier lassen sich viele Parallelen in die heutige Zeit ziehen. Es werden immer noch viele Menschen diskriminiert“, sind sich Valentina, Victoria und Elena einig. Die Familie Frank wird schließlich in ihrem Versteck gefunden. Als einziger überlebt Vater Otto.  

Zustande kam das schulübergreifende Projekt durch die Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugendfestival Kikiplexx, bei dem der neueste Film über Anne Frank gezeigt wurde. Auch Kulturreferentin Christine Gschnaller zeigte sich von der Ausstellung begeistert. „Hier kann nicht genug aufgeklärt werden. Die Idee und Umsetzung  des Schulprojektes ist wirklich gelungen.“

Nächste Station der Ausstellung

Rund elf Führungen haben Valentina, Victoria und Elena nun hinter sich. Jetzt wandert die Ausstellung weiter in das Bundesrealgymnasium, wo schon die nächsten Schüler darauf warten, mit  dem Schicksal von Anne Frank zum Nachdenken zu bewegen.
Johanna Monitzer

Bild: Muku GF Hans Oberlechner und GR Christine Gschnaller lauschten den beeindruckenden Ausführungen von Victoria Wagner, Valentina Zanolin und Elena Stocker (v. li.) über Anne Frank.  Foto: Monitzer

 
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