31.03.2019
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Um „reich“ zu sein, bedarf es wenig

Zum 100-jährigen Jubiläum zieht die Volksbühne St. Johann mit „Da Weltverdruss“ sämtliche Register. Die Inszenierung beeindruckt durch und durch. Das Premierenpublikum sparte verdienterweise nicht mit Applaus.

St. Johann | Auf was kommt es im Leben wirklich an? Sind es die schönen Kleider, das teure Essen oder ein gut gefülltes Bankkonto? Die drei Vagabunden „Bürstl“, „Tratzer“ und „Weltverdruss“ träumen von einem besseren Leben. Da sich Apolonia, Tochter aus reichem Haus, in den „Weltverdruss“ verliebt hat, bekommt dieser die Chance seines Lebens: Er könnte plötzlich ein  Teil der feinen Gesellschaft werden. Doch die sogenannte feine Gesellschaft ist leicht zu täuschen und zu manipulieren, wie sich herausstellt. Hält man ihr einen Spiegel vor, ist sie gar nicht mehr so „fein“.

Mit der Inszenierung von „Da Weltverdruss“ (Komödie von Peter Landstorfer) ist der Volksbühne St. Johann das gelungen, wofür Theater seit jeher steht: beste Unterhaltung mit einer Prise Tiefgang. Es gab viel zum Lachen und als sich der Vorhang schloss, war man berührt sowie verspürte das Bedürfnis, über das Gesehene zu sprechen.

Leistungen der Darsteller war grandios

Unter der Regie von Christian Bergmann spielten die Darsteller groß auf. Es fällt schwer, einzelne hervorzuheben, denn sie waren alle sehr, sehr gut. Allen voran das Vagabunden-Trio Matthäus Kammerlander, Christian Bergmann und Maria Feiersinger, die auch musikalisch glänzten. Die mehr oder weniger feine Gesellschaft verkörperten Erwin Bergmann, Anneliese Kerschbaumer, Christina Pixner, Luggi Hauser und Lisi Drexl gekonnt. Günther Hechenberger grandios mit Mimik und Gestik sowie Sprachfehler als „Assessor Rehbein“.  Als freches Hausmädchen „Babett“ sorgte Karin Dreml für Lacher. An den Instrumenten: Karin Hauser sowie Luggi Hauser.

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Für einen Wow-Effekt sorgte auch das detailreiche Bühnenbild (Günther Oberlechner) sowie die originalgetreuen Kostüme. Man kam sich wirklich vor, wie ins 19. Jahrhundert versetzt. Die neue Spielstätte in der Alten Gerberei war zwar etwas beengter als der Kaisersaal, aber gemütlicher und wurde auch durchdacht in Szene gesetzt. Fazit: Lassen Sie sich diese humorvolle Zeitreise mit Tiefgang mit der Volksbühne St. Johann nicht entgehen!

Weitere Spieltermine
Die Volksbühne St. Johann spielt „Da Weltverdruss“ am 3., 14., 17. und 26. April jeweils um 20 Uhr in der Alten Gerberei. Nachmittagsvorstellung: 22. April um 15 Uhr. Kartenreservierungen unter 0664 55 780 08 (Mi bis Fr sowie Vorstellungstage 16 bis 19 Uhr). Johanna Monitzer

 
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