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12.08.2019
News  
 

Über eine Woche ohne Trinkwasser

Das Trinkwasser in St. Ulrich wurde als gesundheitsgefährdend eingestuft. Am Sonntag wurde eine Bürgerversammlung abgehalten.  

St. Ulrich | Drehte man in St. Ulrich den Wasserhahn auf, sprudelte kein klares Wasser heraus. Durch den Starkregen in der Nacht von Samstag, 28., auf  Sonntag, 29. Juli, wurde die Hauptwasserversorgung, die Stollenquelle, im Lastal unterspült und die Brunnenstube von einer Mure weggerissen. „Das ist das Schlimmste, was uns seit langem passiert ist. 4.000 Kubikmeter Sand, Schutt und Geröll sind heruntergekommen“, veranschaulicht Bürgermeisterin Brigitte Lackner.

Wasser musste abgekocht werden
Insgesamt verfügt St. Ulrich über drei Quellen, die Stollenquellen und zwei Bachquellen.  „Dank des Einsatzes aller Beteiligten konnten wir die Wasserversorgung für St. Ulrich aufrecht erhalten, aber das Wasser war sehr trübe“, schildert der zuständige GR Simon Danzl. Die Beprobungen ergaben starke Verunreinigungen, wie die zuständige Bezirkshauptmannschaft feststellte. „Das Wasser muss, bevor man es trinkt, mindestens drei Minuten abgekocht werden“, erklärt Gerald Embacher von der BH Kitzbühel.

Kritik: Zu wenig Information an Bürger
Die Bürger wurden am Montagnachmittag, Stunden nach dem Naturereignis, mittels Zettel, die an alle Haushalte verteilt wurden, über das verschmutzte Wasser informiert – was zu Kritik bei der Bürgerversammlung am Sonntag führte. „Wir wissen z.B. aus zwei Häusern im Ortszentrum, dass dort kein Zettel ausgeteilt wurde“, klagte ein Bürger, „zudem gab es die ganze Woche über keinerlei Informationen, wie es weitergeht mit der Wasserversorgung.“
Im Gegensatz zu Brixlegg, wo vor kurzem das Trinkwasser ebenfalls verunreinigt war, ging auch keine Meldung an die Medien hinaus. „Das war in diesem Fall aufgrund der Gemeindegröße nicht nötig. Die Gemeinde hat mit den Flugzetteln an jeden Haushalt die nötigen Maßnahmen ergriffen“, erklärt Embacher. Dass die Information zu wenig und zu langsam war, will auch GR Danzl entkräftigen: „Wir haben so schnell wie möglich reagiert.“

Provisorische Brunnenstube errichtet
Die Gemeinde St. Ulrich hat nun laut Gesetz dreißig Tage Zeit, um eine sichere Trinkwasserversorgung  wieder herzustellen. Es wurde bereits eine provisorische Brunnenstube errichtet.  „Die besprochenen Maßnahmen wurden rasch umgesetzt – viel schneller geht es eigentlich nicht“, spricht Josef Margreiter vom Baubezirksamt Kufstein der Gemeinde Lob aus.

Knackpunkt: Zufahrt zur Wasserversorgung
Aber damit fängt die Arbeit für die Gemeinde erst an. Konzepte für eine Optimierung der Wasserversorgung liegen schon länger vor, nur umgesetzt wurden sie nicht, denn es gibt einen Haken. Bei der Errichtung der Wasserversorgungsinfrastruktur vor Jahrzehnten wurde verabsäumt, mit den Grundstücksbesitzern Vereinbarungen zu treffen. Es gibt keinerlei Wegerechte oder dergleichen für die Zufahrt. „Die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern laufen“, sagt dazu Bürgermeisterin Lackner.  
Ein Bürger sieht auch hier Verabsäumnisse der Gemeindeführung, denn er hätte persönlich seit drei Jahren darauf hingewiesen, dass im Lastal aufgrund des Baches Gefahr in Verzug sei.

Sobald als möglich, voraussichtlich ab Mittwoch (nach Redaktionsschluss), sollte das Wasser in St. Ulrich wieder als trinkbar freigegeben sein. Johanna Monitzer

UPDATE: Da nun noch ein Gutachten notwendig war, wird das Wasser voraussichtlich in dieser Woche als Trinkwasser freigegeben - wir halten Sie auf dem Laufenden!

Aufgefallen - Trübes Wasser kein Einzelfall
Dass in St. Ulrich kein klares Wasser aus dem Hahn kommt, war in der Vergangenheit schon öfters der Fall. Auch der Kitzbüheler Anzeiger berichtet in seiner Ausgabe vom 5. April 2018, dass es bei Starkregen zu Eintrübungen im Wasser kommt. „Wir haben das Wasser immer beproben lassen und es war immer Trinkwasser. Nach ein bis zwei Tagen war das Wasser wieder klar“, nimmt Bürgermeisterin Brigitte Lackner dazu Stellung. Verunsicherte Bürger wandten sich auch schon an die Bezirkshauptmannschaft, wie der Kitzbüheler Anzeiger recherchierte.
Als mögliche Ursache macht die Gemeindeführung die Bachquellen verantwortlich. „Man kann das Problem technisch z.B. mit Sensoren oder UV-Anlagen lösen“, informiert Josef Margreiter vom Baubezirksamt Kufstein. Die Gemeindeführung arbeitet mit einem Planungsbüro an der Umsetzung. „Wir haben ein Gesamtkonzept für die Wasserversorgung von St. Ulrich ausarbeiten lassen“, erklärt die Bürgermeisterin. jomo

Die Fotos  zeigen die Brunnenstube mit dem Bachbett circa 20 Meter daneben am Sonntag sowie Montag ein Bild der Zerstörung. Der Bach schwemmte 4.000 Kubikmeter Sand, Schutt und Geröll herunter. Fotos: Gemeinde

 
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