08.08.2016
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Über Grenzen hinweg

Kössen, Schleching | Die Grenze zwischen Bayern und Tirol bzw. zwischen Deutschland und Österreich war für die Kössener und Schlechinger eigentlich nie ein Problem. Der „kleine Grenzverkehr“ funktionierte zwischen den beiden Orten immer – der „Schmugglerweg“ zeugt von der abenteuerlichen Geschichte zwischen den beiden Gemeinden, denn geschmuggelt wurde über die Jahrhunderte über, was das Zeug hielt.

Vergangene Woche wurde jetzt ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden aufgeschlagen. Auf der neuen Hängebrücke Klobenstein, direkt an der Landesgrenze, fiel der Startschuss für das erste transnationale Leaderprojekt zwischen Bayern und Österreich – ein acht Kilometer langer Wanderweg lässt die beiden Gemeinden enger zusammenrücken. Pläne für eine solche Verbindung wurden in den beiden Gemeindestuben aber auch beim Tourismusverband Kaiserwinkl schon länger gewälzt – jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht. „Beim verheerenden Hochwasser 2013 wurde die Hängebrücke Klobenstein weggerissen“, schildert TVB-Obmann Gerd Erharter. Das Ereignis war dann auch der Auslöser, die alten Pläne wieder aus der Schublade zu holen und nicht nur die Brücke neu aufzubauen, sondern auch gleich den Wanderweg umzusetzen.

Viele Gespräche seien notwendig gewesen, bevor es jetzt soweit sei, freut sich Schlechings Bürgermeister Josef Loferer, der darauf hinwies, dass etwa 80 Prozent der Touristen Wandertouristen seien und es daher wichtig sei, hier etwas zu bieten. Auch der Kössener Vizebürgermeister Reinhold Flörl freut sich, dass es jetzt endlich soweit ist. Die Firma Revital hat mit den Planungen für den acht Kilometer langen Weg begonnen. Bis Ende des Jahres sollen diese abgeschlossen sein und danach mit der Umsetzung begonnen werden. Zentraler Bestandteil des Weges ist die neue Hängebrücke, integriert werden auch Teile des bestehenden „Schmugglerweges“. Infotafeln werden ebenfalls aufgestellt und Sagen nacherzählt. Natürliche Felsformationen werden als Aussichtspunkte adaptiert. Vorerst stehen noch Gespräche mit den Grundbesitzern an, überdies seien natürlich auch Umweltrichtlinien zu beachten, betont Erharter.

Die Kosten für die Planung belaufen sich auf rund 55.000 Euro, rund 80 Prozent davon übernimmt der Leader-Verein. Mit dem neuen Wanderweg wird im Übrigen das erste transnationale Leaderprojekt zwischen Bayern und Tirol realisiert. Der bayerische Landrat, Sigi Walch, freute sich besonders über diesen Startschuss: „Jetzt werden Nägel mit Köpfen gemacht.“ Oft rede man nur vom Marketing, wenn es um den Tourismus geht, dabei dürfe die Produktentwicklung nicht vergessen werden. „Der Gast kommt nicht nur noch in eine Region, sondern erlebt Grenzen“, erklärte Walch. Mit diesem Projekt komme man diesem Leitfaden ein großes Stück näher. Margret Klausner

 
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